Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Interview: „,Rigi-Rutsch‘n‘ liegt mir am Herzen“

Peißenberg - In Projektgruppen wird derzeit an der Zukunft der "Rigi-Rutsch'n" gebastelt. Eine wichtige Rolle spielt dabei Helmut Guggenmos.

Bis Ende März war Helmut Guggenmos als Jobcenter-Leiter in Weilheim tätig. Doch von einem richtigen Ruhestand kann man bei dem 63-jährigen studierten Bauingenieur nicht sprechen. Gleich nach dem Pensionsantritt ging es für ihn auf große Radtour – und nun ist Guggenmos als Koordinator der ehrenamtlichen Projektgruppen für die „Rigi-Rutsch’n“-Konzeptentwicklung tätig. Bis Ende Juli sollen die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Inhaltlich wollen die Beteiligten zur Bäderparkplanung noch nichts nach außen tragen – mit der Heimatzeitung sprach der Projektkoordinator aber über seine neue Tätigkeit.

Herr Guggenmos, wie sind Sie denn zu dem Job als Projektkoordinator gekommen?

Das Ganze ist nicht von mir ausgegangen. Quasi als „Einstand in den Ruhestand“ war ich gerade auf einer Radtour von Portugal aus nach Hause. Über 2000 Kilometer hatte ich schon in den Beinen, als ich Ende April von Herrn Forster eine Anfrage per E-Mail bekommen habe. Ich war schon überrascht. Wir kannten uns zwar, hatten aber bislang noch nicht großartig etwas miteinander zu tun.

Haben Sie sofort zugesagt?

Nein, ich wollte mir die Sache erst einmal anhören. Eigentlich bin ich nicht unbedingt ein politischer Mensch. Aber das Projekt reizt mich, es ist eine Herausforderung. Ich bin Peißenberger und die „Rigi-Rutsch’n“ liegt mir am Herzen – und irgendwer muss die Koordinationsaufgaben ja übernehmen. Das Projekt hat zudem einen sehr interessanten Ansatz: Statt teure Expertisen von außen zu holen, die dann doch nicht umgesetzt werden, setzt man auf eine hohe Bürgerbeteiligung. Das ist etwas Einmaliges. Und in den Arbeitsgruppen sind wirklich viele tolle Leute dabei.

Aber ist es nicht eine Herkulesaufgabe respektive überhaupt möglich, ein wirtschaftlich tragbares Bäderkonzept zu entwickeln?

Ich würde nicht von einer Herkulesaufgabe, sondern von einer Zukunftsplanung sprechen. Die Debatte sollte dabei nicht nur auf die Kosten fixiert werden, das wäre unter dem Strich viel zu einseitig. Auch die Einnahmenseite ist wichtig. Da hängt vieles mit dran, wie zum Beispiel der Fremdenverkehr. Im Endeffekt geht es um die Frage, was ist den Peißenbergern die „Rigi-Rutsch’n“ wert.

Was für eine Bedeutung hat denn die „Rigi-Rutsch'n“ aus ihrer Sicht?

Sie ist eine sehr wertvolle Einrichtung und wesentlich mehr als nur „Schwimmen“. Sie ist Treffpunkt für Jugendliche und Familien – und sie dient der Gesundheitsvorsorge. Eigentlich müssten sich die Krankenkassen an den Kosten beteiligen (lacht).

Das Freibad bleibt heuer geschlossen. Die Protestbewegung befürchtet, dass es nicht nur bei dem Ausfall der einen Sommersaison bleiben wird, sondern das Bad dauerhaft schließt. Sind die Sorgen begründet?

Wenn Herr Forster wirklich jemanden gesucht hätte, um das Bad platt zu machen, dann hätte er garantiert nicht mich gewählt und die Projektgruppen ins Leben gerufen.

Das Interview führte Bernhard Jepsen

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