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Zwei Photovoltaik-Freiflächenanlagen sollen in Peißenberg entstehen. 

PV-Freiflächenanlagen in Peißenberg nehmen erste Hürde

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Es war eine Grundsatz-Entscheidung und sie fiel positiv aus: Demnach befürwortet es der Marktrat ausdrücklich, dass bei der Alten Bahn zwei Photovoltaik-Freiflächenanlagen installiert werden. 

Peißenberg– Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und die Gemeindewerke unabhängiger von den Unwägbarkeiten der Strombörse machen: Das sind grob umrissen die Ziele, die mit den beiden Freiflächenanlagen (Leistung gesamt: 1500 kW) am Dornbichlweg erreicht werden sollen (wir berichteten). Das Gemeinschaftsprojekt der Peißenberger Energiegenossenschaft und der Gemeindewerke steckt noch in der Vorplanung. Mit einem konkreten Bauantrag ist wohl frühestens in einem halben Jahr zu rechnen.

Eine erste Hürde hat das Projekt aber bereits genommen: Der Marktrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit für eine Änderung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung von Flächen für PV-Großanlagen ausgesprochen. „Wir wollen ja die Energiewende – und wir können da auch gar nicht dagegen sein“, sagte Peter Guffanti (Peißenberger Liste) und verwies damit in der Diskussion im Gemeinderat auf die aktuelle Stimmungslage in der Bevölkerung in der Marktgemeinde. Auch Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung; „Das Projekt ist super“) und Robert Halbritter („Das ist eine tolle Sache“) sprachen sich für die PV-Anlagen aus.

Der SPD-Fraktionssprecher monierte allerdings, dass die Energiegenossenschaft die Anlieger mit einem Info-Brief unnötigerweise „rebellisch“ gemacht habe: „Da hätte man sich noch Zeit lassen können.“ Auch Bürgermeisterin Manuela Vanni kritisierte die Genossenschaft: „Besonders geschickt war es nicht, den Anliegern das jetzt einzuwerfen.“

Zum Hintergrund: Die Energiegenossenschaft wollte vermeiden, dass die Anlieger von den Plänen aus der Zeitung erfahren. In dem neutral formulierten Info-Brief wird neben einer Beschreibung des Sachverhalts ein Nachbarschaftstreffen angekündigt, das voraussichtlich noch in diesem Jahr stattfinden soll. Auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärte Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl, dass es bislang keine Protestwelle von Anliegern der „Alten Bahn“ gegeben habe. Diese hatten die Andeutungen von Stefan Rießenberger im Marktrat vermuten lassen. „Wir müssen uns auf Gegenwind einstellen. Nicht alle sehen das Projekt positiv“, konstatierte der BV-Fraktionssprecher. Inhaltliche Kritik an den Plänen kam lediglich von Werner Haseidl (CSU/Parteilose). Die Idee für PV-Freiflächenanlagen sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, allerdings sei es nicht optimal, dass das Projekt auf zwei auseinanderliegenden Grundstücken geplant werde. Auch müsse man sich sehr gut überlegen, wie man die PV-Anlagen installiert: „Man sollte die Module erhöhen, damit man mit dem Boden darunter auch noch etwas anfangen kann“, so Haseidl. Doch all das sind Fragen, die laut Bürgermeisterin Vanni erst im konkreten Bauantragsverfahren relevant werden. Die Grundstücke am Dornbichlweg sind bislang übrigens die einzigen Standorte, die für PV-Freiflächenanlagen auf Peißenberger Flur näher ins Visier genommen wurden. „Weitere konkrete Flächen gibt es bislang noch nicht“, berichtete Vanni.

Zwar plane der Verein „Lebenswertes Peißenberg“ an der Umgehung (B472) einen Lärmschutzwall zu errichten und selbigen mit PV-Modulen zu bestücken, „aber dafür hat man noch nicht einmal die Grundstücke“, so Bürgermeisterin Vanni.

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