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Automobile Träume parkten am Samstag in Peißenberg dicht an dicht. Da geriet man beim Bummel durch die Autoreihen schon schnell ins Schwärmen. Die Besucherresonanz war wie immer hervorragend.

Oldtimerfreunde feiern

Riesenandrang beim Treff der „Gasoline-Gang“: Nostalgische Automobil-Zeitreise

Ein Wohlfühl-Ambiente für Technik- und Autofreunde war am Samstag beim achten Oldtimertreffen auf dem Tiefstollengelände geboten. Neben viel Chrom und historischem Rost hatte die „Gasoline Gang Peißenberg“ auch für Musik aus den sechziger Jahren gesorgt.

Peißenberg – „Die Zeitreise soll stimmen“, so Kurt Guffanti, einer der Organisatoren der Veranstaltung, die Besucher sollten die Möglichkeit haben, „einen Tag in einer alten Zeit“ zu verbringen.

So lag der Schwerpunkt – automobil, textil und musikalisch – auf den sechziger Jahren. Rock ‘n Roll, Petticoat-Mode und verchromtes Blech bestimmten das Bild. Die Spanne reichte aber weiter: von den 20er Jahren über Fahrzeuge, die Geschichte geschrieben haben wie der Willys Jeep, bis zu den Etappen des Wirtschaftswunders – vom BMW Schlaglochsucher über den ersten Bulli von VW bis zum einstigen Statussymbol Opel „Diplomat“.

Lesen Sie auch: Aufatmen bei der Gasoline-Gang: Oldtimertreff darf stattfinden

In die Nostalgie mischte sich auch etwas Ostalgie. Der 95-jährige Ehrengast Leo Krabler wurde von seinem Enkel im Beiwagen eines MZ-Gespanns an den Tiefstollen gefahren. Simson-Mopeds aus der DDR-Zeit waren ebenfalls zu sehen.

Dass auch viel Rost kein Hinderungsgrund für einen ersten Preis ist, zeigte sich bei der Fahrzeugprämierung. So kam eine fahrtaugliche Ur-Vespa, die noch im Originalzustand ist, auf den ersten Platz der Wertung kleiner motorisierter Zweiräder. Sie verdrängte damit eine schön restaurierte Vespa aus dem Jahr 1965 auf den zweiten und eine NSU „Quickly“ von 1957 auf den dritten Platz.

Oldtimertreffen in Peißenberg: Die besten Bilder

Den ersten Platz der Kategorie „Europäische Klassiker“ teilten sich zwei „Isetta“ von BMW. Die Jury sah keine Möglichkeit, sich für eine der beiden Knutschkugeln mit Fronttür zu entscheiden.

Lissy Barfüßer, mit Kathrin Schneider, Forst „Wir sind mit einem Cadillac de Ville, Baujahr 1969, da. Wir haben das Auto vor drei Jahren gekauft. Es ist ein Hobby. Ich schätze an dem Fahrzeug, dass es auch für Frauen schön zu fahren ist, obwohl es fast sechs Meter lang ist. Es hat Automatikgetriebe und Servolenkung und ist auch sonst sehr fortschrittlich. Fast alles funktioniert elektrisch: Fensterheber, Sitzverstellung und Faltdach.“

Bei den US-Cars siegte ein 1959 gebauter Buick Le Sabre. Bei den anderen Kategorien ging Alter vor Schönheit. So belegten die ersten Plätze ein Motorrad von 1937 und ein 1948 gebauter Abschleppwagen von Ford.

Réneè Heim, Kufstein „Ich bin zum ersten Mal in Peißenberg, mit einem meiner Oldtimer, einem Opel Record C von 1966. Ich bin Mitglied des Oldtimer-Clubs in Erl. An den Autos von damals schätze ich, dass sie leicht zu reparieren sind, weil die Technik übersichtlich ist.“

Wer mehr an textilen als an den Blechkleidern der Autos interessiert ist, kam beim Petticoat-Wettbewerb auf seine Kosten. Neun im Stil der sechziger Jahre gewandete Damen hatten sich der Publikumsjury gestellt. Den lautesten Applaus und damit einen Blumenstrauß gab es für Katrin Elsinger aus Huglfing, gefolgt von Claudia Gorm aus Peißenberg und Pia Winterholler aus Augsburg.

Kurt und Katharina Guffanti, Peißenberg „Wir schätzen die Offenheit der Oldtimertreffen. Hier kann jeder mitmachen, der sich für solche Fahrzeuge interessiert, egal, ob er ein kleines Moped hat oder eine große Limousine. Es gibt hier auch keine Beschränkung auf Fahrzeugmarken.“

Das Oldtimertreffen ist inzwischen international geworden. Die Fahrer kamen nicht nur aus dem süddeutschen Raum, sondern auch aus Österreich und der Schweiz. VON ALFRED SCHUBERT

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