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Der Minikreisel soll an der Kreuzung von Bergwerkstraße und Schongauer Straße gebaut werden. 

Peißenberger ortsdurchfahrt

Ausschreibungspanne ohne Folgen

Peißenberg - Es gab einen Fehler in der Ausschreibung. Dennoch kann der Minikreisel an der Schongauer Straße in gut zwei Monaten gebaut werden.

Ups, da ist der Marktverwaltung ein kleiner Fauxpas unterlaufen. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Marktrat den Bau eines Minikreisels an der Abzweigung Schongauer Straße/Bergwerkstraße beschlossen – und zwar inklusive einer leichten Fahrbahnverengung und einer Querungshilfe. Soweit alles klar. Die Verwaltung schrieb jedoch die falsche Planvariante aus, nämlich die ohne Fußgängerübergang und mit stärkerer Verschwenkung weg von der Hans-Böckler-Straße.

Was nun? Alles nicht weiter tragisch. Beide Varianten kosten gleich viel. Wie die Bushaltestelle am östlichen Ortseingang (Friedhof) wird auch der Minikreisel von der Regierung von Oberbayern mit 60 Prozent bezuschusst. Für beide Maßnahmen werden insgesamt 195 000 Euro fällig – egal, mit welcher Minikreisel-Variante. Der Bauausschuss musste in seiner jüngsten Sitzung nun nur noch bestätigen, dass nicht die ausgeschriebene, sondern das im Oktober beschlossene Entwurfskonzept realisiert wird – was das Gremium auch einhellig tat. „Wir haben das nicht mit Absicht gemacht“, entschuldigte sich Bürgermeisterin Manuela Vanni für die Ausschreibungspanne.

Zeitliche Verzögerungen gibt es nicht. Die Bauarbeiten für die Bushaltestelle am Ortseingang sollen in vier Wochen beginnen und etwa sechs Wochen dauern. Danach steht nahtlos der Minikreisel auf dem vorläufigen Terminkalender. „In etwa zehn Wochen könnten dort die Bauarbeiten losgehen“, so Bauamtsmitarbeiter Thomas Schamper auf Nachfrage.

Und was ist sonst noch in puncto Neugestaltung der Ortsdurchfahrt geplant? Konkret erstmal nichts. Wobei – da war doch was: Im vergangenen Oktober hatte der Marktrat nämlich nicht nur den Bau von Minikreisel und Bushaltestelle abgesegnet, sondern laut Beschlussformulierung sollten zudem „an verschiedenen Stellen der Ortsdurchfahrt weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durch zum Beispiel provisorische Einbaumaßnahmen erfolgen“. Die Verwaltung wurde damals angehalten, ein Konzept zu entwickeln – doch der Auftrag ging im Eifer des Gefechts wohl unter: „Das ist uns nicht aufgefallen“, räumte Vanni im Ausschuss ein: „Wir haben kein Konzept.“

Und die Marktverwaltung habe derzeit auch keine Zeit, entsprechende Vorschläge zu entwickeln. Die Abarbeitung der Unwetterschäden und die Planungen für den Hochwasserschutz bindeten derzeit personelle Kapazitäten. Als Alternative brachte Vanni ins Spiel, die Konzeptausarbeitung für die Verkehrsprovisorien an ein Ingenieurbüro zu vergeben. Das hätte bei einem zeitlichen Umfang von circa 40 Stunden rund 4000 Euro gekostet. Doch der Bauausschuss winkte in seinem Beschlussvorschlag für den Gemeinderat ab. Die Konzept-entwicklung soll von der Marktverwaltung selbst erledigt und bis Ende des Jahres verschoben werden. „Vielen Peißenbergern dürfte jetzt klar sein, dass andere Sachen derzeit wichtiger sind“, spielte Jürgen Forstner (Bürgervereinigung) auf den Hochwasserschutz an.

Jutta Geldsetzer (SPD) berichtete indes, dass der ein oder andere Anlieger in der Schongauer und Böbinger Straße wegen der fehlenden Verkehrsberuhigung schon „frustriert“ sei. Als „psychologischen Effekt“ sollte man sich deshalb überlegen, „kleinere Sachen“ zu realisieren. „Ob es dafür gleich ein ganzes Konzept braucht, weiß ich nicht“, so Geldsetzer. Bauliche Provisorien dürften in der Schongauer und Böbinger Straße aufgrund der bestehenden Fahrradstreifen ohnehin schwierig werden. „Wir geraten dann unter die gesetzliche Mindestfahrbahnbreite“, gab Schamper im Ausschuss zu bedenken.

Bernhard jepsen

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