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Großes Interesse herrschte bei der Bürgerversammlung. Bei dieser standen (v.l.) Bürgermeisterin Manuela Vanni, Kommandant Michael Schleich, Wetterbeobachter Stefan Schwarzer, Bauamtsmitarbeiter Thomas Schamper, Hauptamtsleiter Johannes Pfleger und Bauhofleiter Roman Bals Rede und Antwort. 

Bürgerversammlung in Peißenberg

Hochwasserschutz bleibt lange ein Thema

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Peißenberg - 250 Menschen sind zur Bürgerversammlung in Peißenberg gekommen. Sie wollten wissen, wie der Ort künftig vor Hochwasser geschützt wird.

Dass es kein angenehmer Termin wird, war Bürgermeisterin Manuela Vanni vermutlich im Vorfeld klar. Das Thema „Hochwasser“ ist an den Peißenberger Bächen nicht mehr trockene Theorie. Es ist heuer bitterer Ernst geworden. Viele Menschen im Ort haben massive Schäden an ihrem Zuhause, manche an ihrem Betriebsgebäude. Von daher war vorherzusehen, dass es bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Tiefstollenhalle Kritik an der Gemeinde hageln wird. Schuldige sollten her. Und so reagierten einige Besucher mit bitterem Lachen auf manche Aussagen der Verwaltung – zum Beispiel auf Vannis Rat, jeder solle eine Elementarversicherung abschließen, um seinen Besitz zu schützen. Auch Widerspruch gab’s mehrfach. Rund 250 Besucher waren zur Versammlung gekommen, um zu erfahren, wie’s beim Hochwasserschutz weitergeht.

Bauamtsmitarbeiter Thomas Schamper erläuterte, was seit den Hochwassern am 29. Mai und 3. Juni passiert ist – und was noch passieren soll. Im Zentrum der Planungen stehen fünf Rückhaltebecken. Für den Ortsteil Wörth ist eines am BHS-Gelände geplant. 44 000 Kubikmeter soll es fassen. „Die fertige Detailplanung liegt bereits vor“, sagte Schamper. Trotzdem wird es sich hinziehen, bis das Bauwerk steht – denn nun muss das Vorhaben erst in ein Genehmigungs-, dann in ein Planfeststellungsverfahren. Viele Fachbehörden werden es prüfen. „Das wird noch ein, zwei Jahre in Anspruch nehmen“, sagte Vanni und schob angesichts einiger Proteste im Raum hinterher: „Das ist Gesetzeslage, das sind nicht unsere Gesetze.“

Für vier weitere Becken, die im Norden der Gemeinde entstehen sollen, gibt es sogar noch mehr zu tun. Für die Vorhaben muss noch die Detailplanung ausgearbeitet werden. Anvisiert sind drei kleinere Becken an Buchaugraben, Michelsbach und Sulzergraben sowie ein großes am Fendter Bach. 95 000 Kubikmeter soll es fassen. Die Gesamtkosten für die fünf Projekte werden auf rund sechs Millionen Euro geschätzt.

Da es dauern wird, bis die Rückhaltebecken fertig sind, mussten kurzfristige Lösungen her. Laut Schamper wurde am BHS-Gelände ein Damm aufgeschüttet. Der habe bei den Regenfällen am 26. Juli „sehr gut funktioniert“. Das Wasser konnte in die Kanalisation abgeleitet werden. Zudem hätten Bauhof und Fachfirmen bereits einige Bäche geräumt, es wurden Kiesfänge gereinigt sowie Kanäle gesäubert. Zudem wurden 20 Einlaufgitter besorgt, durch die das Wasser besser ablaufen kann.

Weitere Investitionen sind noch geplant: So möchte Peißenberg ein Hochwassermeldesystem einrichten. „Da sind wir dran, das brauchen wir dringend“, sagte Schamper. Zudem wird darüber nachgedacht, an wichtigen Stellen Pfosten aufzustellen, in die Bretter eingesteckt werden können, um Wasser umzuleiten. Und damit künftig die Bachstraße im Problemfall nicht mehr befahren wird, sollen Schranken aufgestellt werden.

Eines wurde an diesem Abend deutlich: Es dauert, bis die Gemeinde Peißenberg größtenteils vor Hochwasser geschützt ist – und 100-prozentige Sicherheit kann es wohl niemals geben. Deshalb muss auch jeder Einzelne etwas tun, um sein Hab und Gut zu schützen – zum Beispiel schnell anbringbare Bretter besorgen.

Zudem regte Bürgermeisterin Vanni an, dass sich Anwohner der Bachstraße wie die „Ammerwehr“ organisieren. Seit 1954 kontrollieren freiwillige Peißenberger den Damm des Flusses, um im Notfall rechtzeitig Alarm schlagen zu können. Das kann sich Vanni auch für die Bachstraße vorstellen: „Wir werden künftig die Hilfe unserer Bürger brauchen.“

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