+
Das Freibad der „Rigi-Rutsch’n“ ist nach dem Brand wieder geöffnet. Im Gebäudeteil mit den blauen und gelben Markisen befindet sich das kleine Innenbecken, das durch die Reha-Ambulanz genutzt werden könnte. 

Neue Details vorgelegt

Reha-Ambulanz als Chance für die „Rigi-Rutsch’n“

Wird aus dem „Freizeit- und Bäderpark“  ein „Freizeit- und Gesundheitspark“? Möglicherweise. In den zuständigen Gremien der Gemeindewerke wird  intensiv über den Aufbau eines ambulanten Rehabilitationszentrums im Betriebsgebäude der „Rigi-Rutsch’n“ diskutiert.

Peißenberg–  Nachdem letzte Woche eine interne Sondersitzung des Marktrats zum Thema stattfand, gaben Werkleiter Günther Forster und Bürgermeisterin Manuela Vanni nun bei einem Pressegespräch erste konzeptionelle Details preis. Der Grundtenor: Die ambulante Reha-Einrichtung könnte eine „große Chance“ sein, den Betrieb in der „Rigi-Rutsch’n“ nachhaltig zu sichern und Peißenberg nach der Schließung des Krankenhauses wieder als Gesundheitsstandort zu etablieren. Geistiger Urheber und Ideengeber für eine mögliche Reha-Ambulanz in der „Rigi-Rutsch’n“ ist Reinhard Huber. Der Gesundheitsökonom betreibt im „Primacon“-Gebäude an der Alten Kohlenwäsche ein Büro und genießt dem Vernehmen nach in der Branche einen ausgezeichneten Ruf. Sein Konzeptvorschlag, so wird berichtet, ist in der Sondersitzung von Fachleuten wie Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Schongau, sowie den Orthopäden Dr. Karl Flock (Weilheim) und Dr. Philipp Schwarz (Peißenberg) ausdrücklich goutiert worden. Konkret geht es bei Hubers Idee um eine Reha für den Indikationsbereich von orthopädischen Erkrankungen und die Behandlung von Bewegungsstörungen zum Beispiel bei Schlaganfall- oder Parkinsonpatienten. Der Bedarf für eine Ambulanz ist in der Region offenbar gegeben.

Aufgrund moderner, minimalinvasiver Operationstechniken, so heißt es, würde die stationäre Rehabilitation an Bedeutung verlieren. Auch der demografische Wandel fördere die Nachfrage. Zudem könne die Rehabilitation die Strategie der wohnortnahen Krankenversorgung im Landkreis unterstützen. Die Einrichtung würde auch Kassenpatienten offenstehen. „Mit der Krankenhaus GmbH hat es schon Gespräche gegeben. Die Reha wäre eine gute Ergänzung“, so Vanni beim Pressegespräch.

Und warum ist ausgerechnet die „Rigi-Rutsch’n“ als Standort für eine Reha-Ambulanz so prädestiniert? „Weil die Anbindung an die Freizeiteinrichtung ein Alleinstellungsmerkmal darstellt“, so Forster. Die vorhandene Infrastruktur mit Hallenbad, Duschen und Umkleiden sei für den Aufbau einer Reha-Einrichtung „exzellent geeignet“. Das Hallenbad könnte außerhalb der Reha-Öffnungszeiten auch für externe Nutzungen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise für Aquagymnastik- oder Babyschwimmkurse. In diesem Zusammenhang werde auch diskutiert, ob die Saunalandschaft weiterbetrieben werden kann. Forster spricht insgesamt von einem „Mischbetrieb“ und der „momentan sinnvollsten Variante“.

Das alles klingt aus Sicht der Gemeindewerke vielversprechend und lukrativ. Ein neues Geschäftsfeld könnte Erträge schaffen, die wiederum das Defizit des Freibadbetriebs in der „Rigi-Rutsch’n“ auffangen und Gewinneinbrüche in anderen Sparten abfedern könnten: „Die Margen auf dem Strommarkt werden nicht größer, soviel ist sicher“, prognostizierte Forster.

Doch entschieden ist noch gar nichts. Zunächst müssen grundlegende Fragen geklärt werden, unter anderem, wie die Reha-Einrichtung in das Kommunalunternehmen (KU) „Gemeindewerke“ integriert werden kann – als eigene Sparte, als Tochterunternehmen oder als verpachteter Fremdbetrieb. Unklar ist zudem, wie die Trennung zwischen Freibad und Reha baulich und organisatorisch bewerkstelligt werden kann. Außerdem müssen betriebswirtschaftliche Risiken sowie steuer- und kommunalrechtliche Fragen geklärt werden. Konkrete Zahlen und einen Zeitplan für das Projekt gibt es ebenfalls noch nicht. Nur eines steht bislang fest: Wenn in der „Rigi-Rutsch’n“ tatsächlich eine Reha-Einrichtung eröffnet wird, dann soll sie „Zentrum für ambulante Rehabilitation Oberland“ heißen.

Bernhard Jepsen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Scheibe eingeschlagen und Polizisten beleidigt
Ein Bad Kohlgruber  wurde von einem Zeugen  beobachtet, wie er eine Scheibe einschlug. Als die Polizei den 21-Jährigen mitnehmen wollten, wurden sie übelst von ihm …
Scheibe eingeschlagen und Polizisten beleidigt
Auto ragt in Radweg: Radler sieht Rot
Ein Auto ragte zwischen Penzberg und Iffeldorf in den Radweg - was einen Radler erzürnte. Er schlug zu.
Auto ragt in Radweg: Radler sieht Rot
Premiere fürs „Bernrieder Musikfestival“
Bernried bekommt ein Musikfestival: Der im Ort aufgewachsene Jazzgeiger Max Grosch hat es initiiert und wird es am 30. Juli selbst mit einem Open-Air beim …
Premiere fürs „Bernrieder Musikfestival“
„Viele fühlen sich  zu jung für den Seniorenkreis“
Der Seniorenkreis  der evangelischen  Gemeinde  Peißenberg feiert seine 50-jähriges Bestehen.  Er trifft sich zweimal im Monat.
„Viele fühlen sich  zu jung für den Seniorenkreis“

Kommentare