Zwei Wahlempfehlungen für Robert Halbritter. 

Stichwahl in Peißenberg: Grüne und BV empfehlen Halbritter

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Frank Zellner (CSU/Parteilose) gegen Robert Halbritter (SPD): So lautet das Duell bei der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in Peißenberg. Für „Bündnis 90/ Die Grünen“ und die BV steht der Wunschnachfolger von Manuela Vanni (PL) bereits fest: Sie haben eine Wahlempfehlung für Halbritter abgegeben.

Peißenberg – Am kommenden Sonntag wird es noch einmal spannend: Wer setzt sich in der Stichwahl um den Chefsessel im Peißenberger Rathaus durch? Frank Zellner dürfte als Favorit ins Rennen gehen. Im ersten Wahlgang holte er über 33 Prozent der Stimmen und damit um satte sieben Prozent mehr als Halbritter. Das ist ein ordentliches Polster. Der SPD-Spitzenkandidat muss also aufholen – und dabei bekommt er Unterstützung von der Bürgervereinigung (BV) sowie von „Bündnis 90/ Die Grünen“. Beide Gruppierungen, die mit je drei Mandatsträgern im neuen Marktrat vertreten sein werden, empfehlen ihrer Wählerklientel, für Halbritter zu stimmen. „Der Robert und seine SPD stehen uns inhaltlich näher als die CSU“, erklärt der Vorsitzende der Bürgervereinigung Matthias Reichhart: „Wenn es in den vergangenen sechs Jahren um Mehrheiten für unsere Anträge gegangen ist, dann sind wir meistens von der SPD unterstützt worden – während uns die CSU torpediert hat.“ Ein wesentliches Kriterium für Reichhart ist die Haltung der Kandidaten zum BV-Premiumprojekt „Gemeinwohlökonomie“: „Die hat Zellner leider ausgeschlossen.“ Und: „Zellner hat keine kommunalpolitische Erfahrung. Da wird es sehr schwierig, einen Fuß auf den Boden zu bekommen“, mutmaßt Reichhart. Auch für die Chefin der Peißenberger Grünen, Annette Daiber, spielt die Gemeinwohlökonomie eine wesentliche Rolle: „Die ist sehr wichtig.“ Aber im Gespräch mit Halbritter hätten sich thematisch noch viele andere „Schnittmengen“ ergeben. Darunter falle die Einrichtung eines kostenlosen Ortsbusses, die Entwicklung eines umfassenden Radwegekonzepts, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität an der Ortsdurchfahrt zum Beispiel durch Tempo-30-Zonen und die innerörtliche Nachverdichtung. Auch bei der Vorgehensweise in punkto „Energiewende“ sei man sich weitestgehend einig. Im Gegenzug habe man sich darauf verständigt, dass die Peißenberger SPD für die Landratswahl eine Wahlempfehlung für Grünen-Kandidat Karl-Heinz Grehl ausspricht.

Daiber hatte nach dem ersten Wahlgang auch mit CSU-Spitzenkandidat Zellner Kontakt: „Das war ein freundliches Gespräch“, berichtet Daiber. Man habe sich auf einen „kollegialen Umgangston“ verständigt – egal, welche personelle Konstellation sich letztlich ergeben werde.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung räumt Zellner zwar ein, dass es ihm „lieber gewesen wäre“, wenn die Grünen für ihn eine Wahlempfehlung abgegeben hätten. Aber die Positionierung in Richtung SPD komme für ihn nicht überraschend. Generell nimmt Zellner die Wahlempfehlungen für seinen Konkurrenten gelassen hin: „Mit Wählerstimmen kann man nicht handeln. Die Bürger können sich eine eigene Meinung bilden“, betont er. Er habe zwar auch mit der „Peißenberger Liste“ (PL) gesprochen, allerdings sei er „nicht auf Werbetour gegangen“. Von Seiten der PL und auch der Freien Wähler gibt es keine Wahlempfehlungen: „Wir halten uns bedeckt und bleiben neutral“, erklärt PL-Vorsitzender Rudi Mach. Das gleiche Statement gibt der im ersten Wahlgang unterlegene FW-Bürgermeisterkandidat Walter Wurzinger ab: „Wir bleiben neutral.“ Allerdings: „Man wird uns für Mehrheiten im Marktrat benötigen.“

Und wie reagiert Robert Halbritter auf die Wahlempfehlungen? „Das ist toll und freut mich natürlich.“ Die Unterstützung der Grünen und der BV sei „naheliegend“ gewesen, „weil wir thematisch nicht weit auseinander liegen“. An Bedingungen beispielsweise bezüglich der personellen Besetzung für das Amt des Vize-Rathauschefs seien die Wahlempfehlungen nicht geknüpft. „Es hat von meiner Seite aus keinerlei Versprechungen gegeben. Der zweite Bürgermeister wird allein vom Marktrat gewählt – und das ist eine geheime Wahl, bei der man eh nicht weiß, was rauskommt“, so Halbritter.

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