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Der Meterstab spielte eine wichtige Rolle, als Sicherheitsingenieur Markus Deutschenbaur (recht s) zusammen mit Mechthild Merz (links ) und Georg Kreutterer die VHS Peißenberg besichtigte. 

VHS Peißenberg  rüstet sich für Kursbetrieb

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Derzeit stehen die Kursräume der VHS Peißenberg im „Rigi-Center“ wegen der Corona-Pandemie leer. Welche Maßnahmen getroffen werden müssen, damit dort im Herbst wieder Kurse stattfinden können, hat sich Sicherheitsingenieur Markus Deutschenbaur kürzlich angeschaut.

Peißenberg – Mechthild Merz greift zum Meterstab, der bereits ausgeklappt auf dem Tisch liegt. Sie legt das Messinstrument auf die beiden aneinandergeschobenen Tische, die in einem der Kursräume der Volkshochschule Peißenberg im „Rigi-Center“ stehen. „Das sind mehr als eineinhalb Meter“, sagt die Leiterin der VHS der Marktgemeinde zufrieden.

Seit mehreren Wochen sind die neuen Kursräume im „Rigi-Center“ menschenleer, denn wegen der Maßnahmen, die zur Eindämmung des Coronavirus getroffen wurden, finden dort keine Präsenzveranstaltungen statt. Wie berichtet, werden derzeit lediglich Kurse im Freien abgehalten oder Online-Kurse angeboten. Damit sich das zum Herbst-Wintersemester wieder ändern kann, nimmt heute Sicherheitsingenieur Markus Deutschenbaur die Kursräume genau unter die Lupe. Er betreut die Marktgemeinde Peißenberg und ist damit auch der richtige Ansprechpartner für die Corona-Schutzmaßnahmen in den VHS-Räumen.

Wieder greift Mechthild Merz zum Meterstab. Dieser Griff ist in der vergangenen Zeit zur Routine geworden. Bei der neuen Anordnung der Tische, bei der Überlegung, wie viele Teilnehmer pro Kurs zugelassen werden können, beim Aufbau der Plexiglasscheibe, die nun in jedem Raum zur Verfügung steht – ständig muss die VHS-Leiterin nachmessen, ob die vorgeschriebene Entfernung von eineinhalb Metern auch eingehalten wurde. „Das Wichtigste ist der Abstand“, betont auch Markus Deutschenbaur. Abstandhalten sowie das Tragen eines Mund-Nasenschutzes helfe dabei, andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Da – ähnlich wie im Schulunterricht – der Mundschutz während des Kurses abgenommen werden könne, sei es besonders wichtig, beim Aufstellen der Tische auf den nötigen Abstand von eineinhalb Metern zu achten, erklärt der Sicherheitsingenieur.

Mit den Abständen in dem kleineren Kursraum ist Deutschenbaur zufrieden. Aber es gibt noch ein weiteres Thema, das in Corona-Zeiten an Bedeutung gewonnen hat: das regelmäßige Lüften. „Nachdem wir hier nur ein Fenster haben, müssen wir schauen.“ In Schulen sei die Vorgabe, spätestens alle 45 Minuten kräftig zu lüften, und das empfehle er auch für den VHS-Betrieb.

Die drei – Georg Kreutterer, der Planer des Gebäudes ist mit von der Partie – sind im nächsten Raum angekommen: „In großen Räumen mit mehr Fenstern ist das Lüften einfacher“, stellt Deutschenbaur fest. Hier gibt es sogar an zwei Seiten Fenster. Nach fünf Minuten Durchzug sei die Luft komplett ausgetauscht, sagt der Sicherheitsingenieur. Der Raum ist rund 45 Quadratmeter groß. In Vor-Corona-Zeiten bot er Platz für bis zu 14 Kursteilnehmer. Nach den neuen Vorschriften passen nun noch neun Hörer in den Raum. Jeder sitzt an einem eigenen Tisch, überall wurde auf den Abstand geachtet. Die nun übrigen Stühle stapeln sich an der Wand.

Es gilt noch viele Fragen zu klären und mögliche Schwierigkeiten auszuschließen bei der Betriebsbegehung der VHS: Wie sieht die Regelung im Eingangsbereich aus, damit sich Kommende und Gehende nicht zu nahe kommen? Wie oft sollten welche Gegenstände auf welche Weise desinfiziert werden? Welches Desinfektionsmittel wird empfohlen? Wann gehen die Teilnehmer auf die Toiletten? „Für Schulen wird empfohlen, lieber einzeln während des Unterrichts zu gehen als in den Pausen alle auf einmal“, sagt Deutschenbaur. Ist es sinnvoll, wegen des Luftaustauschs die Toilettentüren in den Gang offen zu lassen? Deutschenbaur ist skeptisch: „Wir müssen schauen, dass wir auch den Brandschutz nicht aus den Augen verlieren.“ Für all diese Fragen hat er viele Informationen und zumindest Empfehlungen parat.

Bis all die Empfehlungen in den Räumen der VHS umgesetzt sein müssen, haben Mechthild Merz und ihre Kolleginnen noch ein wenig Zeit: Das gesamte Sommersemester über werden lediglich Kurse im Freien oder übers Internet angeboten. Wenn das Herbst-Wintersemester Ende September startet, sollen die Räume coronagerecht eingerichtet und gestaltet sein. Deutschenbaurs Besuch war ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. Darauf musste Merz ein wenig warten, denn der Sicherheitsingenieur ist ein gefragter Mann in diesen Zeiten.

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