Peißenberger Wärmegesellschaft investiert

Fünf Millionen Euro für Heizzentrale

Peißenberg – Die Peißenberger Wärmegesellschaft (PWG) investiert in ihre Infrastruktur. Rund fünf Millionen Euro hat das gemeinsame Unternehmen der Lechwerke AG und der Bayernwerk Natur GmbH veranschlagt, um seine Heizzentrale für das rund 22 Kilometer lange Peißenberger Fernwärmenetz zu modernisieren.

Geplant sind der Bau eines neuen Blockheizkraftwerks mit einer elektrischen und thermischen Leistung von 1,5 Megawatt sowie die Installation von zwei gasbefeuerten Heizkesseln mit einer Leistung von jeweils acht Megawatt. Errichtet werden soll alles am bestehenden Standort auf dem Gelände der Schwestergesellschaft „PKG“.

Weil für das Areal zwischen Stadelbachstraße und „Am Holzgarten“ die Bauleitplanung noch nicht abgeschlossen ist, läuft das Genehmigungsverfahren über die Regierung von Oberbayern. Große Einwände wird es dabei wohl nicht geben. Das Prüfungsprozedere stehe kurz vor dem Abschluss, heißt es in einer Mitteilung der Lechwerke AG – weshalb bereits „vorbereitende Baumaßnahmen“ erledigt wurden.

Ebenfalls grünes Licht für das Projekt gab der Peißenberger Bauausschuss – einstimmig. Bürgermeisterin Manuela Vanni war mit den Plänen allerdings nicht ganz zufrieden – zumindest in gestalterischer Hinsicht: „Schade, dass alles so stehen bleibt und sogar noch etwas dazukommt. Ich hätte mir gewünscht, dass es auf dem Gelände weniger Beton gibt – aber man kann es nicht erzwingen“, sagte die Rathauschefin. Jutta Geldsetzer sprach in dem Zusammenhang ganz konkret das große Kesselhaus an: „Es gehört zwar jetzt nicht zum Thema, aber kann man da nicht zumindest an der farblichen Gestaltung etwas machen?“, fragte die SPD-Rätin. Vanni versprach, die Anregung an die PKG weiterzugeben. Einfluss darauf habe die Gemeinde jedoch keinen: „Selbst wenn es eine Gestaltung gäbe, wäre das wohl weniger etwas Künstlerisches, sondern etwas mit Werbung“, mutmaßte die Rathauschefin.

Doch wie gesagt, in der Ausschusssitzung ging es allein um den Bauantrag der PWG. Das Modernisierungsprojekt soll im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein und das neue erdgasgespeiste BHKW dann Strom und Wärme liefern. Die Umrüstung zielt auf einen effizienteren und wirtschaftlich optimierten Betrieb der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ab.

Bis vor ein paar Monaten wurden zur Energieerzeugung noch zwei knapp 40 Jahre alte Schiffsmotoren verwendet. Die Blöcke wurden jedoch im Sommer außer Betrieb gesetzt. Wie die Lechwerke einräumen, seien die Motoren im Zuge der gesunkenen Absatzmenge für die rund 1000 angeschlossenen Fernwärmekunden schlichtweg überdimensioniert gewesen. Das war aber nicht das einzige Problem: „Die Blöcke sind von der Technik her veraltet und auch von den Umwelteigenschaften nicht mehr auf dem neuesten Stand“, erklärt RWE-Projektmanager, Dr. Ing. Roland Dubios, gegenüber der Heimatzeitung. Der Essener Energiekonzern ist Mehrheitseigner der Lechwerke und damit am Projekt beteiligt. Laut Dubios sollen die ausrangierten Motorblöcke allerdings noch vermarktet werden.

Und wie sieht die Zukunft des großen „PKG“-Kesselhauses aus? „Ein Abbruch wäre extrem aufwendig“, sagt Dubios. „Da ist nichts geplant.“

Bernhard Jepsen

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