Eine Statue von Justitia
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Eine saftige Geldstrafe verhängte das Amtsgericht. (Symbolbild)

Geldstrafe

Rumäne bedrohte Freundin mit dem Tod

Das Amtsgericht Weilheim verurteilte einen 28-jährigen Rumänen zu einer Geldstrafe von 4200 Euro. Der Mann hatte seine Freundin bedroht.

Peißenberg – Mit den Worten „Willst Du sterben?“ und „Ich bringe dich um“ hatte der Angeklagte im Juli vergangenen Jahres per Telefon seine Frustration über den Treuebruch seiner Freundin zum Ausdruck gebracht. Diese hatte ihn mit einem Arbeitskollegen betrogen. „Aber ich liebte sie und wollte sie unbedingt wieder haben“, sagte der Rumäne, der gut deutsch sprach und zum Tatzeitpunkt in Peißenberg wohnte.

Angeklagter will sich zunächst nicht erinnern

Zunächst wollte er sich nicht so recht erinnern, seine damalige Freundin bedroht zu haben. Er behauptete, dass sie das missverstanden haben könnte. „Ich sterbe ohne dich“, habe er gesagt. Auf weitere bohrende Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Karin Beuting, gab der Angeklagte eine andere Erklärung ab. „Wenn ich es so gesagt habe, dann habe ich es nicht so gemeint“, sagte er. Es bleibe aber doch eine Bedrohung, so die Richterin. Die Freundin sagte aus, dass sie sich schon nach der ersten Bedrohung an diesem Tag gefürchtet hatte. Sie ging sofort zur Polizei. Noch vor dem Polizeigebäude erhielt sie einen weiteren Anruf des Angeklagten, in dem er sie dann mit dem Tod bedrohte. Im Gerichtssaal spielte sie die Sprachnotiz vor. Sie war auf rumänisch zu hören.

Nach Abspielen einer Sprachnotiz zeigt sich der 28-Jährige reumütig

„Brauchen wir einen Dolmetscher, um uns das richtig übersetzen zu lassen?“, fragte die Richterin. Aber der Angeklagte bestätigte nun reumütig, dass er tatsächlich seine Freundin mit diesem Satz mit dem Tod bedroht hatte. Die junge Frau sagte weiter aus, dass ihr nun Ex-Freund sie danach gebeten hatte, die Strafanzeige zurückzunehmen. Und das aus gutem Grund. Der Mann steht bis 2022 in zweifacher offener Bewährung, durfte sich folglich nichts zu Schulden kommen lassen. Daher beantragte die Staatsanwältin auch einen viermonatigen Freiheitsentzug. Der Verteidiger, der sich im Namen seines Mandanten bei der jungen Frau entschuldigte, plädierte auf eine Geldstrafe. Der Angeklagte habe keine einschlägigen Vorstrafen und er sei in einem Ausnahmezustand gewesen.

Die Geldstrafe, die Beuting verhängte, entspricht vier Monatsgehältern. Beuting ließ Gnade walten: „Was Sie vor dem Gefängnis gerettet hat ist, dass Sie die Zeugin seither in Ruhe gelassen haben.“ Das Pärchen hat keinen Kontakt mehr.

REGINA WAHL-GEIGER

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