Diagnose da: So lange fehlt Müller dem FC Bayern

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Dank an die Chefin: Anita Beck (stehend, 7.v.r) übergibt Monika Anders (stehend, sechste Frau von links), umrahmt von Clubmitgliedern, Blumen und Urkunde. 

Die „gute Haut“ des Freizeitclubs

Peißenberg - Einmal im Monat ist der Freizeitclub unterwegs - seit 15 Jahren kümmert sich Monika Anders um die Organisation

Nein, Anita Beck hat keine Chance, den vorbereiteten Blumenstrauß und die Ehrenurkunde zu übergeben. „Setz’ Dich bitte wieder hin!“, lautet das strenge Kommando von Monika Anders, die erst noch aufdrapierte Pinguin-Waschlappen als Präsent an die im Hans-Albrecht-Stüberl in Peißenberg versammelten Mitglieder des „Club Reisen und Freizeit“ übergeben will. Beck nimmt’s gelassen: „So zierlich, wie sie ist, so willens- und durchsetzungsstark ist sie“, sagt die Seniorin später schmunzelnd über Anders – und dann gibt’s reichlich Lob für die Chefin: „Sie ist unsere gute Haut. Das passt.“

Seit 15 Jahren hat Anders nun die Clubleitung inne. Das wird von den Mitgliedern bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Neben den Frotteewaschlappen gibt’s natürlich warme Worte, aber auch Kritik. Anders wünscht sich „etwas mehr Zusammenhalt“ und weniger Grüppchenbildung im Freizeitclub, dem momentan 27 Mitglieder angehören. Überwiegend sind es ältere Damen, die einmal im Monat zu einem Halbtagesausflug aufbrechen. Um 13 Uhr geht es regelmäßig los, abends gegen 20 Uhr ist man wieder in Peißenberg: „Das ist von der Zeit her optimal. Ein ganzer Tag wäre für die meisten zuviel“, sagt Anders, die „von vorne bis hinten“ alles durchorganisiert. Sie sucht die Reiseziele aus (zum Beispiel Tannheimer Tal, Augsburger Tierpark, Bad Wörishofen, Schliersee), bestellt Plätze in Restaurants, bucht das Busunternehmen und handelt Pauschalpreise aus: „Ein bisschen kenne ich mich schon aus in der Reisebranche“, sagt Anders grinsend – was wohl soviel heißt wie: „Mir macht keiner was vor.“

Wenn der Club auf Reisen geht, dann ist die gebürtige Berlinerin ganz in ihrem Element – und das nicht nur, „weil die Stimmung auf den Fahrten meist gut ist und viel gelacht wird“: „Immer zu Hause zu sein und die Wände anzustarren, das wäre mit zu langweilig“, sagt die 74-jährige Alleinstehende: „Ich bin gerne mit Leuten zusammen. Das kommt wohl davon, dass ich früher im Einzelhandel gelernt habe. Da kommt der Kontakt mit Menschen automatisch.“

Natürlich gäbe es von den Fahrten im Rückblick viele Anekdoten zu erzählen, doch Anders gibt sich diplomatisch: „Wenn ich die alle erzählen würde, dann wären einige Damen beleidigt“, sagt sie augenzwinkernd, um dann doch über eine „Panne“ zu berichten: Bei einer Fahrt nach Eng (Tirol) merkte der Busfahrer, dass der Motor nicht mehr richtig funktioniert. „Ich hab’ ihm gesagt, ,halt bloß den Mund und mach’ die Pferde nicht scheu‘“, erzählt Anders. Man schaffte es noch ein Stückchen, doch dann war Schluss. Drei Stunden musste die Reisegruppe auf einen Ersatzbus warten – „und das mit 50 Leuten und bei strömendem Regen“, erinnert sich Anders. Gegründet wurde der „Club Reisen und Freizeit“ vor 40 Jahren von Margret Strobl. Früher hatte die Gemeinschaft, die kein eingetragener Verein ist, bis zu 50 Mitglieder. Damals waren auch noch mehr Männer mit dabei: „Die Leute sterben mit der Zeit langsam weg“, bedauert Anders. Neue Mitglieder sind deshalb willkommen, Interessenten können sich direkt bei der Clubleiterin melden (Telefon: 08803/4255). Das nächste Fahrziel steht bereits fest: Anfang Mai geht es nach Iffeldorf zur Besichtigung von Gut Aiderbichl.

Ach ja: Anita Beck bekam dann doch noch grünes Licht für die Ehrungszeremonie: „Jetzt darfst Du“, gab Anders das Startzeichen. Beck überreichte Urkunde und Blumen – und formulierte eine Bitte an die Club-Chefin: „Wir wünschen uns, dass Du es noch weitere 15 Jahre machst.“

Bernhard Jepsen

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