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„Das Freibad wird dieses Jahr nicht geöffnet“: Was viele befürchteten, bestätigte Günther Forster am Freitagnachmittag den Anwesenden vor der „Rigi-Rutsch’n“. Er und Bürgermeisterin Manuela Vanni (r.) stellten sich den Fragen der Peißenberger. 

„Rigi-Rutsch’n“ in peißenberg

„Wir brauchen dieses Bad, definitiv“

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Peißenberg - Das Peißenberger Bad ist unverzichtbar. Das ergab eine Umfrage unter rund 150 Menschen, die am Freitag für dessen Öffnung demonstrierten.

Viele Peißenberger sind besorgt um die Zukunft der „Rigi-Rutsch’n“. Seit es in der „CariBar“ gebrannt hat und auch Teile des Bads beschädigt worden sind, machen Gerüchte im Ort die Runde. Eines hat sich am Freitag bestätigt: Das Freibad bleibt in diesem Jahr geschlossen. Warum, darüber gibt Gemeindewerksleiter Günther Forster am heutigen Montag in einem Pressegespräch Auskunft. Der Druck, der auf ihm lastet, ist groß. Denn schon am Freitag hatten sich rund 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Bad versammelt und für die Öffnung demonstriert – sie waren über Facebook, WhatsApp und Aushänge in den Kindergärten zum Kommen aufgerufen worden. Die Heimatzeitung hat bei der Versammlung mehrere Anwesende aus Peißenberg gefragt: Warum kämpfen Sie für das Bad? Das waren die Antworten:

Miriell Langfort begründete ihr Kommen so: „Wir wollen unser Freibad wieder haben. Das ist doch das einzig Attraktive in Peißenberg. Wo sollen die Leute bei schönem Wetter sonst hin?“ Auch Sandra Burghart ist regelmäßige Besucherin der „Rigi-Rutsch’n“. „Das Freibad muss erhalten bleiben“, sagte sie. „Wir waren im Sommer jeden Tag hier.“ Ramona Pfeil-Drexler macht sich zudem Sorgen um die Sicherheit, wenn sich die Badegäste künftig in anderen Gewässern erfrischen. „Das Bad ist auch für die Jugendlichen wichtig“, betonte sie. „Die weichen jetzt alle an die Ammer aus, und ich will nicht, dass darin mal einer ersäuft.“ In der ,Rigi-Rutsch’n‘ sei hingegen immer jemand da, der aufpasst. „Außerdem können die Kleinen in der Ammer ja gar nicht das Schwimmen lernen“, sagte sie. „Klar ist das Bad teuer, aber die Bürger wollen es. Es muss doch etwas Attraktives in Peißenberg geben.“

Neben den vielen Erwachsenen waren auch zahlreiche Kinder und Jugendliche gekommen. So auch die sechsjährige Anna, die ein selbstgebasteltes Schild mit sich trug. „Rigi soll bleiben“ stand darauf, drum herum hatte die junge Peißenbergerin Herzen, Blumen und Smileys gemalt. „Das Freibad muss bleiben, weil ich dort wieder schwimmen gehen will“, sagte sie. Das mache sie wegen „der Rutschen“ am liebsten in der „Rigi-Rutsch’n“. Bei schlechtem Wetter geht die Familie außerdem ins Warmbecken.

Josef Geißler steht der Begründung, dass das Freibad auch aus wirtschaftlichen Gründen vorerst nicht geöffnet wird, kritisch gegenüber. „Mir macht keiner weis, dass nur die Sommersaison Verluste macht“, sagte der Peißenberger. „Und wenn in den Saunabereich investiert wird, dann doch bitte auch ins Bad. Es gibt genügend Leute, die auch im Winter zum Schwimmen gehen. Außerdem bin ich hier, weil ich möchte, dass die Öffentlichkeit mehr Informationen bekommt, wie es nun weitergeht.“

Viele Fragen an Günther Forster hatte auch Gisela Holzer, die sich deshalb an der Aktion vor der „Rigi-Rutsch’n“ beteiligt hatte. „Mir liegt das Bad am Herzen“, sagte sie gegenüber der Heimatzeitung. „Ich gehe selbst gern her, auch mit meinen Enkeln. Meine Tochter hat sogar seit Jahren eine Dauerkarte.“ Denn ein Freibad biete viel mehr, als nur ins Wasser zu gehen. „Die Kinder wollen rutschen und hüpfen. Solche Möglichkeiten gibt’s in der Ammer oder im See nicht.“ Dass die „Caribar“ in diesem Sommer nicht öffnen könnte, macht der Peißenbergerin nichts aus. „Eine Riesen-Wirtschaft braucht man gar nicht. Ich finde es wichtig, dass das Bad schnellstmöglich wieder aufmacht und nicht jahrelang ungenutzt bleibt. Denn dann verkommt es, und davor habe ich Angst“, sagte Holzer und ergänzte: „Wir brauchen dieses Bad, definitiv.“

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