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Die Lourdesgrotte in Peißenberg wird derzeit saniert.

Sanierung der Lourdesgrotte in Peißenberg hat begonnen

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Seit dem vergangenen Herbst hat die Kirchenstiftung in Peißenberg Spenden gesammelt, um die marode Lourdesgrotte am Maximiliansweg sanieren zu können. Nun haben die Arbeiten begonnen.

Peißenberg – Derzeit lässt sich der Zauber der Lourdesgrotte am Maximiliansweg in Peißenberg nur erahnen: Das Gitter, das die Marienfigur vor Diebstahl und Verwüstung schützt, ist abgebaut, die Marienfigur und die Figur der Betenden sind in der Kirche eingelagert, der Blumenschmuck, der sonst die kahlen Steine schmückt, fehlt. Stattdessen steht ein Gerüst vor der Grotte. Nur ein Teller mit halb abgebrannten Kerzen, der auf einem Tisch bei den überdachten Sitzbänken steht, zeugt noch davon, dass die Lourdesgrotte ein beliebtes Fleckchen Peißenberg ist.

Weil die Mariengrotte in der Marktgemeinde gerne aufgesucht wird, waren viele traurig, als sie im vergangenen Jahr wegen Steinschlags im vorderen Bereich gesperrt werden musste. „Nachdem immer wieder Steine herabgefallen sind, mussten wir sperren“, sagt der Kirchenpfleger von St. Johann, Robert Pfeifer. Kein Wunder, dass die Grotte, die im Jahr 1895 gebaut wurde und ständig der Feuchtigkeit aus dem Hang ausgesetzt ist, langsam brüchig wird. „Die Steine lassen sich mit der Hand abbrechen, so marode ist die Grotte“, sagte Pfeifer bei einem Pressetermin im vergangenen Oktober. Damals bat die „Katholische Kirchenstiftung St. Johann“, der die Lourdesgrotte und das Grundstück, auf dem sie steht, gehören, um Spenden, damit das beliebte Kleinod saniert werden kann. Ein Kostenvoranschlag hatte ergeben, dass es rund 40 000 Euro kosten würde, die Lourdesgrotte, die unter Denkmalschutz steht, wieder so zu befestigen, dass von ihr keine Gefahr ausgeht.

Nachdem die Peißenberger in den vergangenen Monaten rund die Hälfte der voraussichtlichen Reparaturkosten gespendet haben, konnte nun mit den Arbeiten begonnen werden. Dabei musste der erste Plan, das komplette Dach mitsamt den Stahlträgern zu entfernen und neu aufzubauen, wieder verworfen werden. „Das wäre zu riskant gewesen“, sagt Pfeifer, keiner könne sagen, was mit dem Hang hinter der Grotte geschehe, wenn die ganze Konstruktion dort weggehoben würde.

Nach 125 Jahren sind aber die Stahlträger, die das Gebilde halten, so verrostet, dass diese in Zukunft nicht die ganze Last werden tragen können. „Ziel ist es jetzt, eine neue Betondecke auf die Grotte zu machen, die so befestigt wird, dass die komplette Last von den Stahlträgern genommen wird“, sagt Pfeifer. Die Betondecke werde dann auf die Grotte gesetzt, belaste diese aber nicht mit zusätzlichem Gewicht. Das ganze soll möglichst so im Hang verankert werden, dass die Konstruktion so ausschaut wie vor der Sanierung. Das sei auch eine Vorgabe des Denkmalschutzes, erläutern Pfeifer und der für die Pfarreiengemeinschaft Peißenberg/ Forst zuständige Pfarrer Georg Fetsch beim Baustellenbesuch an der Lourdesgrotte. Mit der neuen Decke soll auch das Problem, dass bei Regen Wasser zwischen Hang und Grotte läuft, behoben werden: „Wir wollen das Wasser möglichst an den Seiten abführen“, sagt Pfeifer.

Weil die Grotte unter Denkmalschutz steht, habe es für die Kirchenstiftung nur zwei Möglichkeiten gegeben, wie Pfeifer sagt: entweder sanieren oder verfallen lassen. „Verfallen lassen war keine Option für uns“, sagt Pfeifer.

Die Sanierungsarbeiten sollen vier bis sechs Wochen dauern – „wenn nichts Unvorhergesehenes passiert“, sagt Fetsch relativierend. In Peißenberg gibt es offensichtlich einige, die bereits auf diesen Termin warten: „Es rufen regelmäßig Pfarreimitglieder an, die fragen, wie lange es noch dauert, bis die Grotte wieder geöffnet werden kann.“ „Viele wollen sich ein paar Minuten hinsetzen, innehalten und nachdenken“, bestätigt Pfeifer. Wie beliebt die Lourdesgrotte in Peißenberg ist, habe auch die große Spendenbereitschaft gezeigt, nachdem klar war, dass Sanierungsbedarf besteht. Auch wenn die Arbeiten jetzt begonnen haben, seien Spenden weiter erwünscht, sagen Fetsch und Pfeifer.

Im Zuge der Arbeiten an der Grotte soll auch der Gedenkstein saniert werden, den das Ehepaar Popp im Jahr 1850 errichten ließ als Erinnerung an den Aufenthalt König Maximilians von Bayern in Bad Sulz. Dabei soll der König die Lourdesgrotte besucht und aus der kleinen Quelle dort getrunken haben.

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