1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Peißenberg

Saisonstart im Eisstadion in neuem Licht

Erstellt:

Von: Bernhard Jepsen

Kommentare

Zwei Männer halten eine große LED-Lampe.
Rober Degenhart (l.) und Stefan Rießenberger freuen sich über die neue LED-Beleuchtung in der Eishalle. © Jepsen

Am 8. September will der TSV Peißenberg mit dem Betrieb seiner Eishalle starten – trotz Corona. Die Kufenflitzer werden aber nicht nur wegen der Pandemie veränderte Bedingungen im Stadion vorfinden. Vergangene Woche baute eine niederländische Auftragsfirma eine neue LED-Beleuchtung ein.

Peißenberg – Auf Hochtouren liefen in den vergangenen Tagen im Eisstadion an der Pestalozzistraße die Vorbereitungen für den Start in die Eislaufsaison. Um den Energieverbrauch für die Eisaufbereitung etwas zu drosseln, wurde die Halle vorab „runtergekühlt“, wie TSV-Präsident Stefan Rießenberger berichtet, soll heißen: Man hat die Tribünen mit kaltem Wasser abgespritzt.

Am heutigen Montag wird nun der Schalter der Eismaschine umgelegt. Die Kompressoren werden dabei nicht in Volllast laufen. „Wir wollen keine Stromspitzen produzieren, sondern das Ganze langsam abkühlen. Das ist billiger“, sagt Rießenberger. Eine konkrete Zahlenangabe für den Energieverbrauch zur Eisaufbereitung würde es keine geben. Die Konstellation sei jedes Jahr unterschiedlich und auch von den Außentemperaturen abhängig.

Die Eisaufbereitung bedeutet für den TSV nicht nur einen Riesenaufwand, sie ist in Pandemie-Zeiten für die Verantwortlichen auch eine schmale Gratwanderung, die ordentlich schief gehen kann. Dass die „TSV-Eishackler“ heuer noch Punktspiele in der Bayernliga vor Zuschauern absolvieren können, daran glauben zumindest hinter vorgehaltener Hand nur die Wenigsten. Doch der TSV sieht sich unabhängig davon in der Pflicht: „Wir versuchen, die Eishalle für die Öffentlichkeit bereitzustellen“, erklärt Rießenberger. Gemeint sind damit vor allem der Trainingsbetrieb für die Eishockeysparte samt ihren Nachwuchsteams sowie die Hobbymannschaften – und nicht zu vergessen der Publikumslauf.

Der TSV arbeitet bereits seit Wochen an einem umfassenden Hygienekonzept (siehe Kasten). Ob das ausreichen wird, ist fraglich. Die Rahmenbedingungen sind schwierig. Die Infektionszahlen steigen stetig an. Statt Lockerungen zu erlassen, zieht die Politik die Zügel in puncto „Schutzmaßnahmen“ gerade erst wieder an. „Es ist eine ungute Zeit“, räumt Manfred Fichtner, der technische Leiter des TSV, ein: „Wenn es wirklich nicht gehen sollte, dann haben wir Pech gehabt. Aber wir müssen die Saison ja vorbereiten.“ Rießenberger nimmt die Angelegenheit mit Humor: „Wenn es nichts wird mit der Saison, dann können wir Crushed-Eis verkaufen.“ Dabei wäre bis auf die nach wie vor ungeklärte Frage hinsichtlich des Baus neuer Kabinen soweit alles bereitet für die Eislaufsaison. Vergangene Woche wurde von einem niederländischen Auftragsunternehmen eine 80 000 Euro teure LED-Beleuchtung vom Hersteller „Trialed“ in der Halle installiert. Dabei wurden 60 neue Strahler am Hallendach montiert. Sie ersetzen die alten 420-Watt-Lampen, die lichttechnisch einfach nicht mehr den Ansprüchen genügten und für die es kaum noch Ersatz gab: „War eine Birne kaputt, mussten wir in ganz Deutschland bei Elektrohändlern anfragen. Zum Schluss hat eine Birne 170 Euro gekostet“, erzählt Robert Degenhart von der Stadionverwaltung – und: „Allein beim Einschalten hat es acht Minuten gedauert, bis die Anlage Vollbeleuchtung erreicht hat.“ Mit dem modernen LED-System will der TSV bis zu 80 Prozent der Stromkosten für das Stadion einsparen. „Das wäre das Optimum“, erklärt Fichtner. 70 Prozent der Anschaffungskosten sollen über Zuschüsse abgedeckt werden. Der Clou an der neuen Beleuchtung mit ihrer Stärke von 750 Lux (die alte hatte 250) ist ihre intelligente Steuerung. Sie gleicht zum Beispiel Sonneneinstrahlungen automatisch über Lichtmesssensoren mit punktueller Dimmung aus. Dadurch ergibt sich auf dem Eis eine einheitliche Lichtsituation. An das LED-System wurde die komplette Eishalle angeschlossen, also auch die Tribünen sowie die Nebenräume und Toiletten. Zudem wurde WLAN-Empfang eingerichtet. Die LED-Anlage kann so von der Fachfirma ferngewartet werden. Wie gesagt: technisch wäre im Eisstadion alles bereitet – wenn nur nicht die Pandemie wäre.

Auch interessant

Kommentare