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Reichhart führt jetzt die Bürgervereinigung

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Von: Bernhard Jepsen

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Der neue Vorstand der Bürgervereinigung: Petra Bauer und Matthias Reichhart (sitzend) sowie (v.l.) Margarita Höck (2. Kassiererin), Uli Franz, Stefan Rießenberger, Gabriele Maerz, Alexander Rossner, Susanne Dirschowski. © Jepsen

Die Peißenberger Bürgervereinigung zieht mit einer neuen Führungsspitze in den anstehenden Kommunalwahlkampf: Anstelle von Stefan Rießenberger übernahm bei der jüngsten Hauptversammlung Matthias Reichhart das Amt des Vorsitzenden. Dessen bisherigen Stellvertreter-Posten bekleidet künftig Petra Bauer.

 „Was macht eigentlich jetzt der Herr Rießenberger?“ Es war eine vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Frage, die Bürgervereinigungs-Urgestein Margarita Höck zur Zukunft des scheidenden Vorsitzenden stellte, als bei der Hauptversammlung der Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ anstand. Die Antwort von Wahlleiter Alexander Rossner fiel entsprechend launig aus: „Der zieht sich jetzt aufs Altenteil zurück.“

Das macht Rießenberger natürlich nicht. Der wahre Grund für den Rückzug: Erst vor zwei Monaten wurde der Marktratsfraktionssprecher der Bürgervereinigung zum TSV-Präsidenten gekürt – und das Amt fordert volle Konzentration: „Mein Rücktritt als Vorsitzender hat nichts mit der Bürgervereinigung zu tun. Es geht sich zeitlich leider nicht mehr aus“, betonte Rießenberger, der in der Kommunalpolitik trotzdem weiter an vorderster Front mitmischt: Sein Sprecheramt im Marktrat behält er, und im neuen Vorstand der Bürgervereinigung fungiert er neben Uli Franz und Alexander Rossner als Beisitzer. Sein Wort hat also bei der Bürgervereinigung nach wie vor Gewicht. Zum neuen Vorsitzenden kürten die elf anwesenden Vereinsmitglieder (insgesamt sind es derzeit 33) Matthias Reichhart ebenso einstimmig wie Petra Bauer als stellvertretende Vorsitzende, Susanne Dirschowski als Schriftführerin und Gabriele Maerz als Kassiererin.

Reichhart wies in der Versammlung darauf hin, dass die nächsten zwei Jahre bis zur Kommunalwahl „nicht ganz einfach“ werden. Es müsse ein Wahlprogramm aufgestellt und entsprechend Werbung dafür gemacht werden. Reichhart will dabei verstärkt auf Teamarbeit setzen: „Mein Wunsch ist es, dass wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen.“

Sein Engagement als Vorsitzender will der Marketingfachwirt und zweifache Familienvater nicht als Fingerzeig für mögliche Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus verstanden wissen: „Ich werde definitiv nicht für das Bürgermeisteramt kandidieren“, betonte Reichhart auf Nachfrage der Heimatzeitung. Demnächst will die Bürgervereinigung einen zeitlichen und inhaltlichen Fahrplan für die Kommunalwahl 2020 erstellen. „Das ist alles kein Hexenwerk“, beruhigte Rießenberger die Versammlungsteilnehmer: „Miteinander werden wir das hinbiegen.“

Innerhalb der Fraktion habe man bereits mehrere Namen für die Listenaufstellung diskutiert: „Das ist nicht so leicht, weil nicht jeder gleich ,hier‘ schreit – und die Leute müssen auch zu uns passen“, erklärte Rießenberger – allerdings: „Wir sind da inzwischen auf einem ganz guten Weg.“ Nicht zur Bürgervereinigung passen eindeutig Leute mit rechter Gesinnung. In der Versammlung wurde eine Satzungsänderung abgesegnet, in der sich die unabhängige Wählergruppierung ausdrücklich von „rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen“ distanziert.

Neben dem formalen Akt der Neuwahlen wurde in der Hauptversammlung der Bürgervereinigung auch über die Initiativen und Anträge der Marktratsfraktion berichtet. Reichhart brachte dabei unter anderem das Thema „Gemeinwohlökonomie“ zur Sprache („Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen“), den geplanten Rad- und Fußweg zwischen Saalkurve und „Kaufland“ („Wenn man weniger Autoverkehr im Ort haben will, muss man die Alternativen stärken“) und den abgelehnten Vorstoß zum „Stadtradeln“ („Das wäre ein kleiner Beitrag Peißenbergs zum Klimaschutz gewesen. Wir werden den Antrag wiederholen.“).

Auch zum Erhalt der „Rigi-Rutsch’n“ („Es ist schön, dass sich unser Engagement für das Bad gelohnt hat“) und zum leer stehenden Westflügel des Krankenhauses nahm Reichhart Stellung. So habe man in der Fraktion überlegt, den genossenschaftlichen Wohnungsbau zu fördern. Doch die Peißenberger Baugenossenschaft sei an dem Krankenhausgebäude nicht interessiert. Ebenfalls diskutiert wurde in der Versammlung über einen durchgängigen Gehweg in der Ebertstraße.


Bernhard Jepsen

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