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Bei bestem Wetter fand die Leonhardifahrt  in Peißenberg statt. 10.000 Besucher kamen, um sie zu sehen. 
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Wegen des Sturms wurde sie auf Reformationstag verlegt

Leonhardifahrt mit einem Wermutstropfen

Das Wetter war herrlich, besser hätte man es sich für eine Leonhardifahrt nicht wünschen können. Und doch stellte Pfarrer Georg Fetsch, der am Dienstag vor der Kirche Maria Aich die Pferde segnete, fest: „Einen Wermutstropfen gibt es.“

Peißenberg – Fetsch bezog sich auf den einmaligen Feiertag zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, das auch in der evangelischen Gemeinde in Peißenberg gefeiert wurde. Am selben Tag fand in der marktgemeinde die Leonhardifahrt statt, die wegen des Sturms am vergangenen Sonntag verlegt worden war. „Mir tut die Situation sehr leid“, so der katholische Pfarrer, aber man habe schnell entscheiden müssen. Beide Veranstaltungen würden aber nicht im Widerspruch zueinander stehen, sie würden sich ergänzen, so der Pfarrer. Gerade in schwierigen Zeiten gelte es, die Gemeinsamkeiten in Christus zu betonen und zusammenzustehen, so Fetsch.

Auch der Vorsitzende des Leonhardivereins Peißenberg-Ammerhöfe, Georg Kropf hielt die Entscheidung, die wegen des Sturms abgesagte Leonhardifahrt auf den 31. Oktober zu verschieben, für richtig. Es sei viel Arbeit investiert worden, um die Fahrt vorzubereiten. Die Absage sei aber aus Sicherheitsgründen erforderlich gewesen. Da alle schnell reagiert hätten, konnte der einzig mögliche Ausweichtermin am Dienstag für einen zweiten Versuch angesetzt werden. Die beteiligten Vereine und die Diözese hätten zugestimmt, und die Zusammenarbeit mit den Behörden habe sehr gut funktioniert.

Die Rosserer und die katholischen Christen nehmen es nicht so genau mit dem Begriff „Leonhardi“-Fahrt. Neben dem heiligen Leonhard waren auf den Motivwagen auch andere Heilige genannt, so etwa bei den Bienenzüchtern der heilige Ambrosius. Die Flößer erhofften sich mit der Aufschrift „Heiliger Nepomuk, bitt’ für uns“, die Hilfe des in der Moldau ertränkten Geistlichen, der als Brückenheiliger verehrt wird. Und die Anhänger der Leonhardifahrt grenzen auch die evangelischen Christen nicht aus. Auf einem Wagen, auf dem die Peißenberger Kirchen dargestellt waren, war auch das evangelische Gotteshaus zu sehen.

Die Besucher waren in gewohnt großer Zahl gekommen. Nach Schätzung von Kropf waren es heuer wieder rund 10 000 Besucher. Auch die angemeldeten 55 Wagen und 260 Pferde hätten teilgenommen. Die Tatsache, dass gleichzeitig das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert wurde, habe nicht zu einem Einbruch der Besucherzahl geführt, so Kropf.

„Es war schon mehr Aufwand“, sagte Christian Strauß zur Verschiebung des Termins, „aber das Wetter hat’s entschädigt.“ Für den Wildsteiger hat die Vorbereitung um fünf Uhr früh begonnen, um sieben Uhr ist er losgefahren. „Und um fünf Uhr abends ist der Tag rum“, schätzt er. „Es ist halt unser Hobby“, sagte er zum Aufwand. Strauß hat mit 16 Jahren bei der Leonhardifahrt angefangen, und heute ist sein 28-jähriger Sohn Michael „auch schon zehn Jahre dabei“.

Thomas Bader sen. nimmt seit 1982 an der Leonhardifahrt teil. Der Peißenberger hat als Standartenbegleiter angefangen, seit 13 Jahren ist er Vorreiter. Sein Sohn Thomas Bader jun. ist derzeit Standartenträger, sein zweiter Sohn begleitet die Standarte. So ist der Nachwuchs in der Familie, die am Dienstag mit fünf Pferden vertreten war, gesichert.

„Bärig war’s, und das Wetter hat auch gepasst“, bilanzierte Lorenz Zahler aus Eberfing, der früher selbst mitgeritten ist. Dafür, dass die Fahrt am Sonntag abgesagt wurde, hat der Pferdehalter, der mit seinen zwei Haflingern Kutschfahrten anbietet, volles Verständnis. Bei dem Sturm am Sonntag wäre es zu gefährlich gewesen.

Alfred Schubert

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