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Strom erzeugen und fit bleiben: Tassilo Taplan (vorne) setzte seine Energie in Strom um, während sich sein Vater informierte. 

Viele wollten mehr über „999 Sonnendächer für Peißenberg“ wissen

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Mit ihrem Aktionstag „999 Sonnendächer für Peißenberg“ hat die Energiegenossenschaft einen Nerv getroffen: „Viele gute Gespräche“, eine „überwältigende Besucherresonanz“, neue Mitglieder für die Genossenschaft und weitere Teilnehmer an der PV-Sammelbestellung. Die Organisatoren waren begeistert.

Peißenberg – „Energie und Klima“, das betonte Manuela Vanni am Samstag bei der Begrüßung zum Aktionstag, werde künftig eines der wichtigsten Themen auf der politischen Agenda sein. Dass die Rathauschefin mit ihrem Statement nicht falsch lag, zeigte sich an der Besucherzahl. Bereits zu Veranstaltungsbeginn um 11 Uhr war das Bürgerhaus bestens gefüllt. „Wir alle waren alle wirklich überwältigt von der Resonanz, mit der wir nicht im Traum gerechnet hätten“, bilanzierte der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Alexander Rossner.

Der Aktionstag bot den Besuchern ein breites Informationsangebot. Die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Judith Schrott, führte das Solarkataster vor, das nach Ablauf der Einspruchsfrist am 2. Dezember online gehen wird. Die Plattform bietet, Hausbesitzern die Möglichkeit, Daten über die PV-Tauglichkeit ihrer Immobilie abzufragen. Und Schrott konnte sich beim Aktionstag über mangelnde Arbeit nicht beklagen: „Jeder will sein Haus berechnen lassen. Wir haben gut zu tun.“ Der „Solareignungscheck“ am Stand der Verbraucherzentrale rundete die Thematik ab.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Aktionstages lag auf der Photovoltaik – mehr oder weniger auch notgedrungen, wie Manuela Vanni konstatierte: „Wind und Wasser geht in Bayern ja nicht“. Nach Meinung der Rathauschefin wird es deshalb schwer, die anvisierten CO2-Reduktionsziele bis 2050 einzuhalten. Großer Andrang herrschte ebenso am Stand, an dem die Konzeption für die von der Energiegenossenschaft und den Peißenberger Gemeindewerken gemeinsam geplanten PV-Freiflächenanlagen an der Alten Bahn vorgestellt wurde.

Auch Anlieger Hans Zapf informierte sich über das Solarprojekt. Die Stimmungslage im Ortsteil, so berichtete Zapf, sei gespalten: „Die Hälfte ist dafür, die Hälfte dagegen.“ Er selber habe sich noch nicht festgelegt. Die Landschaftsoptik würde durch die PV-Module sicher leiden. „Wir haben das Paradies da draußen“, so Zapf. Verhindern werde man das Projekt aber wohl nicht können: „Schön ist es nicht. Aber man kann ja auch die Augen zu machen.“ Während Sohn Tassilo auf dem Hometrainer Strom produzierte, verriet Matthias Taplan der Presse, dass er sich im Rahmen des Aktionstags darüber informieren wollte, welche Anstrengungen die Gemeindewerke als kommunaler Versorger vor Ort für die dezentrale Stromversorgung unternehmen. Für den Rechtsanwalt aus Hohenpeißenberg ist das der Schlüssel für ein gutes Gelingen der Energiewende: „Da ist auch die Politik gefordert, differenzierte Lösungen anzubieten.“ Was Taplan zum Beispiel nicht verstehen kann, dass PV-Freiflächenanlagen in schöner Landschaft privilegiert sind, Module auf Dachflächen aber nicht. Mit Theresa Schrupp und Aurelia Zlomislic zeigte beim Aktionstag auch die regionale „Fridays for Future“-Bewegung Präsenz – und das durchaus selbstbewusst: „Wenn man Wahlen gewinnen will“, meinte Zlomislic, „dann kommt man an uns nicht mehr vorbei.“ Demnächst wolle man sich vom Image der reinen Protestplattform lösen und zu konkreten Handlungen übergehen. Auch für den Landkreis sollen bald konkrete Forderungen aufgestellt werden: „Wir werden immer präsenter – und wir werden gehört“, erklärte Zlomislic, während sich Kollegin Schrupp angeregt mit Peißenbergs Bürgermeisterin unterhielt.

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