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So könnte der Parcours aussehen: Gelb sind mögliche Bahnen eingezeichnet, jeweils am Ende wurde ein Korb skizziert. Rot schraffiert ist grob das kartierte Biotop auf der Neuen Bergehalde gekennzeichnet. Die Bahnen mit den Nummern 1, 4 und 9 müssen noch mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen werden. Ökokontoflächen sind orange, Ausgleichsflächen grün schraffiert. 

Neue Bergehalde

Tendenz pro Discgolf-Parcours

Peißenberg - Der Bauausschuss ist für einen Discgolf-Parcours.  Es wurde die Forderung nach einer Debatte zur Nutzung der Neuen Bergehalde laut.

Es war eine schwere Geburt am Montag im Peißenberger Bauausschuss: Anderthalb Stunden dauerte es, bis das Gremium endlich einen Beschlussvorschlag zum Projekt „Discgolf-Parcours“ verabschiedetet hatte. Mit 5:3-Stimmen plädierte die Mehrheit des Ausschusses für den Bau der umstrittenen Sportanlage auf dem südwestlichen Ausläufer der Neuen Bergehalde. Das Votum ist aber nur eine Meinungstendenz. Das letzte Wort in der Sache hat der Gemeinderat nächste Woche.

Kein Zweifel, der von Marktrat Ernst Frohnheiser (CSU / Parteilose) vor einem Jahr aufs Tapet gebrachte Discgolf-Parcours ist längst zu einem Politikum geworden – und das nicht nur, weil die Interessengemeinschaft „Neue Bergehalde“ mit einer Unterschriftenliste gegen die Spielbahnen mobil macht. Es geht bei dem Projekt auch um die Frage, ob die Neue Bergehalde künftig freizeitgestalterisch aktiviert werden soll. „Da müssen wir uns einig sein. Weitere vier Jahre mache ich dieses Kasperltheater nicht mit“, sagte Parcours-Befürworter Jürgen Forstner (Bürgervereinigung) im Ausschuss. Es müsse geklärt werden, ob man die Neue Bergehalde „unter totalen Naturschutz“ stellt oder den Empfehlungen des vom Marktrat im letzten Herbst verabschiedeten Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) folgt. Die Basis dazu sei in zwei Bürgerwerkstätten gelegt worden, bei denen klar der Wille zum Ausdruck gekommen sei, die Neue Bergehalde zu beleben. Jutta Geldsetzer (SPD) hielt dagegen: Ihr habe man gesagt, das ISEK sei „ja nur ein Konzept‘“. Die Neue Bergehalde sei zudem das Öko- und Ausgleichsflächenkonto der Gemeinde, das sei aber vielen offenbar nicht bewusst. Zum Discgolf-Parcours sagte Geldsetzer: „Das Potenzial dieser Sportart sehe ich nicht.“ Kritisch wird der Parcours auch von den Fachstellen gesehen. Die Forstverwaltung will zum Beispiel die Verkehrssicherungspflicht im Bereich der Spielbahnen nicht übernehmen. Die Untere Naturschutzbehörde verweist auf die kartierten Biotope und erwartet Interessenkonflikte mit der Landwirtschaft. Der Bund Naturschutz sorgt sich um die Enzian- und Orchideenvorkommen, und die Jäger befürchten, dass von den Discgolf-Spielern aufgescheuchte Rehe an der Schongauer Straße mit Autos kollidieren könnten. Die Argumentation der Fachstellen sorgte im Ausschuss zum Teil für Kopfschütteln. Die Bürgermeisterin stufte die Stellungnahmen als „nicht so negativ ein“: „Wenn der Marktrat es will“, so Manuela Vanni, „dann wird man eine Möglichkeit finden, den Parcours zu bauen.“

Laut Bauamt würde die Anlage mit rund 16 000 Euro (Material und Bau) zu Buche schlagen. Dazu wäre jährlich ein Unterhalt von etwa 2100 Euro fällig, vor allem für die Überprüfung der Verkehrssicherheit. 7000 Euro sind bislang als Sponsorengelder akquiriert. Ursprünglich sollte der Discgolf-Parcours für die Gemeinde kostenneutral realisiert werden. Doch auf Initiative von Werner Hoyer (Peißenberger Liste) sprach sich der Ausschuss für eine Übernahme der Kosten aus, die beim Bau nicht durch Eigenleistung abgedeckt werden können: „Wir sind als Gemeinde in der Verpflichtung, etwas für die Gesellschaft zu tun. Ich bin grundsätzlich für den Sport. Aber bislang wird nur Stimmungsmache dagegen betrieben“, so der PL-Fraktionschef.

Bernhard Jepsen

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