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Haben Freude an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im „Schick“: vl. Helga M., Annelies Scheuerer, Simone Gerstenberger mit Enkelin Lena und Georgine Angermeier. 

Schick und nachhaltig in Peißenberg  für 1,50 Euro

  • Kathrin Hauser
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Eine Art Sommerschlussverkauf findet in dieser Woche im BRK-Kleidermarkt „Schick“ in Peißenberg statt. Jeder Artikel im Laden kostet 1,50 Euro. Zum Auftakt am gestrigen Montag war bereits einiges los.

VON KATHRIN HAUSER

Peißenberg Ein Mann mit einem großen Karton betritt den „Schick“ am „Marie Juchacz Weg“ in Peißenberg. Er trägt, wie alle in dem BRK-Kleidermarkt einen Mund-Nasenschutz und hält kurz an der Barriere, die die ehrenamtlichen Verkäuferinnen mit Schuhregalen in den Eingang gebaut haben.

Die Regale sind Teil des Hygienekonzepts, das wegen der Corona-Pandemie gilt: Es dürfen nur sechs Kunden gleichzeitig im Laden sein und mithilfe dieser Barriere kann niemand unbemerkt in den „Schick“ hinein. Der Mann hält den Karton hoch: „Sie wollen das abgeben?“, fragt Georgine Angermeier, die heute die Teamleiterin ist. Der Mann bejaht und Annelies Scheuerer, eine weitere Kleidermarkt-Helferin, kommt und nimmt ihm den Karton ab. Die Frauen bedanken sich und die neue Ware wird ins Hinterzimmer gebracht, wo die Kleidung sortiert und auf Kleiderbügel gehängt wird.

Zudem arbeiten heute Helga M., die bis zu ihrem Ruhestand in einem großen Bekleidungshaus beschäftigt war, und Simone Gerstenberger, die heute ihre Enkelin Lena zur Unterstützung dabei hat. Vier Tage pro Woche hat der Kleidermarkt geöffnet, an jedem Tag ist ein anderes Team zuständig.

Die Frauen arbeiten alle ehrenamtlich hier – aus Überzeugung und, weil es ihnen Freude macht, wie sie erzählen: „Es ist nachhaltig. Die einen brauchen nichts wegzuschmeißen und die anderen nichts Neues zu kaufen“, sagt Georgine Angermeier. „Ich finde es gut, dass die Kleidung weiter genutzt und nicht einfach weggeworfen wird“, meint Simone Gerstenberger. Sie ist zwar heute im Verkaufsteam, aber gleichzeitig auch als Käuferin unterwegs, denn Enkelin Lena braucht noch Sommersachen. Das neue Lieblingsstück hat das blonde Mädchen gleich anbehalten. Stolz streicht die Kleine über ein rosa glitzerndes Schiebe-T-Shirt, das in der Mitte prompt die Farbe wechselt. „Das sieht richtig cool aus“, sagt Georgine Angermeier und Lena lächelt.

Gerade gekaufte Kleidungsstücke gleich anzuziehen, ist in diesem Laden in der Regel kein Problem, denn es werden allermeist nur gebrauchte und gewaschene Sachen abgegeben. Was im „Schick“ in den Regalen und an den Kleiderständern landet, ist gut erhalten. Manche Hosen, Oberteile, Röcke und Kleider haben noch die originalen Preisschilder, sind also noch ganz neu.

Jeder kann aussortierte Kleidung, Schuhe, Schmuck und Taschen in den BRK-Kleidermarkt bringen, wo die Ware dann zu günstigen Preisen verkauft wird. Zum Beispiel gibt es Damenjacken an normalen Verkaufstagen für 5 Euro zu haben. Wer nicht so viel Geld zur Verfügung hat oder aus anderen Gründen sozial benachteiligt ist, bekommt eine Kundenkarte und muss noch 50 Prozent pro Kleidungsstück bezahlen. In dieser Woche ist das anders, alles kostet 1,50 Euro, ob mit Kundenkarte oder ohne.

Eine Kundin hat einen ganzen Berg an die Kasse gebracht: „Das ist für meinen Mann, das für meine Eierfrau und das für mich“, sagt sie zu Georgine Angermeier. Sie zahlt 12 Euro und packt ihre Sachen in die große „Schick“-Papiertasche. Sie sei zufällig vorbeigekommen, erzählt sie und schwärmt: „Das ist Wahnsinn, für 1,50 Euro, da brauchst ned überlegen.“


Sonderverkauf

Beim Sonderverkauf im „Schick“ in Peißenberg werden in dieser Woche Kleidungsstücke und andere Waren jeweils zum Stückpreis von 1,50 Euro verkauft. Sonderverkaufstage sind noch am heutigen Dienstag, 21. Juli, von 9.30 bis 12.30 Uhr und am kommendenden Donnerstag, 23. Juli von 15 bis 18 Uhr.

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