Die Rutsche im Peißenberger Schwimmbad gilt als Wahrzeichen der Einrichtung. Nun
muss sie wohl ausgetauscht werden.
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Die Rutsche im Peißenberger Schwimmbad gilt als Wahrzeichen der Einrichtung. Nun muss sie wohl ausgetauscht werden.

Rutsche in Peißenberger Schwimmbad gesperrt

Rigi Rutsch’n: „Wahrzeichen“ außer Betrieb

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Die „Rigi-Rutsch´n“ muss die restliche Sommerbadesaison ohne ihre Hauptattraktion auskommen. Die Wasserrutsche wurde von den Peißenberger Gemeindewerken aufgrund einer Schadstelle im Bahnbelag sicherheitshalber gesperrt. Zuvor hatte sich ein Junge beim Rutschen eine Schnittverletzung zugezogen.

Peißenberg – Sie ist Wahrzeichen und Namensgeber der „Rigi-Rutsch´n“, doch die 60 Meter lange Wasserrutschbahn mit ihrer markanten Beton-Stahlkonstruktion ist in die Jahre gekommen. Schon längere Zeit weiß man bei den zuständigen Gemeindewerken, dass die Anlage erneuert werden muss. Und seit Freitag vergangener Woche ist klar: Es besteht akuter Handlungsbedarf.

An dem Tag hat sich nämlich ein Junge beim Rutschen eine Schnittwunde zugezogen. Keine schwerwiegende Verletzung, aber die Schwimmmeister reagierten sofort. Sie sperrten die Rutsche. Die Ursache für die Verletzung war schnell gefunden. Im unteren Bahnbereich hatte sich im Bahnbelag ein Kunststoffteil gelöst. Wie es dazu kommen konnte, ist laut Werksleiterin Ingrid Haberl unklar. Augenzeugen hätten den Schwimmmeistern berichtet, dass kurz zuvor jemand mit einem Schwimmbrett die Bahn hinuntergerutscht sei. Eventuell hätten sich dadurch Unebenheiten in der Bahn ergeben.

Die Schadstelle, die zur Sperrung des Rutschturms in Peißenberg führte, liegt im unteren Bahnbereich und wurde überklebt.

Rutsche in Peißenberger Rigi Rutsch‘n gesperrt: Kurzfristige Reparatur kommt nicht in Frage

Wie die Kommunalunternehmenschefin Ingrid Haberl betont, wird die Rutschanlage nicht nur regelmäßig vom TÜV begutachtet, sondern auch jeden Morgen vom Freibad-Personal in Augenschein genommen. Eventuelle Schäden werden akribisch protokolliert und sofort ausgebessert. „In der Früh war noch alles in Ordnung. Uns ist unerklärlich, wie die Naht aufgehen konnte.“

Eine kurzfristige Reparatur kommt für die Gemeindewerke nicht in Frage. Spätestens Mitte September endet die Badesaison. „Einzelne Elemente wegen einer Woche Badebetrieb auszutauschen, das wäre unwirtschaftlich“, erklärt Haberl. Doch auch langfristig ist das keine Option. Das abgenutzte Material der Bahnrinne immer wieder zu kitten und die Silikonverfugungen nachzubessern, das geht ins Geld. Auch die Erneuerung einzelner Bahnteile ist keine Lösung. „Das würde einen fünfstelligen Betrag kosten“, erklärt Haberl – und damit wäre am Tragwerk der Rutsche noch nichts getan: „Die Anlage müsste trotzdem ausgetauscht werden – spätestens in zwei oder drei Jahren“, so die Werkleiterin. Haberl wird dem Verwaltungsrat der Gemeindewerke in dessen nächster Sitzung Vorschläge für einen Ersatzneubau präsentieren. Sie selbst hat eine klare Präferenz - und zwar für eine neue, fugenlose Edelstahlrutsche. Die käme zwar mit 250 000 Euro nicht ganz billig, wäre aber im Vergleich zu einer glasfaserverstärkten Kunststoffvariante wartungsfrei und viel länger haltbar. Geplant ist, dass sich bei einem Neubau die Linienführung der Rutsche, die Kubatur und der Neigungswinkel nicht verändern. Nur der Auslauf soll etwas angepasst werden: „Bei der Architektur weiß man, dass sie sicher ist. In den knapp 40 Betriebsjahren hat es keinen gröberen Unfall gegeben“, konstatiert Haberl. Um die Rutschanlage noch sicherer zu machen, will man zudem an der neuen Bahn ein Ampelsystem installieren – und eine Zeitmessanlage: „Das wird von den Kindern gewünscht“, so Haberl.

Wunsch des Kommunalunternehmens: Neue Rutsche soll 2021 in Betrieb gehen

Aber kann die neue Rutsche schon zur Badesaison 2021 in Betrieb genommen werden? „Wenn wir es bald beschließen, dann könnten wir es gerade noch schaffen“, meint Haberl. Im November wird der Verwaltungsrat der Gemeindewerke den Wirtschaftsplan 2021 für das Kommunalunternehmen (KU) verabschieden. Im Etat müsste dann auch ein Ansatz für die neue Rutsche einkalkuliert werden. Für Haberl gibt es dazu keine Alternative: „Die Rutsche gehört zum Bäderpark einfach dazu.“ Der KU-Chefin ist bewusst, dass die Finanzierung der Anschaffungskosten in Höhe von 250 000 Euro „nicht ohne“ ist, allerdings relativiert sie den Betrag. So könne die Rutsche über 30 Jahre hinweg abgeschrieben werden. Damit würden auch die Kosten auf die Jahre verteilt. Im Kommunalunternehmen hofft man natürlich darauf, dass sich der Markt Peißenberg an der Finanzierung beteiligt. Aus dem Rathaus kommt zumindest bislang keine Absage. „Da muss man sich unterhalten“, erklärt Bürgermeister Frank Zellner (CSU) auf Nachfrage: „Da wird man eine Lösung finden – eventuell auch mit Sponsoren.“

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