Sondersitzung des Marktrats

Entscheidung über Gemeinwohlökonomie vertagt

Ob Peißenberg Gemeinwohlökonomie-Gemeinde wird, ist fraglich.  In einer Sondersitzung im Mai soll  darüber beraten werden.

Peißenberg – Bei der Info-Veranstaltung „Gemeinwohl-Ökonomie ein Wirtschaftsmodell der Zukunft“, zu der im Oktober die Peißenberger Bürgervereinigung (BV) eingeladen hatte, war noch die Rede davon, dass die Marktgemeinde Peißenberg Vorreiter in Sachen „Gemeinwohlökonomie“ (GWÖ) werden könnte. Moderator Alexander Rossner schwor damals sogar darauf, „dass Peißenberg die erste Gemeinde wird, die die Gemeinwohlökonomie einführt.“

Der Zug ist längst abgefahren: Im Landkreis fällte zunächst die Gemeinde Wielenbach den Beschluss, GWÖ-Gemeinde zu werden, Wessobrunn folgte dann im Dezember des vergangenen Jahres. Und so wie es aussieht, wird auch noch eine Weile vergehen, bis sich die Marktgemeinde dazu entschließt, nach den Grundsätzen der GWÖ zu handeln. Zumindest stellte BV-Gemeinderat Matthias Reichhart in der jüngsten Sitzung den Antrag, die Tagesordnungspunkte „Markt Peißenberg als Gemeinwohlökonomie-Gemeinde“ und „Berücksichtigung sozialer Belange bei gemeindlichen Vergaben“ von der Tagesordnung zu streichen und diese Punkte in einer Sondersitzung des Gemeinderates zum Thema „GWÖ“ zu behandeln. Die Entscheidung, GWÖ-Gemeinde zu werden, dürfe nicht übers Knie gebrochen werden, weil diese eine weitreichende sei. Er schlug vor, in die Sondersitzung Gäste einzuladen, die bereits Erfahrungen mit GWÖ gesammelt haben. Das Gremium stimmte dem Vorschlag schließlich mit sechs Gegenstimmen zu, die beiden Tagesordnungspunkte auf die Sondersitzung im Mai zu verschieben.

Nachdem GWÖ-Sprecherin Brigitte Gronau im Hauptausschuss einen Vortrag zum Thema gehalten hatte, hatte die BV zur Info-Veranstaltung eingeladen, und das Interesse der Bürger war groß: 110 Besucher kamen. „Mein Ziel ist eine große Mehrheit im Gemeinderat, die die GWÖ gemeinsam trägt“, sagte Reichhart damals.

In der November-Sitzung des Marktgemeinderates hatte Bürgermeisterin Manuela Vanni das Thema zur Sprache gebracht und um Geduld gebeten: „Ich bitte, uns bis Anfang nächsten Jahres Zeit zu geben. Es handelt sich um ein nicht ganz so einfaches Thema.“ Weder die Verwaltung noch sie selber seien darin so richtig fit. Es gelte zunächst, sich darüber klar zu werden, welche Auswirkungen die Entscheidung der Gemeinde für die Zukunft habe

Als die GWÖ nun in der Februar-Sitzung des Gemeinderates behandelt werden sollte, sorgte die BV mit ihrem Antrag dafür, dass der Beschluss, GWÖ-Gemeinde zu werden, zumindest nicht vor Mai gefasst wird.

Kathrin Hauser

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