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Skaterplatz als Müll-Brennpunkt

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Von: Bernhard Jepsen

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Zwei Männer neben einem Müllcontainer
Da soll der Müll rein: Hermann Deutschenbaur (links) und Frank Zellner zeigen auf den Müllcontainer am Skaterplatz, der zusätzlich aufgestellt wurde. © Jepsen

Eine Halfpipe, eine Jumpbox, mehrere Rampen und Rails: Der Skaterplatz auf dem Festplatz an der Moosleite in Peißenberg bietet alles, was das Skaterherz begehrt. Entsprechend stark wird die Anlage von Kindern und Jugendlichen frequentiert. Die Kehrseite der Medaille: Der Bauhof hat mit Vermüllung und Vandalismus zu kämpfen.

Peißenberg – „Es ist seit Jahren immer das Gleiche und wirklich krass. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt.“ Wenn Hermann Deutschenbaur über die Müllproblematik und den Vandalismus an der Skateranlage auf der Neuen Bergehalde spricht, dann macht sich bei dem stellvertretenden Bauhofleiter ein gewisses Maß an Resignation breit. Vor allem nach den Wochenenden transportiert der Bauhof regelmäßig ganze Ladungen an Müll vom Festplatz ab. Vor ein paar Wochen musste man sogar einen leeren Bierträger entsorgen. Detail am Rande: Der „Konsument“ konnte vom Ordnungsamt leicht ermittelt und angezeigt werden. Er war nämlich so freundlich neben dem Bierkasten den Einkaufsbeleg samt seiner EC-Kartennummer zu hinterlassen.

Lagerfeuer auf dem Asphalt, angezündete Mülleimer oder Sitzbänke - das alles kam schon vor

Für Deutschenbaur und die Bauhofmitarbeiter ist das jedoch kein Trost – zumal es mitunter auch zu schlimmeren Auswüchsen an der Skateranlage kommt. Lagerfeuer auf dem Asphalt inmitten der Skatermodule, angezündete Mülleimer oder Sitzbänke. Die Liste der Verfehlungen ist lang. Auch die Lagergarage des Motorsportclubs wurde bereits einmal aufgebrochen. Im Rathaus will man dem Treiben nun entgegensteuern. „Dass sich Jugendliche draußen treffen wollen, das ist in Ordnung. Aber es geht darum, dass man mit dem Skaterplatz sorgsam umgeht“, lautet Bürgermeister Frank Zellners (CSU) Appell an die Jugendlichen. Der Rathauschef will ganz bewusst „keine Jugendschelte betreiben“, aber er möchte auf die Unannehmlichkeiten für die Gemeinde und die Zielgruppe selbst aufmerksam machen. Die Müllentsorgung koste die Kommune ordentlich Geld. Geld, das an anderer Stelle fehlen würde – zum Beispiel bei freiwilligen Leistungen wie den Skaterplatz.

Auch müsse man überlegen, ob die angedachte Erweiterung des Skaterplatzes wirklich Sinn macht. „Dann müsste es zumindest im Bestand gut funktionieren, sonst wird das Müllproblem nur noch vergrößert“, argumentiert Zellner. Wichtig ist dem Bürgermeister, dass die Kinder ungestört auf der Anlage skaten können: „Auf die Kleineren muss man Rücksicht nehmen. Sie sollen ihren Sport ausüben können.“

Nicht sie Skaterszene für die Vermüllung verantwortlich

Nach Beobachtungen des Bauhofs ist es nämlich weniger die Skaterszene, die für die Vermüllung sorgt, sondern es sind die „Partymacher“, die am Abend an der Anlage eintrudeln: „Die wollen gar nicht fahren oder skaten“, hat Deutschenbaur festgestellt. Zwar patrouillieren ab und zu die ehrenamtliche Sicherheitswacht und der von der Gemeinde beauftragte Sicherheitsdienst auf dem Festplatz, aber richtig abschreckend wirkt das nicht. Der Bauhof hat nun zusätzlich zu den Mülleimern einen offenen Müllcontainer neben die Skateranlage gestellt. An der Ammer – neben dem Fendter Wanderparkplatz und dem Lesegarten an der Bücherei ein weiterer „Müll-Hotspot“ – hat man damit einigermaßen gute Erfahrungen gemacht: „Es ist zwar nicht ganz so wie gewünscht“, konstatiert Deutschenbaur, „aber wir haben eine Wirkung festgestellt. Der Müll an der Ammer ist nicht mehr ganz so schlimm.“ Theoretisch käme es auch in Frage, den Skaterplatz einzuzäunen. Aber dann müsste ein Verein oder die Kommune selbst für die Organisation des Betriebs sorgen. „Eigentlich will man das nicht“, erklärt Zellner. Der Bürgermeister hofft stattdessen auf die Vernunft der Jugendlichen – und die Lösung des Problems wäre so einfach. Zellner: „Im Idealfall nimmt man den Müll, den man zur Skateranlage bringt, wieder mit nach Hause.“

Schneechaos, „Dauereinsatz“ bei der Peißenberger Festwoche und so viele Einsatzstunden wie seit 20 Jahren nicht mehr: Die Bereitschaft Peißenberg des BRK blickt auf ein ereignisreiches 2019 zurück.

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