eine Frau auf einem Steinfisch
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Ingrid Haberl ist Vorstand der Gemeindewerke.

„Rigi-Rutsch´n“: Corona sorgt für Einbußen

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Es war nicht anders zu erwarten: Die Corona-Pandemie hat im Betriebsjahr 2020 für einen schweren Umsatzeinbruch in der „Rigi-Rutsch´n“ gesorgt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Bäderpark statt 354 214 lediglich 188 664 Euro an Erlösen verbuchen. Wie hoch das Jahresdefizit ausfällt, steht noch nicht fest.

  • Die Corona-Pandemie hat zu Umsatzeinbrüchen bei der „Rigi-Rutsch‘n“ geführt
  • Im Juni kamen nur 4000 Badegäste
  • Wie hoch das Defizit ist, steht noch nicht fest

Peißenberg – Die Gemeindewerke haben im Sommer 2020 Aufwand betrieben, um trotz Corona einen Badebetrieb im Freibad zu ermöglichen. Zur Erinnerung: Aufgrund der Hygieneschutzregeln und der beschränkten Besucherkapazität wurden zunächst drei Schwimmzeiten pro Tag angeboten. Später wurde auf einen Zweischichtbetrieb umgestellt. Die Mehrkosten aufgrund des höheren Personalbedarfs und der notwendigen Investitionen in Hygieneschutzvorkehrungen hielten sich halbwegs im Rahmen. Viel schlechter sieht es jedoch bei den Erlösen aus: Im Vergleich zu 2019 konnten allein für das Freibad statt 176 118 nur 95 104 Euro verbucht werden. Die Gründe für den Umsatzrückgang liegen auf der Hand: Statt 62 490 Besucher wie im Vorjahr passierten in der „Corona-Badesaison 2020“ lediglich 27 467 Badegäste die Eingangstore der „Rigi-Rutsch’n“. Aufgrund der Pandemie konnte die Badesaison erst im Juni starten, zudem waren die Witterungsbedingungen in dem Monat extrem schlecht. Zum Vergleich: 2019 notierten die Gemeindewerke im Juni mit 30 709 Badegästen noch einen historischen Besucherrekord. 2020 waren es im selben Zeitraum nur knapp 4000. „Es war nicht nur Corona schuld, sondern zur Hälfte auch das Wetter“, analysiert Werkleiterin Ingrid Haberl den Besucherrückgang. Auch der abgesagte Saisonkartenverkauf habe Besucher und Umsatz gekostet. Haberls Fazit: „Wir haben den Freibadbetrieb trotz Corona den Bürgern zuliebe organisiert. Aber der Grad der Unwirtschaftlichkeit hat sich deutlich verschlechtert.“

Die Chefin des Kommunalunternehmens (KU) spricht von „schweren Umsatzeinbußen“: „Es fehlen uns rund 200 000 Euro an Einnahmen. Bei unserer Finanzsituation ist das schon eine ordentliche Summe.“ Auch der Saunabetrieb hat 2020 nichts auffangen können – im Gegenteil: Nach dem Frühjahrs-Lockdown konnte die Sauna erst wieder Anfang Juli geöffnet werden, bis im November wieder Schluss war. Die Bilanz über das Jahr hinweg: rund 8000 Besucher und knapp 86 000 Euro Umsatz, 2019 waren es über 14 000 Besucher respektive knapp 161 000 Euro an Erlösen. Was Haberl dennoch freut, ist der Aufwärtstrend vor Corona in der Saunalandschaft. Nach dem Großbrand im Bäderpark-Betriebsgebäude 2016 hatte man in dem Bereich viele Kunden verloren. Doch die Zahlen für Januar und Februar, also vor dem Frühjahrslockdown, zeigen deutliche Zuwächse: „Da tut sich etwas in die richtige Richtung“, konstatiert Haberl.

Unterm Strich wird der Bäderpark 2020 ein kräftiges Minus einfahren. Im vor Corona aufgestellten Wirtschaftsplan sind 936 000 Euro prognostiziert worden. Die Werke wählen regelmäßig konservative Ansätze, so dass sich in der Regel bessere Ergebnisse ergeben. Ob das im Zuge von Corona auch so sein wird, ist noch unklar, denn es müssen noch Abschlussbuchungen vorgenommen werden – wobei man laut Haberl die Berechnungen ohnehin „differenziert und kommentiert“ betrachten müsse. Die KU-Chefin meint damit unter anderem die werksinternen Verteilerschlüssel, die unter anderem dazu führen, dass zum Beispiel allgemeiner Verwaltungsaufwand auch der Unternehmenssparte „Bäderpark“ zugerechnet wird, obwohl er in keinem direkten Zusammenhang steht.

Ob die Gemeindewerke eine zweite „Corona-Badesaison“ finanziell verkraften können? Für Haberl stellt sich diese Frage nicht: „Wir werden das bewältigen müssen. Das Bad werden wir deswegen sicher nicht schließen.“

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