Das 45 Tonnen schwere Trafohäuschen schwebt bei der Photovoltaikanlage ein. jepsen
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Das 45 Tonnen schwere Trafohäuschen schwebt bei der Photovoltaikanlage ein.

In Peißenberg

„Sonnenwiese“ kurz vor der Einweihung

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Nach leichten Verzögerungen im Zuge der Corona-Pandemie steht das Freiflächenphotovoltaikprojekt „Sonnenwiese Dornbichl“ nun kurz vor der Fertigstellung. Als letzter großer Meilenstein wurde vor ein paar Tagen mit schwerem Gerät die Trafostation eingehoben. Am 10. Juli soll die Anlage feierlich eröffnet werden.

Peißenberg – Die Fahrbahn des Dornbichlwegs im Norden der Marktgemeinde ist stellenweise eng, sehr eng. Eigentlich kein Verkehrsweg für Schwerlastfahrzeuge, doch vergangene Woche gab es keine andere Wahl: Für die von der Peißenberger Energiegenossenschaft in Kooperation mit den Gemeindewerken initiierte Freiflächenphotovoltaikanlage „Sonnenwiese Dornbichl“ wurde das 45 Tonnen schwere Trafohäuschen angeliefert. Gefertigt wurde die Station in einer Thüringer Spezialfirma. Zwei Tage war der von der Polizei eskortierte Schwerlasttransport Richtung Peißenberg unterwegs. Eine aufwendige Aktion, die aber letztlich reibungslos geklappt hat.

Marc Haller von der mit dem PV-Anlagenbau beauftragten Firma „Vispiron“ sprach im Zuge der Anlieferung der Trafostation von einem letzten, großen „Meilenstein“. In ein paar Tagen nach dem Einbau der technischen Trafovorrichtungen könne man die PV-Module in Betrieb nehmen, „so dass wir bei der Einweihung am 10. Juli das Brummen des Trafos hören werden“, wie der Projektleiter schmunzelnd ankündigte.

Der Bau der Anlage mit einer Gesamtleistung von 2349 kWp sei im Rückblick „sehr gut gelaufen“. Lediglich beim Zeitplan habe man den Fertigstellungstermin um drei Monate nach hinten verschieben müssen. Haller nannte die Corona-Pandemie und die daraus resultierende allgemeine Rohstoffknappheit als Grund: „Im Trafo ist sehr viel Stahl und Kupfer verbaut – und das ist derzeit rar.“

Mitverantwortlich für die Lieferverzögerungen war zudem die zwischenzeitliche Sperrung des Suez-Kanals. Die Wasserstraße war bekanntlich im März durch die Havarie des Frachtschiffs „Ever Given“ blockiert worden. Von Seiten der Energiegenossenschaft ist man laut Vorstand Stefan Sendl nun „froh, dass alles geklappt hat“. Wirtschaftlich gebe es durch die verzögerte Fertigstellung zwar Einbußen, aber die seien „nicht gravierend“.

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Rossner ist mit dem Verlauf des 1,3 Millionen Euro teuren Projekts mehr als zufrieden. Für den Bau der Anlage habe man gerade noch den richtigen Zeitpunkt erwischt. „Inzwischen sind die Preise durch die Pandemie um bis zu 20 Prozent gestiegen“, so Rossner. Sollten die Inzidenzzahlen im Landkreis weiter stabil auf niedrigem Niveau bleiben, wird die Energiegenossenschaft für 10. Juli zur feierlichen Einweihung der Sonnenwiese mit 100 Personen einladen.

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