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„Land unter“ herrschte 2016 an der Bachstraße in Peißenberg.

Peißenberg

Treibholzsperren doch erst nächstes Jahr

Schlechte Nachricht für die Anlieger der Bachstraße: Den vom Wasserwirtschaftsamt „zeitnah“ zugesagten Bau von Treibholzsperren an den Zuläufen zum Wörthersbach wird es heuer nicht mehr geben. Das teilte die Behörde in einem Brief an die „Interessensgemeinschaft Hochwasserschutz“ mit. Die Reaktion der IG fällt entsprechend kritisch aus.

Peißenberg – Bei Schlechtwetterprognosen dürfte sich die Gemütslage der Anlieger an der Bachstraße bald wieder zwischen Hoffen und Bangen bewegen – dann nämlich, wenn die heurige Hochwassersaison beginnt. Wie das Wasserwirtschaftsamt nun in einem Brief an die „Interessensgemeinschaft Hochwasserschutz“ mitteilt, kann eine der geforderten „Sofortmaßnahmen“ eben nicht „sofort“ umgesetzt werden: „Die Installation der Treibholzfänge ist vor der diesjährigen Hochwassersaison nicht machbar. Wir gehen aber davon aus, dass sie bis zum nächsten Frühjahr in Betrieb gehen können“, führt Bernhard Müller, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt, in einem zweiseitigen Schreiben aus. Die IG hatte sich Mitte Februar in der Angelegenheit ebenfalls schriftlich an die Behörde gewandt und den Bau von Treibholzfängen am Sulzer-, Michels- und Stadelbach sowie am Buchaugraben als „absolutes Muss“ bezeichnet.

Wie Müller in seinem Brief beteuert, würde das Wasserwirtschaftsamt mit Hochdruck an den Planungen arbeiten. Allerdings müsse zunächst eine fundierte Konzeption erstellt, der Baugrund erkundet, die passende Konstruktion gefunden und die Statik berechnet werden. Zudem seien die Treibholzfänge als Gewässereinbauten einzustufen, was wiederum ein wasserrechtliches Verfahren nach sich ziehen würde. „Es kommt also noch einiges an Arbeit auf uns zu, die ursprünglich nicht auf unserer To-Do-Liste stand“, erklärt Müller in seinem Schreiben vom 10. April. Auch im Gespräch mit der Heimatzeitung betont der Abteilungsleiter, dass man an den Oberläufen des Wörthersbachs „nicht irgendwas hinbauen“ könne. Auch dürfe man sich von der Wirkung der Treibholzfänge auf den innerörtlichen Hochwasserschutz nicht zu viel versprechen: „Die Defizite am Wörthersbach sind so groß, dass der Bach auch ohne Treibholz ausspült.“ Müller fordert die IG Hochwasserschutz in seinem Schreiben dazu auf, in puncto „Hochwasserschutz“ mit dem Wasserwirtschaftsamt an einem Strang zu ziehen und „mit offenen Karten zu spielen“. Die Formulierung spiegelt durchaus das angespannte Verhältnis zwischen der IG und der Behörde wider. Auf Nachfrage der Heimatzeitung moniert Müller, dass von Seiten der IG vieles nur über die Presse austragen werde. „Man spricht selten miteinander. Dabei haben wir ja die gleichen Interessen und sollten schauen, dass man zusammen etwas erreicht.“ Allerdings übt der Abteilungsleiter im Zusammenhang mit der überraschend angesetzten Ausbaggeraktion im vergangenen Dezember auch Selbstkritik: „Wir waren der Meinung, dass wir es genügend kommuniziert hätten. Aber das war offenbar nicht so. Wir werden künftig verstärkt darauf achten.“

In den Reihen der IG wiederum ist man mit dem Kommunikationsstil und der zögerlichen Planungsabwicklung des Wasserwirtschaftsamts nicht zufrieden. Müllers kritische Andeutungen mit den „offenen Karten“ würden jedenfalls „Rätsel aufgeben“, erklärt IG-Sprecherin Anna Hofstetter-Kerndl. Dass die Treibholzsperren nicht mehr vor der Hochwassersaison gebaut werden, „ist einfach unbefriedigend und enttäuschend“. Es würde kein gutes Licht auf eine Fachbehörde werfen, wenn die Installation von Holzfängen fast drei Jahre nach dem verheerenden Hochwasser von 2016 nicht auf der To-Do-Liste des Wasserwirtschaftsamts stehen würde, sondern erst nachdrücklich von einer Bürgerinitiative gefordert werden müssten.

Bernhard Jepsen

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