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Einen Teil dieses Hauses möchte das Landratsamt als Unterkunft für Asylbewerber nutzen – sie sollen in den ehemaligen Räume der „HypoVereinsbank“ untergebracht werden. Im Rest des Hauses, der als Wohnraum genutzt wird, ändert sich nichts. 

Pläne des Landratsamts

Ehemalige Bank als Asylunterkunft?

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Peißenberg - In die leerstehende „HypoVereinsbank“ sollen Asylbewerber einziehen, so die Pläne des Landratsamts. Der Bauausschuss war empört und lehnte den Antrag mit 8:1 Stimmen ab.

Leere Fensterfronten entlang der Hauptstraße – sie treiben die Peißenberger um. Im Marktgemeinderat träumt man von florierenden Geschäften und Läden entlang der Straße. Da passt der Antrag, den der Bauausschuss zu behandeln hatte, nun gar nicht ins Konzept: Das Landratsamt möchte in den Räumen der früheren „HypoVereinsbank“ an der Hauptstraße 67 eine Asylbewerberunterkunft für 19 Personen schaffen. Durch den Einbau von Wänden und Türen sollen in der einstigen Filiale, die rund 160 Quadratmeter Fläche hatte, Zwei- bis Vierbettzimmer und Sanitäranlagen geschaffen werden. Mit 8:1 schmetterten die Ausschussmitglieder das Anliegen ab. Wohlwissend, dass womöglich trotzdem Flüchtlinge einziehen werden.

Denn das Landratsamt kann als übergeordnete Behörde prüfen, ob das gemeindliche Einvernehmen von ihm ersetzt werden kann. „Das ist eine rein rechtliche Überprüfung“, sagte Hans Rehbehn, Pressesprecher am Landratsamt, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die Gemeinde müsste also einen triftigen Grund für ihre Ablehnung vorlegen.

Dass die Ausschussmitglieder den nicht haben, ahnten sie bei der Diskussion selbst. „Wir können jetzt sagen, wir wollen das nicht“, sagte Bürgermeisterin Manuela Vanni. „Aber das Landratsamt kann uns überstimmen.“ Jürgen Forstner (Peißenberger Bürgervereinigung) formulierte es kurz und knapp: „Ober sticht Unter. Wir haben eh keinen Einfluss, was mir stinkt.“

Denn die Lage der Unterkunft passt dem Bauausschuss gar nicht. „Ich finde es nicht gut, in einem ehemaligen Laden an der Hauptstraße eine Unterkunft zu schaffen“, sagte Vanni. Forstner befürchtete: „Das schmälert den Wert für die anderen Geschäfte enorm.“ Denn im Umkreis sind unter anderem eine Buchhandlung, ein Sportgeschäft und zwei Läden, die Musikinstrumente anbieten. Die direkt benachbarte Bäckerei hat erst vor wenigen Tagen geschlossen. „Mittendrin unter den Geschäften, die schon kämpfen müssen“, eine Unterkunft zu schaffen, „das ist doch nicht hinnehmbar“, schimpfte Forstner. Werner Haseidl (CSU/Parteilose), der auch die beengten Verhältnisse als „Gefahr“ sieht, sah das genauso: „Man wünscht sich ja eigentlich, dass das Gewerbe wieder in Schwung kommt.“

Doch hat dieser Wunsch eine Chance, zeitnah erfüllt zu werden? Jutta Geldsetzer (SPD) glaubt das nicht. „Wir haben das Problem, dass die Leute in Peißenberg nicht in Peißenberg einkaufen, sondern nach Weilheim fahren“, sagte sie. „Ich sehe in absehbarer Zeit keine schöne Ladenstraße hier.“ Mit der Nutzung als Unterkunft stünden die Räume wenigstens nicht leer, betonte sie. Zudem sah Geldsetzer es positiv, dass die Flüchtlinge so in einem Gebäude untergebracht werden – und nicht in Traglufthallen oder Turnhallen. Sie sprach sich als einziges Ausschussmitglied für die Pläne aus.

Der Rest des Gremiums konnte ihren Argumenten nichts abgewinnen. Bürgermeisterin Vanni befürchtete eine „Sog-Wirkung“, wenn der erste Laden als Unterkunft genutzt wird – immerhin stehen auch andere Geschäftsräume im Ort frei. Die Angst, dass noch weitere umgenutzt werden, war bei mehreren Ausschussmitgliedern groß. Vor allem Forstner gab sich kämpferisch. „Da muss man sich auf die Hinterfüße stellen“, sagte er. „So geht’s einfach nicht. Außerdem finde ich, dass wir als Gemeinde schon genügend Asylbewerber aufgenommen haben.“ Derzeit sind es 174.

Ob 19 weitere an dem Gebäude an der Hauptstraße untergebracht werden, ist nun unklar. Landratsamtssprecher Rehbehn konnte gestern noch keine Auskunft geben, ob die Behörde nach dem Peißenberger „Nein“ an ihrem Plan festhält. „Der Mietvertrag ist jedenfalls noch nicht unterschrieben“, sagte Rehbehn.

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