Das sind die Varianten: Variante 1: Streckenlänge: 5,2 km, max. Höhendifferenz: 30 Meter, Fahrzeit: 17 Minuten, Kosten: 1,9 Millionen Euro. Variante 2: Streckenlänge: 5,7 km, max. Höhendifferenz: 18 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 1,8 Millionen Euro. Variante 2.1: Streckenlänge: 5,7 km, max. Höhendifferenz: 18 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 3,2 Millionen Euro. Variante 3: Streckenlänge: 5,8 km, max. Höhendifferenz: 23 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 2,6 Millionen Euro. Grafik: Staatl. Bauamt
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Das sind die Varianten: Variante 1: Streckenlänge: 5,2 km, max. Höhendifferenz: 30 Meter, Fahrzeit: 17 Minuten, Kosten: 1,9 Millionen Euro. Variante 2: Streckenlänge: 5,7 km, max. Höhendifferenz: 18 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 1,8 Millionen Euro. Variante 2.1: Streckenlänge: 5,7 km, max. Höhendifferenz: 18 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 3,2 Millionen Euro. Variante 3: Streckenlänge: 5,8 km, max. Höhendifferenz: 23 Meter, Fahrzeit: 19 Minuten, Kosten: 2,6 Millionen Euro.

Peißenberg

Vage Chance für Radweg nach Oberhausen

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Viele Wege führen von Peißenberg nach Oberhausen – aber bislang noch keine sichere und direkte Radwegeverbindung für den Schüler- und Alltagsverkehr. Die beiden Gemeinden machen nun erneut Druck – und der Landkreis wäre theoretisch mit im Boot. Doch die Realisierungschancen sind vage.

Peißenberg – Der Bau einer alltagstauglichen Radwegeverbindung zwischen Peißenberg und Oberhausen steht in den beiden Nachbargemeinden schon lange im Forderungskatalog. „Seit mindestens zehn Jahren kämpfen wir nun schon darum“, konstatierte Manuela Vanni (Peißenberger Liste, kurz: PL) in der jüngsten Marktratssitzung: „Ich hoffe nicht, dass noch einmal zehn Jahre vergehen.“

Doch ob der Wunsch der Altbürgermeisterin in Erfüllung gehen wird, ist fraglich. Bei dem Projekt geht es um Kosten, um Fördermittel, um die Verfügbarkeit von Grundstücken und nicht zuletzt um verfahrensrechtliche Hürden. Wie sich in der Ratssitzung zeigte, steckt das Projekt planerisch auch nach zehn Jahren allenfalls im Anfangsstadium. Zum Tagesordnungspunkt „Radwegeverbindung Peißenberg – Oberhausen; Diskussion der möglichen Vari-anten und Vorschlag von zwei Varianten“ waren eigens Kreiskämmerer Norbert Merk und Andreas Lenker, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Weilheim, eingeladen worden. Ihre Botschaft war klar: Staatliche Förderungen gibt es für eine alltagstaugliche Radwegeroute nur, wenn selbige asphaltiert wird. „Das gefällt niemandem, der Frau Landrätin nicht und mir auch nicht“, räumte Merk zwar ein, aber bei Nichteinhaltung der Zuschusskriterien wäre das Ergebnis „null Prozent Förderung“: „Also irgendwo an der Ammer eine Brücke bauen und den Rest so lassen wie er ist, das wird nicht gehen“, verdeutlichte Merk.

Der Kreiskämmerer spielte damit auf die Routenvariante „3“ an, die auf dem bestehenden Kiesweg am nördlichen Ammerdamm verlaufen und dann über eine neue Ammerbrücke Richtung Oberhausen abzweigen würde. Ein weiteres K.o.-Kriterium für Trasse „3“ sind die Kosten. Das staatliche Bauamt beziffert den Brückenschlag auf 2,6 Millionen Euro: „Das ist schon erheblich“, meinte Lenker. „Die notwendige Spannweite von über 30 Metern macht die Gründung nicht einfach.“

Wie bereits der Gemeinderat in Oberhausen votierte der Marktrat nicht ganz unerwartet mit breiter Mehrheit für die Planungsvarianten „1“ und „2“. Sie sollen nun vom Staatlichen Bauamt näher untersucht werden. Variante „1“ verläuft parallel entlang der Kreisstraße WM 15 zwischen Oberhausen und Peißenberg. Variante „2“ biegt bei Maxlried Richtung Eyach ab und führt über den Reiterhof „O‘Malley & Friends“ zur Wörther Scheithaufbrücke.

Beide Trassen sind aktuell mit „nur“ rund zwei Millionen Euro an Kosten taxiert. Für Variante „2“ würde es noch eine speziell von der „Peißenberger Liste“ befürwortete Untervariante geben, die vom Reiterhof über einen Brückenschlag zum Campingplatz respektive zur Badstraße führen würde.

Der Vorteil wäre eine nähere Anbindung zu Peißenbergs nördlichem Ortsteil: „Wenn, dann sollten wir es gleich g’scheit machen“, argumentierte Anton Höck (PL). Ansonsten würden die Radler lediglich an der Scheithaufbrücke und damit weit im Süden Peißenbergs rauskommen.

Der Nachteil von Variante „2.1“: Es bräuchte wieder ein teures Brückenbauwerk. Widerspruch zu Höcks Ausführungen kam deshalb von Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung, kurz: BV). Es gehe nicht darum, eine „romantische Lösung“ (gemeint war damit Variante „3“) oder eine „Wunschlösung“ (2.1) zu konzipieren, sondern eine alltagstaugliche und realisierbare Variante zu finden – „und außerdem: Scheithauf ist das Tor zur Welt“, meinte Rießenberger schmunzelnd. Der BV-Fraktionssprecher ist stolzer Bewohner des Ortsteils. Doch eine schnelle Realisierung einer alltagstauglichen Radwegeverbindung wird es wohl nicht geben. Variante „2“ fast vollständig, aber zum Teil auch Route „1“ verlaufen durch FFH-Gebiet und Biotopflächen. „Es gibt noch keine genaue Planung. Es wurde auch noch kein Umweltbüro beauftragt“, erklärte Lenker.

Basis der bisherigen Erkenntnisse ist lediglich eine Konzeptstudie, die vor ein paar Jahren einmal von Studenten der TU Stuttgart angefertigt wurde. „Die Naturschutzverbände hauen uns das um die Ohren“, meinte Peter Blome (SPD) zur Vari-ante „2“ und das Asphaltierungsgebot (Stichwort: Förderung). Die Erfolgsaussichten für die Genehmigungsplanung seien deshalb bei Route „1“ am größten. Widerspruch erntete Blome von Lenker nicht: „Theoretisch ist das so. Die Begeisterung der Naturschutzverbände wird eher bei Variante ,1‘ liegen.“

Aber auch die Route entlang der WM 15 hat einen Haken: Für den Radwegebau müssten die Grundeigentümer Flächen abtreten. „Eigentlich hat man uns da immer signalisiert, dass das nicht möglich ist“, gab Manuela Vanni zu bedenken. Und Merk meinte, dass man für den Grund auch „keine Fabelpreise“ zahlen könne.

In der nächsten Woche wird sich der Kreistag mit dem Thema „Radwegebau zwischen Peißenberg und Oberhausen“ befassen.

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