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„Wie ein Schlachtfeld“: Jugendliche eröffnen illegale „Partymeile“ - Gemeinde kontert kreativ

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Von: Bernhard Jepsen

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Jugendliche entdeckten den Lesegarten hinter der Bücherei als Treffpunkt für sich. Es kam auch schon zu Vandalismus.
Jugendliche entdeckten den Lesegarten hinter der Bücherei in Peißenberg als Treffpunkt für sich. Es kam auch schon zu Vandalismus. © Foto: Ruder

In Peißenberg suchen sich Jugendliche immer wieder Treffpunkte heraus, um in den Abendstunden zu feiern. Der neueste Hotspot ist der Lesegarten hinter der Bücherei – sehr zum Unmut der Gemeinde.

Peißenberg – Der Lesegarten im Innenhof des Max-Biller-Hauses soll eigentlich ein Ort der Entspannung und Kontemplation sein. Doch in den vergangenen Monaten avancierte das Areal zu einer Partymeile für Jugendliche – inklusive aller negativen Begleiterscheinungen. Das Problem ist nicht nur der nächtliche Lärm, sondern vor allem der Müll, den die Jugendlichen hinterlassen.

Areal wird zur Partymeile - Dialog mit Jugendlichen ohne Erfolg

Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung) sprach in der jüngsten Bauausschusssitzung bezüglich des Lesegartens von einem „Schlachtfeld“: „Ich bin als Hausmeister der Mittelschule ja viel gewohnt, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen.“ Rießenberger sitzt quasi auf der „Partymeile“ in der ersten Reihe. Er ist Präsident des TSV Peißenberg – und der Sportverein hat seine Geschäftsstelle im alten Gebäudetrakt des Max-Biller-Hauses einquartiert.

Von der Terrasse aus hat Rießenberger beste Sicht auf das Partygeschehen. Er hat den Dialog mit den Jugendlichen gesucht – allerdings ohne Erfolg. Der Großteil der Jugendlichen, so Rießenberger, käme noch nicht einmal aus Peißenberg. Die Gemeinde müsse nun unverzüglich handeln und dem Vandalismus Einhalt gebieten: „Die Botschaft muss hart sein. Die Jugendlichen treiben es einfach zu weit“, so Rießenberger. Seine Forderung: „Es muss dringend ein Alkoholverbot verhängt werden.“

Nach Vandalismus in Lesegarten: Alkoholverbot gilt bereits - WLAN abgeschaltet

Ein solches gibt es in Peißenberg auf öffentlichen Plätzen und Verkehrswegen bereits -– und zwar nach der gemeindlichen Sondernutzungssatzung. Das Regelwerk wurde vor ein paar Jahren erlassen, nachdem diverse Buswartehäuschen immer wieder als Party-Hotspots missbraucht worden waren. Laut der Satzung ist das „Niederlassen zum Alkoholgenuss“ auf öffentlichen Plätzen verboten. Das gilt natürlich auch für den Lesegarten.

Die Gemeinde hat die Vandalismus-Problematik bereits mit der Polizei und Büchereileiter Armin Groß besprochen. Dabei wurden Lösungsmöglichkeiten erörtert, die keine generelle Schließung oder Einzäunung des Innenhofs zur Folge haben. „Der Vandalismus ist total schade, weil der Lesegarten eine Bereicherung für die Bücherei darstellt“, konstatierte Bürgermeister Frank Zellner (CSU) im Ausschuss.

Jugendliche feiern in Lesegarten: WLAN wird abends aus-, heller Strahler angeschaltet

Zwei Maßnahme wurden bereits umgesetzt: So ist das kostenlose WLAN nur noch zwischen 8 und 20 Uhr freigeschaltet. Zudem wird das Areal in der Nacht mit einem Strahler von der Schongauer Straße aus hell ausgeleuchtet. „Das soll den Aufenthalt ungemütlicher machen“, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Andreas Fischer auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Des Weiteren sollen die Sicherheitswacht und die Polizei künftig stärker Präsenz am Lesegarten zeigen. Ein Fazit, ob die Maßnahmen den Vandalismus wirkungsvoll eindämmen, so Fischer, könne man aber erst im Frühjahr ziehen. „Witterungsbedingt“ würden sich die Jugendlichen momentan nicht ganz so oft im Freien treffen.

Der Lesegarten ist in jüngster Zeit das einzige Sorgenkind der Gemeinde in puncto „Vandalismus“. In der wärmeren Jahreszeit, so prognostiziert Fischer, werde aber „sicher auch wieder die Ammer dazukommen“: „Die Problematik dort werden wir wahrscheinlich nie ganz in den Griff bekommen.“ Etwas beruhigt hat sich laut Fischer indes die Lage auf dem Parkdeck am Rigi-Center. Die Eigentümerin des Privatareals arbeite neben der Polizei unter anderem mit der von der Gemeinde beauftragten Streetworkerin zusammen.

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