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Mit Vorsicht zu genießen: Das PKG-Wehr bei Peißenberg. Am Samstag passierte dort ein Badeunfall, der tödlich endete. Das Wehr soll voraussichtlich noch ab Herbst umgebaut werden. 

Umbau ab Herbst

PKG-Wehr wird entschärft

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Peißenberg - Rückströmungen machen das PKG-Wehr  gefährlich. Das Wasserwirtschaftsamt will es  darum voraussichtlich ab Herbst umbauen. 

Es gilt als tückisch – das hat sich auch am vergangenen Samstag wieder bestätigt, als am AmmerhöferWehr im Peißenberger Ortsteil Wörth ein junger nigerianischer Asylbewerber nach einem Badeunfall starb. Und auch im vorigen Jahr wäre beinahe eine 75-jährige Böbingerin dort ertrunken.

Das Schild, das auf die Lebensgefahr beim Baden im Wehrbereich hinweist, steht schon seit die Anlage existiert, sagte Bernhard Müller, Abteilungsleiter für den Landkreis Weilheim-Schongau beim Wasserwirtschaftsamt in Weilheim. Dies ist seit den 1930er Jahren der Fall. Das Wehr selbst gehört dem Freistaat Bayern.

Der „Peissenberger Kraftwerks Gesellschaft“ (PKG), von der auch der Name „PKG-Wehr“ stammt, gehört laut Müller noch ein sogenanntes Ausleitungsbauwerk, durch das Kühlwasser von der Ammer zum Kraftwerk fließt.

Bei Bauwerken wie Wehren gebe es grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht, so Müller. Diese wird durch ein Schild erfüllt, das auf die Gefahr hinweist, die von einem Wehr ausgeht. Mit dem Schild, das auch am PKG-Wehr angebracht ist, so Müller, sowie mit den Geländern, sei die Haftung bei Vorfällen wie dem jüngsten tödlichen Badeunfall ausgeschlossen.

Für Kajakfahrer sei etwa 200 Meter weiter oberhalb ein Schild angebracht, das darauf hinweist, dass die Boote um das Wehr herumgetragen werden müssen. Dies sei auch in einschlägigen Boots- und Kajakforen bekannt.

Gefährlich am PKG-Wehr seien vor allem Rückströmungen, die an der Wasseroberfläche entstehen, sagte Müller. Diese erkenne man zum Beispiel am Treibgut, das über dem Wehr hängen bleibe. Diese Gefahr sei mitunter auch ein Grund, warum das PKG-Wehr in naher Zukunft umgebaut werde. „Wir stecken mitten in der Planung“, sagte Müller.

Eine Rampe soll über die Flussbreite gehen

Das Wehr soll voraussichtlich im kommenden Herbst oder Winter umgebaut werden. Dabei ist eine Art Fischrampe geplant, die über die ganze Breite des Flusses gebaut werden soll. Damit soll die Ammer für Fische durchgängig gemacht werden. Zu den Kosten konnte Müller noch keine Auskunft geben, da noch Studien vorliegen.

Die Fertigstellung des Umbaus des PKW-Wehrs sei für das Frühjahr 2017 geplant. Der Zeitraum für die Maßnahmen werde so gewählt, da in dieser Zeit die Hochwassergefahr am geringsten sei.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim müsse sich zuvor außerdem noch mit der PKG abstimmen, da das Aus- und Wiedereinleitungsrecht noch bei dieser liege.

Die Gesellschaft sei dem Umbau des Wehres gegenüber aber positiv eingestellt, sagte Müller.

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