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Die Stühle sind schon hochgeklappt: Die Gaststätte „Plötzlich“ schließt. 

Abschiedsparty ist am Samstag

„Plötzlich“ macht dicht

Und wieder verschwindet ein Stück Tradition in Peißenberg: Ende Juli schließt Wirtin Carmen Köhler ihr Bistro „Plötzlich“. Zum Finale wird es noch einmal eine „Abschiedssause“ geben. Für die Gaststätte wird es vermutlich ein Abschied für immer sein.

Peißenberg – Die Plötz-Gaststätte an der Hauptstraße 83 gehört zweifelsohne zu den ortsbildprägenden Gebäuden in Peißenberg. Sie ist das letzte bauliche Überbleibsel der ehemaligen Plötz-Brauerei. Nun aber ist Schluss – zumindest mit der gastronomischen Nutzung. Am 27. Juli steigt im Bistro „Plötzlich“ die Abschiedsparty mit DJ Mücke.

 Über die Hintergründe der Schließung will Carmen Köhler öffentlich nicht sprechen: „Es ist halt jetzt einfach so“, erklärt die Wirtin auf Nachfrage der Heimatzeitung. Was genau mit dem Gebäude passieren wird, ist nicht bekannt. Dem Vernehmen nach soll die Gaststätte aber generell nicht mehr weitergeführt werden. Doch das sind nur Gerüchte. 

Auch ein paar Meter weiter im Rathaus weiß man nicht, was der Investor vorhat. Laut Bürgermeisterin Manuela Vanni handelt es sich um ein Immobilienunternehmen: „Es ist jetzt ein Dreivierteljahr her, dass die Firma bei uns mit einem Architekten im Bauamt war“, berichtet die Rathauschefin: „Sie haben sich aber seitdem nicht wieder bei uns gemeldet.“ Planungsrechtlich würde es aufgrund der fehlenden Abstandsflächen „ziemliche Probleme“ mit dem Grundstück geben. Durch das angrenzende Neubauprojekt werde das Quartier schon bald „relativ zugebaut“ sein. Vanni würde es bedauern, wenn die nicht unter Denkmalschutz stehende Plötz-Wirtschaft abgerissen werden sollte: „Das wäre schon sehr schade. Aber uns ist nichts Konkretes bekannt.“

Plötz-Gaststätte steht schon lange zum Verkauf

Die Plötz-Gaststätte, in deren obere Geschosse das Landratsamt Flüchtlinge einquartiert hat, steht schon lange zum Verkauf. Über seine in Penzberg ansässige Bauträgerfirma hatte August Liebhardt die Immobile Anfang der 1990er Jahre aus der Insolvenzmasse des damaligen Eigentümers Ulrich Backeshoff heraus erworben. Liebhardt tat sich mit der Vermarktung schwer. Für das in die Jahre gekommene Gebäude fand sich bislang kein Käufer. Pläne für ein Hotel oder Seniorenheim wurden wieder verworfen. 

Zwischenzeitlich tauchte im Rathaus ein Geldgeber auf, der laut Bürgermeisterin eine sehr gefällige Planung vorgelegt habe: „Davon waren wir alle recht begeistert. Er hätte das schöne Gebäude an der Straße so stehen gelassen“, berichtet Vanni. Aus „irgendeinem Grund“ sei das Projekt aber nicht zustande gekommen.

Bernhard Jepsen

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