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Bürgermeisterin Manuela Vanni (am Rednerpult) begrüßte rund 60 Besucher bei der Bürgerversammlung. 

Peißenberg

Versammlung fast ohne Misstöne

Mit etwa 60 Besuchern gab es bei der Peißenberger Bürgerversammlung am Mittwochabend noch viele freie Plätze in der Tiefstollenhalle. Dabei blickte Bürgermeisterin Manuela Vanni auf ein ereignisreiches Jahr zurück und kündigte für die Zukunft viele Bauprojekte an.

Im Vergleich zur Bürgerversammlung im vergangenen Jahr, bei der es kräftig Kritik gehagelt hatte für Bürgermeisterin Manuela Vanni, war die diesjährige Versammlung, zu der rund 60 Peißenberger am Mittwochabend in die Tiefstollenhalle gekommen waren, eine Kuschelstunde.

Vor dem Rückblick auf das vergangene Jahr gab es noch einen kleinen Ausblick auf das kommende, in dem es in Peißenberg 100 Jahre Markterhebung zu feiern gilt. Das Fotografenehepaar Brigitte und Emanuel Gronau hat dazu einen Kalender beigetragen, der bei der Bürgerversammlung kurz vorgestellt wurde und auch zu kaufen war.

Dann ließ Bürgermeisterin Manuela Vanni das vergangene Jahr Revue passieren. Als wichtigste Projekte nannte sie den Abschluss der energetischen Sanierung des AWO-Kinderhauses, die beiden Baumaßnahmen an der Ortsdurchfahrt, das Planfeststellungsverfahren für den Hochwasserschutz in Peißenberg Süd sowie den Baubeginn des Jugendzentrums mit Bürgerhaus.

Am Beispiel dieser Baustelle beschrieb Vanni, wie schwierig es inzwischen ist, den anfallenden Aushub wieder los zu werden. „Es sind 2000 Tonnen Aushub angefallen, die beprobt werden mussten“, sagte die Bürgermeisterin. Rund 700 Tonnen davon seien mit Kohlepartikeln durchsetzt gewesen: „Es war nicht zulässig, das Material zu verwerten“, so die Bürgermeisterin. Der Aushub musste für 90 000 Euro entsorgt werden.

Der Rest lagert weiter auf der Rückhaltefläche. Die Entsorgung würde weitere 200 000 Euro kosten, deswegen prüft die Gemeinde, ob das Material für andere Maßnahmen, zum Beispiel die Gestaltung der Bergehalde verwendet werden kann. „Ich finde es nicht nachvollziehbar, dass beim Aushub rund 300 000 Euro Entsorgungskosten anfallen“, sagte Vanni. Sie versicherte nochmals, dass von dem gelagerte Material – selbst bei einem Hochwasser keine Gefahr ausgeht.

„Die Haushaltslage ist sehr entspannt“, sagte Vanni über die finanzielle Situation der Marktgemeinde. Das wird sich vermutlich ändern. „In den nächsten Jahren gibt es sehr viele notwendige investitionen“, so Vanni. Sie rechne mit einem Gesamtaufwand von rund 30 Millionen Euro ohne Zuschüsse.

Anschließend berichtete der Vorstand der Peißenberger Gemeindewerke, Ingrid Haberl, über das Kommunalunternehmen und die „Rigi-Rutsch’n“.

Auch die anschließende Fragerunde verlief fast harmonisch. Es gab Fragen zum Thema „Hochwasserschutz“, von denen die meisten bereits im Rechenschaftsbericht beantwortet worden waren. Einige Wortmeldungen bezogen sich auf Radwege – es soll einer von der Bücherei bis zum Stadelfeld entstehen –, andere auf Fußgängerüberwege und Zebrastreifen – Vanni sagte, dass Zebrastreifen als zu gefährlich gelten.

Und dann fielen fast ganz zum Schluss doch noch unschöne Worte. Die Landtagskandidatin der Bayernpartei, Regina Schropp, griff einen Bürger an, der sich zuvor zu Wort gemeldet hatte: „Sie gehen mir tierisch auf den Sack. In jeder Bürgerversammlung haben Sie etwas zu motzen.“ Wenn ihm Peißenberg nicht passe, solle er doch wegziehen. Der Angegriffene reagierte souverän: Gerade, weil ihm Peißenberg wichtig sei, melde er sich zu Wort.

Kathrin Hauser

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