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Pokale für die Gewinner: (hinten v.l.) Dieter Welscher, Thomas Schmid (Gedächtnispokal), Andreas Wurzer (Gedächtnispokal, 1. Stroh), Jörg Wurzer (Wanderpokal, 1. Herren, 2. Stroh), Rudi Haseidl, Birgit Hutzer (3. Stroh), Willi Stanke (2. Herren), Bernd Diem (3. Herren), Werner Haseidl (3. Stroh), (vorne v.l.) Elli Haseidl (1. Damen, 1. Stroh), Irmi Lehmeier, Manuela Dieterle (2. Stroh), Christine Schugg (3. Damen) sowie Kinder: Kira Wurzer (1.), Sophia Haseidl (3.), Franziska Wurzer (2.). 

Pfeifenclub Peißenberg-Sulz

„Stoßbuddeln“, die unbekannte Sportart

Seit mindestens  60 Jahren wird in Peißenberg  das Stoßbuddeln veranstaltet. Warum es so heißt, wusste aber niemand der  40 Teilnehmer.  

Mit Kirschholz-Kugeln wurde im Gasthof „zur Post“ beim traditionellen „Stoßbuddeln“ des Pfeifenclubs Peißenberg-Sulz am Karfreitag auf Kegel aus „federleichtem“ Eschenholz gezielt. Die rund 40 Teilnehmer traten an sechs Bahnen gegeneinander an. 

Peißenberg – Warum das Tischkegeln hierzulande „Stoßbuddeln“ heißt, wusste keiner der 40 Teilnehmer am traditionellen Stoßbuddeltag des Pfeifenclubs Peißenberg-Sulz zu beantworten. Und die Antwort auf die Frage, seit wann es die Veranstaltung gibt: „eigentlich schon immer“ – heißt, seit mindestens 60 Jahren. Immer am Karfreitag. Und immer mit viel Spaß und Gemütlichkeit. Und um letztere geht es schließlich auch hauptsächlich, erklärt Dieter Welscher, erster Kassier des 1886 gegründeten Vereins.

Das „Stoßbuddeln“, das beispielsweise in Oberösterreich als „Drauln“ (von drehen, kreiseln) mit einem Kreisel gespielt wird und früher dort unter dem Namen „Pumwoilfaln“ bekannt war, wird hierzulande mit einem Queue ausgetragen. Damit trifft man mit schwereren Kugeln aus Kirschholz auf Kegel aus federleichter Esche, denn „die sollen ja schließlich auch umfallen“, meinte Welscher.

Die 40 Spieler, darunter 3 Kinder, spielten an sechs Bahnen um Pokale und sogenannte Strohpreise. Bei letzteren handelt es sich seit jeher um Geräuchertes. Jeder Teilnehmer brachte in früheren Zeiten so etwas mit. Damit nicht offen zu Schau gestellt wurde, wie groß die Spende war, wurde sie in Stroh eingewickelt und in einem Korb gesammelt. Der Sieger des ersten Strohpreises durfte dann als erster nach dem größten Stück „fischen“.

Auf das Stroh habe man im Laufe der Jahre verzichtet, so Werner Haseidl, Vorsitzender des Vereins. Auch der Postwirt hatte etwas aus seiner Metzgerei dazu gespendet. Das Startgeld wird nach wie vor in alten Zigarrenkistchen aus Spanholz gesammelt. Nur noch ein einziges Mitglied des Pfeifenclubs raucht übrigens tatsächlich noch Pfeife. Alle anderen müssen bei der Jahresversammlung den traditionellen „Nichtraucherobolus“ bezahlen. Dieser beträgt 50 Cent, früher 50 Pfennig. Der Verein, der ebenfalls die Scheffler des Landkreises Weilheim-Schongau beherbergt, trifft sich jährlich zu sechs bis acht Veranstaltungen. Als nächstes steht das Grillfest an der Tiefstollenhalle am 1. Juli auf dem Programm. 

Myrjam C. Trunk

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