Ein großer Ast liegt am Boden
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Ein großer Ast ist auf einen Fußballtrainingsplatz in Peißenberg gekracht.

Schon lange ein Ärgernis

Das hätte auch anders ausgehen können - „Riesenglück“ bei C-Jugendspiel in Peißenberg

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Das hätte böse enden können: Beim ersten Herbststurm am Samstag krachte im Peißenberger Sportzentrum ein großer Teil eines Eichenbaums auf einen Trainingsplatz. Zeitgleich fand ein C-Jugendspiel der TSV-Nachwuchskicker statt.

  • Eine spontane Entscheidung sorgte dafür, dass die Fußball-C-Jugend des TSV Peißenberg im Sportstadion spielte.
  • Das stellte sich als großes Glück heraus
  • Ein großer Ast krachte im Peißenberger Sportzentrum auf einen Trainingsplatz

Peißenberg – Nur selten tragen die C-Jugendkicker des TSV Peißenberg ihre Punktspiele im Wörther Sportstadion aus. Das Spielfeld ist für die Altersklasse eigentlich zu groß. Doch am Samstagvormittag spielten der Nachwuchs und die Gastmannschaft vom SV Polling im Stadion gegeneinander. Die Platzeinteilung wurde am Vorabend so festgelegt: Weil die A-Jugend am Freitag auf dem von den Fußballern so benannten „San-Siro“-Trainingsplatz ein Punktspiel bestritt, wollte man das Geläuf am nächsten Tag schonen. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war das eine weise respektive glückliche Entscheidung.

Während das C-Jugendspiel am Samstag lief, hallte laut Ulrich Pech auf einmal „ein lautes Scheppern“ durchs Stadion. Der Abteilungsleiter der TSV-Fußballer war live dabei, sein Sohn kickt selbst in der C-Jugend. Was war passiert? Von der zwischen dem „San-Siro“ und dem Flutlichttrainingsplatz stehenden Eiche oberhalb des Sportstadions war ein großer Teil des Baumes abgebrochen. Das dicke Astwerk landete im Eckfahnenbereich auf dem „San-Siro“. Der Fußballer-Chef bezeichnet es im Rückblick als „Riesenglück“, dass der Trainingsplatz zu dem Zeitpunkt nicht bespielt wurde oder sich Zuschauer an der Seitenlinie aufhielten. Auch konstatiert Pech, dass kein übermäßig starker Wind geherrscht hat: „Das war eher ein Lüftchen.“ Selbiges hat für den Baumbruch aber gereicht.

Bäume werden regelmäßig geprüft

Beim TSV Peißenberg ist man froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Aber die Baumreihe zwischen den Trainingsplätzen ist den Fußballern schon seit längerem ein Dorn im Auge. Vor allem die Eiche sorgte bei schlechter Witterung auf den Rasenplätzen für Dreck und im Herbst für jede Menge Laub. Auch ein Flutlichtmast musste bereits freigeschnitten werden. Eine Fichte hängt zudem soweit ins Spielfeld, dass an den Ästen oft die Bälle hängen bleiben. Das stört nicht nur den Trainingsbetrieb, sondern kann – wie sich am Samstag zeigte – auch gefährlich werden. „Wir sagen schon lange, dass die Bäume stören. Eigentlich gehören sie weg“, erklärt Pech – allerdings: „Bei der Gemeinde werden die Bäume als eine Art Heiligtum betrachtet.“ Der Fußballerchef betont, dass man die Problematik mit den Bäumen schon mehrmals angesprochen habe – jedoch ohne die gewünschte Resonanz. Der glimpflich verlaufende Baumbruch wäre nach Meinung Pechs nun eine gute Gelegenheit, neben der Eiche auch gleich die Nadelhölzer zu entfernen: „Das sollte man jetzt in Angriff nehmen.“

Aus dem Rathaus heißt es, dass die Eiche im gemeindlichen Baumkataster aufgeführt und auch einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen worden ist – zuletzt am 22. Januar. „Da war der Baum absolut gesund“, beteuert Sonja Mayer, die Grünflächenbeauftragte der Gemeinde. Die nächste turnusmäßige Prüfung wäre im April 2021 fällig gewesen. Mayer analysiert die Abbruchkante des Baumes dahingehend, dass der Ast „definitiv nicht durchgefault“ gewesen sei. Auch sei an der Bruchstelle kein abgestorbenes Gewebe zu erkennen: „Bei Starkwindereignissen kann immer etwas ausreißen“, so Mayer. Von der Fußball-Abteilung sei an sie bezüglich der Baumreihe „noch keine offizielle Anfrage“ herangetragen worden. Allenfalls „in einem Nebensatz“ sei das Thema eventuell erwähnt worden.

Eiche Stück für Stück abgesägt

Laut Mayer soll es demnächst Gespräche geben, wie mit der Baumreihe künftig verfahren wird. Eine schnelle Fällaktion sei aber nicht zu erwarten: „Die Bäume werden nicht morgen wegkommen.“ Mayer verweist in dem Zusammenhang unter anderem auf die vom CSU-Ortsverband initiierte Pflanzaktion „1000 Bäume für Peißenberg“. Eine Fällaktion am Sportstadion wäre laut Mayer bezüglich der Nachhaltigkeitsbemühungen und der Vorbildfunktion der Gemeinde eher „kontraproduktiv“. Trotz allem: Gestern wurde dann doch die Säge angesetzt. Die Eiche – oder das, was von ihr noch übrig geblieben ist – wurde mithilfe einer Hebebühne Stück für Stück abgesägt. Zumindest ein Teilerfolg für die TSV-Fußballer.

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