Seitdem es eine klare Altersgrenze für den Einsatz von Astrazeneca gibt, haben die Debatten im Impfzentrum aufgehört. Foto. dpa
+
Um die restlichen Bestände abzubauen, wird in der kommenden Woche im Impfzentrum in Peißenberg an zwei Tagen ausschließlich Astrazeneca verimpft.

Nach der Spritze beim Hausarzt

Die Technik spielt nicht mit: Geimpfte müssen sich selbst abmelden

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
    schließen

Neben dem Impfzentrum dürfen jetzt auch die niedergelassenen Ärzte im Landkreis Corona-Schutzimpfungen verabreichen. Das könnte unter Umständen für Probleme sorgen, wenn parallel auch Termin im Impfzentrum vereinbart werden.

Landkreis - „Nicht nur die Hausärzte, sondern auch die niedergelassenen Fachärzte beteiligen sich an der Impfkampagne“, sagte der neue ärztliche Koordinator im Landkreis, Dr. Peter Lidzba, gestern im Gespräch mit der Heimatzeitung. Will meinen, dass auch HNO-Ärzte, Gynäkologen und Hämatologen Impfstoffe bestellen und bei ihren Patienten verabreichen dürfen. Als „hart erkämpften Erfolg“ bezeichnete Lidzba, dass die niedergelassenen Ärzte von einem erheblichen Teil der ausufernden Dokumentationspflichten befreit wurden. „Wir führen eine detaillierte digitale Strichliste, die wir jeden Abend an die Kassenärztliche Vereinigung weiterleiten“, so Lidzba.

Was technisch derzeit nicht möglich ist, ist, dass diejenigen, die sich über BayImco für eine Impfung registriert haben und einen Termin bei ihrem Arzt bekommen, bevor sie im Impfzentrum an der Reihe wären, automatisch aus der Datenbank gelöscht werden.

„Wir weisen die Patienten nach der Impfung allerdings darauf hin, dass sie sich selbst abmelden müssen“, stellte Lidzba klar. So soll vermieden werden, dass Menschen, die bereits vom Hausarzt geimpft wurden, noch eine Einladung ins Impfzentrum bekommen und dann den Termin nicht wahrnehmen. „Das ist in den paar Tagen, an denen die Ärzte jetzt ebenfalls impfen, noch nicht sehr häufig vorgekommen“, so der Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller. Allerdings äußerte er seine Hoffnung, dass „die Ärzte ihren Patienten wirklich sagen, dass sie sich deregistrieren müssen, wenn sie bereits geimpft sind“. Denn sonst drohe Leerlauf im Impfzentrum. Und die vieldiskutierten AdHoc-Listen, auf denen Impfwillige und -berechtigte standen, die im Notfall sofort zur Impfung kommen könnten, würde man gerade auflösen, so Achmüller.

Eine technische Lösung, die dafür sorgt, dass beim niedergelassenen Arzt geimpfte Patienten automatisch aus der Datenbank entfernt werden, gebe es in Ermangelung geeigneter Schnittstellen zwischen Praxen und BayImco nicht, waren sich Achmüller und Lidzba einig.

Achmüller ist derweil damit beschäftigt, die vorhandenen Bestände am Astrazeneca-Impfstoff im Impfzentrum abzubauen. Denn die Landesregierung hat festgelegt, dass ab 19. April keine Erstimpfungen mehr mit Astrazeneca in den Impfzentren stattfinden sollen. Dieses Vakzin soll dann ausschließlich an die niedergelassenen Ärzte gehen. „Wir bekommen aber im Gegenzug mehr von den anderen Impfstoffen, das ist uns bereits zugesichert worden“, so Achmüller.

Um die Restbestände verimpfen zu können – allein in dieser Woche werden noch einmal 900 Impfdosen geliefert –, kündigte Achmüller an, dass am 14. und 15. April zwei Tage lang ausschließlich Impftermine mit Astrazeneca in Peißenberg angeboten werden. „Die Einladungen gehen jetzt raus“, sagte er gestern. Er betonte, dass nur Impfberechtigte nach Prioritätsliste, die älter als 60 Jahre sind, eingeladen werden und geimpft werden können. Und dass ein Wechsel auf einen anderen Impfstoff an diesen Tagen nicht möglich sein wird. „Wer kein Astrazeneca haben mag, der sollte diesen Termin nicht annehmen“, so Achmüller im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare