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Spätestens im Wald ist Schluss: Inzwischen endet der Weg schon auf Höhe der Kapelle St. Michael.
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Es war einmal ein Rundweg: Weil ihnen der Hundekot zu viel wurde, haben die Eigentümer den Weg gesperrt.

Peißenberger Wanderweg wird Sackgasse

Eigentümer sperren beliebten „Schäfflerweg“

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Eine Sackgasse ist derzeit der beliebte „Schäffler-Wanderweg“, der auf den Hohen Peißenberg führt. Er führt über Privatgrund und die Eigentümer haben ihn jetzt gesperrt. Sie haben sich vor allem über die vielen Beutel mit Hundekot auf ihrem Grundstück geärgert.

Peißenberg– Er ist einer der beliebtesten Wanderwege im Landkreis, der „Schäfflerweg“, der von Peißenberg aus auf den Hohen Peißenberg führt. In den Beschreibungen werden der „wildromantische Pfad am Michelsbach entlang“ und die gigantische Aussicht gelobt. Doch derzeit sorgt der viel begangene Wanderweg nicht für Begeisterung unter den Wanderern, sondern vielmehr für Ärger und Enttäuschung. Denn irgendwann geht es nicht mehr weiter. Der Weg ist gesperrt. „Die Eigentümer wollen nicht mehr, dass Wanderer über ihr Grundstück gehen“, sagt die Peißenberger Bürgermeisterin Manuela Vanni dazu.

Der „Schäfflerweg“, der auch eine beliebter Gassiweg für Hundebesitzer ist, führt von Peißenberg aus gesehen am Ortsausgang über Privatgrundstücke. Die Eigentümer haben jahrzehntelang geduldet, dass Wanderer, Spaziergänger – und in den vergangenen Jahren vermehrt auch Radler – über ihre Grundstücke gegangen und gefahren sind, aber das ist jetzt Vergangenheit.

Es habe einen Eigentümerwechsel bei einem Anwesen gegeben, sagt Vanni. „Die neuen Eigentümer haben sich das eine Weile angeschaut und dann wollten sie nicht mehr.“ Der Grund für diesen Entschluss seien rasende Radler gewesen, die, wenn sie auf ihr Verhalten angesprochen worden seien, oft unverschämt reagiert hätten. Vor allem aber haben sich laut Vanni die Eigentümer an den vielen mit Hundekot gefüllten Beuteln gestört, die auf ihren Grundstücken verteilt worden seien.

Das haben sie auch auf dem Schrieb deutlich gemacht, den sie dort, wo der Weg gesperrt ist, an einen Baum geheftet haben: „Aufgrund der vermehrt widerrechtlich abgelegten Hundescheißbeutel auf unserem Grundstück (Garten, Wiese, Wald, Weg, Terrasse, etc.) wird dieser Wanderweg geschlossen“, steht dort.

Die, die von Peißenberg aus auf den Berg steigen wollen, stoßen dort, wo der St. Michelsweg in den Wald führt, auf diese Mitteilung. Die Wanderer, die vom Hohen Peißenberg in die Marktgemeinde herabsteigen wollten, hat es zunächst noch härter getroffen, denn, wenn sie den größten Teil des Strecke bergab gegangen waren, endeten sie kurz vor dem Ziel in Peißenberg im Wald in einer Sackgasse und mussten den ganzen Weg wieder zurückgehen. Um die Wanderer davor zu bewahren, hat die Gemeinde veranlasst, dass schon weiter oben auf Höhe der Kapelle St. Michael abgesperrt ist.

Auch wenn Vanni bedauert, dass der Weg nicht passierbar ist, hat sie Verständnis für die Entscheidung der Grundeigentümer: „Sie haben das wirklich gut begründet.“ Sie hätten ihr von einem Fall erzählt, in dem der Beutel mit der Hundekacke sogar auf die Terrasse geworfen worden ist. Weil der Weg mehrfach über Privatgrund führe und kein Wegerecht an dieser Stelle eingetragen sei, seien der Marktgemeinde die Hände gebunden, sagt die Bürgermeisterin.

Dennoch wird derzeit versucht, eine Lösung zu finden. „Wir schauen, ob der Weg umgeleitet werden kann“, sagt Vanni. Viele Peißenberger und auch Wanderer und Spaziergänger von außerhalb hätten sich schon bei ihr gemeldet, um sich zu erkundigen, warum der Weg gesperrt ist. Jeden Tag gehen mehrere E-Mails und Anrufe wegen der Sperrung bei Vanni ein. Die Bürgermeisterin ist zuversichtlich, dass das auf lange Sicht auch klappt, fürchtet aber, dass es noch eine Weile dauert, bis der „Schäfflerweg“ wieder begangen werden kann. „Es kann sein, dass wir den Weg über den Bach führen müssen“, sagt Vanni.

Sie appelliert an Hundebesitzer, Radfahrer, Spaziergänger und Wanderer, sich so verhalten, dass nicht alle Privateigentümer auf Dauer ihre Wege sperren, weil sie sich über das Benehmen derer ärgern, die die Wege über ihre Grundstücke nutzen. Denn die meisten Wege verlaufen teilweise über Privatgrund.

Lesen Sie mehr über die Problematik von Hundekot in derNatur.

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