Peißenberger Krankenhausgebäude

„Wir haben keine Eile“

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Peißenberg – Es ist still im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus. Es könnte noch stiller werden. Denn die beiden größten Nutzer des Hauses – die Tagespsychiatrie der „kbo-Lech-Mangfall-Kliniken“ und die Ökumenische Sozialstation – schauen sich nach neuen Unterkünften um.

Peißenberg –  Ein Grund  ist, dass das Gebäude verkauft werden soll – und zwar noch heuer. Bisher gehört es der „Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See“. Diese sucht einen Abnehmer. Großes Interesse hat die Gemeinde Peißenberg, wie Bürgermeisterin Manuela Vanni bestätigt. Das Gebäude sei schließlich „an einem sehr zentralen Ort“. Die Knappschaft habe bereits einen Preis genannt, nun ist die Gemeinde am Zug. Momentan ist laut Vanni „noch nichts im Haushalt eingestellt“. Fest steht: Sollte die Gemeinde den Zuschlag erhalten, läuft nicht alles wie bisher. „Uns ist wichtig, dass die Tagespsychiatrie nicht vor Ort bleibt.“

Für die „kbo“ ist das kein Problem. Sie liebäugelt ohnehin seit der Schließung des Krankenhauses mit einem Umzug. „Uns war es immer wichtig, dass wir uns an ein somatisches Haus andocken“, sagt Geschäftsführer Gerald Niedermeier. Die Patienten sollen auch mit körperlichen Beschwerden schnell untersucht und behandelt werden können. „Dafür brauchen wir einfach die Infrastruktur.“ Deshalb ist ein Umzug nach Weilheim geplant. „Wir sind schon dabei, mit den Verantwortlichen zu schauen, wie wir unsere Tagesklinik dort etablieren können.“ Die Klinik umfasst 20 Plätze in der Tagespsychiatrie, ein neurophysiologisches Labor und eine Institutsambulanz. Eine Möglichkeit wäre, dass sie in den doppelstöckigen Interimsbau zieht, in den während des Krankenhausumbaus 48 Patientenbetten verlagert werden. Der Bau würde voraussichtlich ab 2020 zur Verfügung stehen. Eine andere Variante wäre ein Neubau in dem kleinen Park neben dem Krankenhaus, die Fläche gehört der Stadt. „Da ist nichts spruchreif“, sagt Niedermeier. So oder so: Der Umzug wird noch dauern. „Vor 2020 kann er nicht realisiert werden. Wir haben auch keine Eile.“

Auch die Sozialstation sucht für die Zukunft nach einer anderen Heimat. Erst vor rund einem Jahr war sie in das ehemalige Krankenhaus gezogen. „Aber wir wussten schon damals, dass es nicht für die Ewigkeit ist“, sagt Geschäftsführerin Claudia Hörbrand. Zwar gebe es noch keine Aussage, wann ein Auszug tatsächlich nötig sein wird – trotzdem schaut sich Hörbrand bereits eifrig um. Immerhin muss die Unterkunft einige Kriterien erfüllen. Die Sozialstation braucht 16 Büroarbeitsplätze, ein Archiv, Lagerräume undeinen großen Besprechungsraum. Außerdem muss der Zugang barrierefrei sein – und es braucht viele Parkplätze. Im Schnitt stehen 15 Fahrzeuge vor der Tür. Womöglich hat Hörbrand sogar schon das Richtige gefunden: „Wir haben vielleicht etwas in Aussicht.“

So weit sind die anderen Mieter im Haus noch nicht. Der Unterstützerkreis hat im ehemaligen Krankenhaus seinen Asyl-Treffpunkt „iku“ eingerichtet. Dort wartet man erst einmal ab, ob der Verkauf zustande kommt und wie es dann weitergeht. Ebenso handhabt es Heilpraktikerin Birgit Albert, deren Praxis im Untergeschoss ist. Sie hofft, bleiben zu können. Einen Umzug hat sie im Interview vor einigen Tagen bereits als „Katastrophe“ bezeichnet.

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