Kläger vor Verwaltungsgericht gescheitert

Kein Verbot für Oldtimertreffen

Alte Fahrzeuge und viele Besucher lockt das Oldtimertreffen nach Peißenberg. Dieses Foto entstand 2014.

Das Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ in Peißenberg ist beliebt. Zumindest bei vielen. Aber eben nicht bei allen. Ein Anwohner hatte dagegen geklagt. Nun kam es zur Verhandlung.

Peißenberg/München – Sie sind zu einem der Höhepunkte im Peißenberger Veranstaltungsjahr geworden, die Oldtimertreffen, die die „Gasoline Gang“ jedes Jahr im Juni rund um und in der Peißenberger Tiefstollenhalle veranstaltet. Es gibt Live-Musik von verschiedenen Bands, die vor der Halle und später in der Halle auftreten, es gibt Essen und Trinken, einen Biergarten im Freien – und natürlich alte Fahrzeuge. Ob das fünfte Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ im vergangenen Jahr auch gleichzeitig das letzte seiner Art war, darüber hatte nun das Verwaltungsgericht München zu entscheiden.

Ein Peißenberger, der an dem Gelände lebt, hatte Klage eingereicht mit dem Ziel, dass die Gemeinde Peißenberg verpflichtet wird, die Genehmigung für das Oldtimertreffen nicht mehr zu erteilen. Der Anwohner führte vor allem an, dass die Lärmbelästigung, die von der gesamten Veranstaltung ausgehe, zu groß sei und dass die Zufahrt zu seinem Grundstück nur erschwert möglich sei während dieses eintägigen Festes.

Der Markt Peißenberg verzichtete auf einen Anwalt, um die Prozesskosten gering zu halten, sagte Bürgermeisterin Manuela Vanni vor Gericht. Nach München begleitet wurde sie von Andreas Fischer, der beim Markt Peißenberg als Sachbearbeiter für die Genehmigung des Oldtimertreffens zuständig ist, und Franco Colle, Vorsitzende der „Gasoline Gang“.

Der Vorsitzende Richter Hans Haider ließ sich zunächst schildern, worüber der klagende Anwohner so erzürnt ist: „Die drehen voll auf und fahren Vollgas. Es gibt erhebliche Lärmbelästigungen etwa im Zusammenhang mit der Prämierung, und es ist alles vollgeparkt“, schilderte der Kläger. Colle zeichnete ein anderes Bild von der Veranstaltung: „Der Weg ist immer drei bis vier Meter frei.“ Die einzigen Fahrzeuge, die auf das Festgelände fahren dürften, seien die Oldtimer – und das auch nur zu Beginn des Treffens, wenn diese eine Runde vor der Tiefstollenhalle drehen würden. „Die fahren nur einmal herum, dann parken sie.“

Richter Haider stellte daraufhin eindeutig klar, dass es bei ihm auf keinen Fall ein Verbot des Oldtimertreffens der „Gasoline Gang“ geben würde: „Im Grundsatz ist diese Veranstaltung genehmigungsfähig, das ist gar kein Problem.“ Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber für den Veranstalter: Der Richter forderte, dass die „Gasoline Gang“ eine lärmschutztechnische Einschätzung vorlegt, damit die Gemeinde im Genehmigungsverfahren eine „vernünftige Prüfung im Hinblick auf die Zumutbarkeit“ vornehmen kann. Die Einschätzung soll zusammen mit den übrigen Unterlagen für die Genehmigung bis Mitte März beim Markt Peißenberg vorliegen. Einen Monat später sollte die Gemeinde alles geprüft haben und dann dem Kläger die Unterlagen zugänglich machen, damit dieser die Möglichkeit habe, „gegebenenfalls Rechtsschutz zu suchen“.

Die Bürgermeisterin sieht das Lärmschutzthema gelassen: „Ich glaube nicht, dass wir die kritischen Werte erreichen“, sagte Vanni.

Kathrin Hauser

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