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Heftig ausgeteilt  hat Jürgen Fischer von der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle.

Starkbieranstich der CSU Peißenberg

Deftige Grüße aus Hohenfurch

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Peißenberg - Beim Starkbieranstich hatten die rund 250 Besucher einiges zu lachen. Und das, obwohl die Redner sie nicht verschonten.

Das Ortsbild und die Gemeinderäte nahm Johnny Birkner als Bruder „Jonathan“ unter die Lupe.

Michael Hosse stand als Anerkennung sogar auf. Als die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle musizierend den Saal im Gasthof „Zur Post“ verließ, da hatte der stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende ein Lächeln im Gesicht und klatschte begeistert in die Hände – auch die anderen rund 250 Besucher jubelten laut. Zünftige Musik, witzige Kommentare und derbe Sprüche – was zu einem Starkbieranstich dazu gehört, das servierten Jürgen Fischer und die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle auf der Bühne. Zuvor schon hatte Johnny Birkner als Bruder „Jonathan“ das Geschehen im Ort kommentiert.

Der hatte bei seinem Auftritt zwar einen kurzen Hänger und verließ für ein paar Sekunden den Raum, doch die Zuschauer nahmen es ihm nicht krumm. Kein Wunder, immerhin zeigte sich „Jonathan“ im Umgang mit den Peißenbergern größtenteils handzahm. Dafür bekam der Ort an sich einige Seitenhiebe ab. So schlug „Jonathan“ eine Tour für Besucher vor: „Peißenberg und seine Hässlichkeiten.“ Da habe der Ort „was zu bieten“. Denn während Städte wie New York und London echte, strahlende Wahrzeichen vorzuweisen hätten, habe die Marktgemeinde „das Finsterwalder-Haus“. Ebenso schön anzusehen wie das alte Gebäude seien die „Hutterer Gärten“ und die „Rigi-Rutsch’n“ – in ihrem alten Zustand schon, nach dem Brand sowieso. Deshalb hofft „Jonathan“, dass die Aufbauarbeiten nicht so schnell beginnen. Immerhin ist ihm eine Station schon weggefallen, die er Touristen gerne geboten hätte: „Schade, dass ihr die Turnhalle saniert habt, die hätte gut in die Tourplanung gepasst.“

Letztendlich aber ist es ja gut, wenn sich was ändert, befand er dann doch. „Peißenberg muss schöner werden“, forderte „Jonathan“ und schob hinterher: „Das wird dauern, bis wir 8000 Peißenberger nach Böbing raus bringen.“

Birkner, der in einer braunen Kutte bekleidet die Gemeinderäte einzeln aufs Korn nahm, machte natürlich auch vor der Bürgermeisterin nicht Halt. Er zählte deren „aussagekräftigsten“ Sätze auf – und die seien: „Das wollte ich auch gerade sagen“, „Das habe ich auch gerade gedacht“, „Wir sind da grad dran“ und „Da muss man mal gucken, oder sieht das jemand anders?“

Die Bürgermeisterin, die verhindert und deshalb nicht anwesend war, war auch bei der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle ein beliebtes Thema. Schon zu Beginn reimte Jürgen Fischer: „Ich will nicht übertreiben, aber uns Hohenfurcher könnt ihr um unsere Schönheit beneiden. Vor ein paar Jahren sahen wir aus wie ihr, Schönheit war nicht unser Segen – hat wohl an der Vanni gelegen.“ Die kommt schließlich aus dem Dorf, für Fischer ist der Wegzug aus der Heimat aber endgültig: „Ihr Haus in Hohenfurch wurde endlich verkauft, so ein Glück. Jetzt kommt sie sicherlich nicht mehr zurück.“

Der Kapellen-Sprecher teilte in alle Richtungen kräftig – und zumeist reimend – aus. Sogar die „Burgberger-Sechsermusi“, die den Abend musikalisch umrahmte, bekam ihr Fett weg. Und auch vorm Publikum machte Fischer nicht Halt: Schön sei das Publikum in Peißenberg nicht, stellte er fest. Die Reaktion kommentierte er mit breitem Grinsen: „Wenn der Peißenberger was begreift, grölt er rum und pfeift.“

Ein paar im Publikum, die sprach er freilich direkt mit Namen an. Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Landtagsabgeordneter Harald Kühn mussten sich einige freche Seitenhiebe anhören – und taten das sichtlich mit Genuss.

Kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe forderte. Und es Michael Hosse nicht mehr auf dem Stuhl hielt.

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