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Dieses Team leitet die „Plattform Trialog“ in Peißenberg: (v.l.) Monika Inzinger, Oberärztin Dr. Maria Epple und Christine Ulbrich. 

kbo-Lech-Mangfall Klinik Peißenberg

„Plattform Trialog“ soll psychisch Kranken helfen

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Bei der neuen „Plattform Trialog“ der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Peißenberg können sich psychisch Kranke, deren Angehörige und Experten im lockeren Gespräch austauschen.

Peißenberg – Der Umgang mit einer psychischen Erkrankung ist nicht leicht – nicht für den Betroffenen, nicht für seine Angehörigen. Was können sie tun? Was sollten sie lassen? Wie geht man am besten miteinander um? Diese Fragen kommen Betroffenen und ihren Lieben in den Sinn. Die können sie künftig bei der „Plattform Trialog“ loswerden – die bietet die „kbo-Lech-Mangfall Klinik Garmisch-Partenkirchen“ ab kommender Woche in der Tagesklinik in Peißenberg an. Dort tauschen sich Betroffene, Angehörige und Experten in lockerer Runde – und auf Augenhöhe – aus. Das erste Seminar wird am Dienstag, 2. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr angeboten. Das zweite ist für 11. Juli geplant. Ziel ist es, dass die Plattform dauerhaft stattfindet.

Solche Angebote gebe es in anderen Regionen schon längere Zeit „mit Erfolg“, sagt Chefarzt Dr. Florian Seemüller. Vor etwa einem halben Jahr kam dann die Idee auf, eine solche Gruppe auch in der Region aufzubauen. Peißenberg sei dafür der geeignete Ort. „Wir haben hier einen starken ambulanten und teilstationären Schwerpunkt“, sagt Seemüller. „Der Bedarf ist hoch.“ Zudem gebe es bisher kein Angebot, das sich explizit auch an Angehörige richtet – sie können die „Plattform Trialog“ in Peißenberg auch dann besuchen, wenn der Betroffene selbst nicht mitkommen möchte.

Die Teilnahme an dem Seminar ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich – man kann einmal kommen oder auch regelmäßig. In der Runde hat zudem jeder das Recht, anonym zu bleiben. Und die Teilnehmer können selbst entscheiden, ob sie nur zuhören oder auch etwas sagen möchten. Eine Redepflicht gibt es nicht. Geleitet wird das Angebot von der Oberärztin Dr. Maria Epple sowie Monika Inzinger und Christine Ulbrich. Sie nutzen den Raum auch, um Wissen zu vermitteln und die Beteiligten zu schulen, sofern sie das möchten.

„Das ist ein ganz offenes Forum“, sagt Seemüller. „Patienten, Angehörige und Experten werden gleichberechtigt anerkannt.“ Gemeinsam könne man nach individuellen Lösungen suchen, voneinander lernen – und Verständnis entwickeln. „Manchmal ist es nicht so leicht, vom eigenen Partner etwas anzunehmen“, beschreibt Seemüller. Wenn man es aber von der Frau eines anderen Patienten hört, falle das manchmal leichter. Zudem würden die Betroffenen in den Runden sehen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind.

Beim ersten Treffen werden die Experten das Konzept der „Plattform Trialog“ vorstellen. Zudem ist ein Kennenlernen geplant und es können Ideen und Wünsche eingebracht werden. Die Themen orientieren sich an den Anwesenden, ihren Krankheitsbildern und Symptomen.11

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