Freuen sich auf den „Treffpunkt Gesundheit“: (v.l.) Thomas Lippmann, Karin Hosse, Dr. Uwe Bellinghoven (medizinischer Reha-Leiter) und Ingrid Haberl.
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Freuen sich auf den „Treffpunkt Gesundheit“: (v.l.) Thomas Lippmann, Karin Hosse, Dr. Uwe Bellinghoven (medizinischer Reha-Leiter) und Ingrid Haberl.

In der Rigi-Rutsch‘n in Peißenberg

Nach schwierigen Zeiten im Therapiezentrum PRO herrscht jetzt Aufbruchstimmung - zurecht

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Ihr Leistungsspektrum zeigen sowie Impulse in Sachen „Gesundheit“, „Wohlbefinden“ und „Medizin“ geben. Das möchte das ambulante Therapiezentrum PRO beim „Treffpunkt Gesundheit“ im „Rigi-Rutsch’n“-Betriebsgebäude. Auch die Krankenhaus-GmbH ist beim Aktionstag am kommenden Samstag dabei.

Peißenberg – Es waren eher schwierige Zeiten, die das von den Peißenberger Gemeindewerken und der Krankenhaus-GmbH des Landkreises getragene ambulante Therapiezentrum PRO (Prävention-Rehabilitation-Oberland) seit seiner Eröffnung im April 2019 bislang durchmachte. Die Corona-Krise drückte ordentlich auf die Belegzahlen - ebenso wie die fehlende Zulassung durch die Rentenversicherung. Eine wesentliche Patienten-Zielgruppe fällt damit vorläufig durchs Raster. Bislang schreibt die Reha rote Zahlen. Reinhard Huber, der Ideengeber für die Reha-Tagesklinik, wurde inzwischen als Geschäftsführer abgelöst. Seitdem wird fleißig an einer Neustrukturierung gearbeitet. Ein wesentlicher Hoffnungsschimmer: Mittlerweile gibt es von der Rentenversicherung positive Signale – zumindest im Hinblick auf eine Übergangsphase (wir berichteten).

Aktionstag am Samstag

Im Therapiezentrum herrscht also so etwas wie Aufbruchstimmung – und genau die will man auch beim „Treffpunkt Gesundheit“ am kommenden Samstag (31. Juli) zwischen 10 und 17 Uhr im Gesundheits- und Bäderpark „Rigi-Rutsch’n“ vermitteln. Es soll das gesamte Leistungsspektrum gezeigt werden, angefangen von der postoperativen bis hin zur medizinischen Reha. Interessierte können sich darüber informieren, wie man als Patient das Therapiezentrum nutzen kann, wie eine Reha abläuft und welche Begleitprogramme (zum Beispiel Ernährungsberatung und psychologische Betreuung) angeboten werden.

Auch die Krankenhaus-GmbH wird am Aktionstag präsent sein: „Wir haben großes Interesse daran, in Peißenberg unser Gesicht zu zeigen und um Vertrauen für unsere Kliniken zu werben“, betonte Thomas Lippmann, der GmbH-Geschäftsführer, anlässlich eines Pressegesprächs. Die Vernetzung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung werde immer bedeutsamer und müsse „gut funktionieren“. Von Seiten der Orthopäden der Krankenhäuser in Schongau und Weilheim gebe es großes Lob für das Reha-Zentrum: „Wir haben die mit Abstand besten Erfolge, wenn die Patienten nach den Operationen die Reha in Peißenberg besuchen“, lobte Lippmann. In Zukunft wolle man die PRO-Tagesklinik „noch mehr unterstützen“: „Wir wollen, dass sie weiter wächst und bald aus der Übergangs- rein in eine schnelle Wachstumsphase kommt.“

Aber heißt das im Umkehrschluss nicht, dass sich die Krankenhaus-GmbH als Minderheitsgesellschafter und strategischer Partner bislang nicht adäquat um seine Tochtergesellschaft gekümmert hat? Lippmanns Antwort auf diese Frage lässt Raum für Spekulationen: Die ambulante Reha sei demnach bislang „eher isoliert betrachtet“ worden. Der ehemalige PRO-Geschäftsführer, so Lippmann, habe vieles „relativ alleine organisiert“. Nun aber stehe der „Vernetzungsgedanke“ im Vordergrund. Soll heißen: Die Reha als kleine Tagesklinik mit aktuell rund 35 Patienten am Tag und 25 Mitarbeitern soll die Krankenhaus-Administration synergetisch mitnutzen – unter anderem beim Einkauf von Behandlungsmaterialien oder im Hygienebereich. Dadurch sollen die Abläufe wirtschaftlicher gestaltet werden.

Thematisch soll das Angebotsspektrum zudem weiter ausgebaut werden – mit Trainings- und Kursprogrammen, aber auch mit einem stärkeren Fokus auf die präoperative Rehabilitation, bei der zum Beispiel das Laufen mit Gehstützen bereits im Vorfeld des operativen Eingriffs geübt wird. Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl – das Kommunalunternehmen (KU) trägt allein das wirtschaftliche Risiko – ist vom Sinn und Zweck des Therapiezentrums fest überzeugt: „Wir glauben an die Perspektive. Ich bin superoptimistisch“, so die KU-Chefin. Es sei „politischer Konsens“, die Einrichtung trotz der bislang roten Zahlen weiterzuführen. Ab 2023 wolle man positive Ergebnisse einfahren. Unabhängig von finanziellen Aspekten müsse man zudem berücksichtigen, dass die Reha eine Lücke in der Gesundheitsversorgung schließt. „Das Therapiezentrum ist eine absolut sinnvolle Einrichtung“, so Haberl.

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