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Im Visier der Kameras: Mehrmals hat das BR-Team Peißenberg besucht, um Pater George (am Tisch, 2. von li.) zu filmen. Neben ihm sitzt Pfarrer Georg Fetsch. 

Reportage über Peißenberger Geistlichen

Pater George und sein Auftritt bei „arte“

Pater George gehört in der Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst schon fast zum Inventar. Nun wird er über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt: Der Inder ist einer der Protagonisten einer Reportage über ausländische Priester in Bayern, die „arte“ zeigt.

Peißenberg – Die Peißenberger hatten sich schon an die Kameras gewöhnt: Beim Seniorennachmittag, beim Schießtraining der Vereinigten Schützengesellschaft, bei der Segnung des neuen Aufzuges im Pfarrheim St. Barbara, in der Pfarrei, bei der Leonhardifahrt und beim Gottesdienst – überall, wo Pater George auftauchte, war ein auch Kamerateam des Bayerischen Rundfunks dabei und drehte. Mehrmals sind die Journalistin und Autorin, Isabella Kroth, und ihr Filmteam im Oktober und November nach Peißenberg gekommen, um den 46-jährigen Pater Georgekutty Joseph, der in Peißenberg Pater George genannt wird, zu begleiten. Der Kaplan stammt aus Indien, ist vor rund neun Jahren nach Deutschland und vor rund zwei Jahren nach Peißenberg gekommen.

Wie das BR-Team auf Pater George gekommen ist, weiß dieser nicht. „Sie haben einfach angerufen“, sagt er. Die Dreharbeiten seien keine besondere Herausforderung gewesen. Er habe eigentlich nichts anders gemacht, als sonst auch. Nur habe er sich erst an die Kameras gewöhnen müssen und daran, sie nicht zu beachten. „Ich durfte die Kamera nicht anschauen“, erzählt Pater George.

Das Ergebnis dieser Kamerapräsenz in der Marktgemeinde ist am kommenden Mittwoch auf „arte“ zu sehen in dem Beitrag „Gottes Gastarbeiter – ausländische Pfarrer in Bayern“. Isabella Kroth hat den Geistlichen in Peißenberg bei so vielen Situationen begleitet, dass diese in einem anderen Beitrag gesendet werden. Voraussichtlich läuft dieser zweite Beitrag, eine Dokumentation, Mitte Februar im Bayerischen Fernsehen.

Sie habe sich dazu entschlossen, Pater George portraitieren zu wollen, als sie gehört habe, dass in Peißenberg ein indischer Kaplan arbeitet, der dann auch noch die Predigt bei der Leonhardifahrt halte, sagt die Journalistin. Neben Pater George werden in dem „arte“-Beitrag, der am kommenden Mittwoch läuft, noch zwei weitere „Importpriester“ vorgestellt, wie sie in der Ankündigung des Fernsehsenders genannt werden. Geistliche aus dem Ausland sind wegen des Priestermangels hierzulande vermehrt in bayerischen Pfarreien im Einsatz. In der Reportage werden auch die Schwierigkeiten beleuchtet, die sich für die Priester in der Fremde auftun.

Pater George sagt, er habe seinen Entschluss, ins Ausland zu gehen, nie bereut – auch wenn er diesen relativ überraschend gefasst habe. „Ich habe nie gedacht, dass ich außerhalb von Indien tätig sein würde“, sagt er. Pater George wurde 1971 in der Region Kerala in Indien geboren. Er wuchs mit acht Geschwistern auf und hat nach seiner Schulausbildung den Weg Richtung Priesterlaufbahn eingeschlagen. „Bei uns dauert die Priesterausbildung 14 Jahre lang“, erzählt er. Nach der Priesterweihe hat Pater George in einem Ordenskrankenhaus in Indien gearbeitet. „Da hat mich der deutsche Bischof gefragt, ob ich nach Deutschland gehen möchte.“ Er habe „ja“ gesagt. „Damals war ich mutig“, sagt der Kaplan. Er hat Sprachkurse belegt, „dann bin ich hierhergekommen.“

Heimweh gebe es für ihn nicht, sagt er, obwohl er vermisse, was er zurückgelassen hat. Ein Mal im Jahr fliegt er nach Indien, um seine Verwandten und Freunde zu besuchen, und irgendwann will er auch wieder dorthin zurückgehen, das weiß er jetzt schon. Aber noch ist es nicht so weit: „Solange sind Bayern und Peißenberg ein gutes Zuhause“, sagt der Kaplan, der festes Mitglied im Schützenverein ist.

Der Beitrag „Gottes Gastarbeiter – ausländische Pfarrer in Bayern“ ist am  Mittwoch, 17. Januar, um 19.40 Uhr auf „arte“ zu sehen. Die Dokumentation „DokThema“ läuft voraussichtlich am 14. Februar, um 22 Uhr im BR.

 Kathrin Hauser

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