Peißenberg

Stichtag für „Gewerbegebiet Ost“

Peißenberg - Die Erschließungskosten stehen fest.  Heute trifft der Peißenberger Marktrat eine Entscheidung, ob  das Projekt „Gewerbegebiet Ost“ weiter verfolgt wird. 

Robert Halbritter hat beim SPD-Neujahrsempfang aufhorchen lassen: Der Fraktionssprecher im Peißenberger Marktrat sagte, dass die Grundstücksverhandlungen für das seit Langem geplante „Gewerbegebiet Ost“ abgeschlossen seien und die Marktkämmerei nun die kostentechnischen Rahmenbedingungen prüfe. Haben sich Gemeinde und Grundeigentümer also geeinigt?

Auf diese Frage bekommt man von den Verantwortlichen im Rathaus keine Antwort. Über das „Gewerbegebiet Ost“, das auf der nördlichen Seite des Guggenbergs zwischen Umgehungsstraße und Pollinger Straße entstehen soll, wird im Gemeinderat nur vertraulich hinter verschlossenen Türen diskutiert. Im Gespräch mit der Heimatzeitung verrät Bürgermeisterin Manuela Vanni lediglich, dass in der nichtöffentlichen Sitzung des Marktrats am heutigen Mittwoch eine „definitive Entscheidung“ fallen werde, ob die Ausweisung des Gewerbegebiets weiterverfolgt wird oder nicht.

Laut Vanni stehen die Erschließungskosten inzwischen fest. Im Haupt- und Finanzausschuss sind bereits die Vermarktungskonditionen vorgestellt worden – natürlich in nichtöffentlicher Beratung. Die Kämmerei hat im Rahmen ihrer Prüfung, ausgehend von den monetären Forderungen der Grundeigentümer, berechnet, welchen Preis die Gemeinde beim Weiterverkauf der Grundstücke pro Quadratmeter verlangen müsste, damit für die Kommune die Vorinvestitionen und Finanzierungskosten amortisiert werden können. Die Frage ist nun, ob das durch die Erlösvorstellungen der Grundeigentümer bestimmte Preisniveau mit den Konditionen anderer Gewerbeflächenanbieter konkurrieren kann oder die Gemeinde bei der Vermarktung Gefahr läuft, auf den möglicherweise zu teuren Flächen sitzen zu bleiben.

Sollte der Gemeinderat diesbezüglich den Daumen senken, würde das allerdings noch nicht das endgültige Aus für das „Gewerbegebiet Ost“ bedeuten. Das Gremium könnte dann noch ein städtebauliches Umlegeverfahren in Gang setzen, im Rahmen dessen Grundstücke ohne formale Einigung mit den Eigentümern rechtlich so umgestaltet und getauscht werden, dass sie entsprechend den geltenden planungsrechtlichen Vorgaben bebaut werden können. Ob sich der Marktgemeinderat zu diesem scharfen Verwaltungsinstrument durchringen kann, bleibt abzuwarten.

Insgesamt geht es beim Gewerbegebiet um eine Fläche von acht Hektar. Ursprünglich hatte die Gemeinde 16 Hektar ins Visier genommen. Die Flächenreduzierung war ein Kompromissangebot an die Landwirte.

Bernhard Jepsen

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