Regelmäßig ruft Vereinspräsident Stefan Rießenberger (vorne) die Abteilungsleiter im TSV Peißenberg zur Corona-Schulung zusammen.
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Regelmäßig ruft Vereinspräsident Stefan Rießenberger (vorne) die Abteilungsleiter im TSV Peißenberg zur Corona-Schulung zusammen.

TSV Peißenberg fährt auf kurze Sicht

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Beim TSV Peißenberg ist diese Woche das eingetreten, wovor sich alle seit Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs gefürchtet haben: Ein Bub aus einer Eishockey-Jugendmannschaft ist an Corona erkrankt. „Der schlimmste Fall, der einem Verein passieren kann“, sagt Präsident Stefan Rießenberger.

Es sind aufregende und arbeitsintensive Zeiten für die Vorstands-Mitglieder des TSV Peißenberg. „Seit der Trainingsbetrieb von Eishockey und Fußball wieder läuft, sind wir jeden Tag unterwegs und schauen, ob alles eingehalten wird“, sagt der Präsident des Vereins, Stefan Rießenberger. Mit „alles“ sind die Regeln des Hygieneschutzkonzeptes gemeint, das der TSV Peißenberg vorlegen musste, bevor er den Trainingsbetrieb nach der Corona-Pause wieder aufnehmen konnte (wir berichteten).

„Das ist schärfer als es sein müsste“, sagt Rießenberger. Zum Beispiel herrsche in den Sportstätten die der TSV Peißenberg benutzt, Maskenpflicht im Innen- und im Außenbereich. Erst, wenn die Spieler das Spielfeld betreten, dürften sie ihre Masken abnehmen, sagt Rießenberger. Auch im Eisstadion herrsche „generelle Maskenpflicht.“ Dass die Vorgaben eingehalten wurden, haben Rießenberger und seine Kollegen aus dem Vereinsvorstand regelmäßig überprüft. „Wir fahren regelmäßig die Sportstätten ab und kontrollieren“, sagt der Vereinspräsident. Da wird unter anderem die Entfernung der Sportgeräte voneinander gemessen, es werden Abstandslinien in den Hallen aufgeklebt. Jede Sparte musste einen Corona-Beauftragten benennen, der dafür zuständig ist, dass die Regeln in den jeweiligen Sparten auch umgesetzt werden. Etwa alle zwei Wochen treffen sich die Abteilungsleiter zur Corona-Schulung, bei der Lockerungen und Verschärfungen angesprochen werden. „Dazu sind wir verpflichtet, aber wir treffen uns häufiger als verlangt“, sagt Rießenberger.

Daran, dass die Vereinsführung den Hygieneschutz sehr ernst nimmt und die Regeln entsprechend streng sind, habe es in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik gegeben, sagt der TSV-Präsident. Dennoch haben sich seine Kollegen und er nicht davon beeindrucken lassen und an ihrem Konzept festgehalten.

Darüber ist Rießenberger spätestens seit am Mittwoch klar war, dass sich einer der Eishockey-Nachwuchsspielermit dem Coronavirus infiziert hat, froh: „Wir aus dem Präsidium können sagen, dass wir alles getan haben, was getan werden musste.“ Auch, wenn der positive Coronatest „der schlimmste Fall“ sei, der einem Sportverein passieren könne. Und das ganze Ausmaß sei erst bekannt, wenn alle Testergebnisse vorlägen. Wie berichtet, wurde der Trainings- und Spielbetrieb für den Eishockey-Nachwuchs vorerst abgesagt. Die anderen Sparten möchten laut Rießenberger so lange weiter machen, wie es die Infektionszahlen zulassen: „Wir arbeiten von Tag zu Tag“, sagt er.

Neben diesen ganzen Hürden, die es derzeit zu nehmen gilt, drohen ernsthafte finanzielle Probleme, wenn sich die Coronakrise so weiterentwickelt: „Wir haben zum Beispiel viel weniger Einnahmen bei der Eissporthalle. Das reißt ein ganz schönes Loch in die Kasse“, so Rießenberger. In den anderen Sparten sehe es ähnlich aus. Der TSV-Peißenberg hat in normalen Jahren einen Jahresumsatz von rund einer Million Euro.

All diese Schwierigkeiten lassen sich laut Rießenberger nur meistern, weil die einzelnen Mitglieder der Vorstandschaft so gut zusammenarbeiten würden: „Wir ziehen alle an einem Strang.“

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