Vier erkrankte Tiere  abgeschossen

Fuchsräude in Peißenberg ist ein Problem

Es ist ein Problem, das  nur Peißenberg betrifft: die Fuchsräude. In der jüngsten  Zeit haben Jäger  vier erkrankte Tiere  abgeschossen.

Peißenberg Die Fuchsräude ist eine furchtbare Krankheit: Die befallenen Tiere bekommen einen heftigen Juckreiz, sie kratzen sich blutig, haben kahle Stellen im Fell und magern bis auf die Knochen ab. Schließlich sterben die erkrankten Tiere einen elendigen Tod: Sie verhungern oder erfrieren.

In Peißenberg ist die Räude inzwischen zum Problem geworden. „Seit vier Jahren haben wir Räude in unserem Gebiet“, sagt Jäger Georg Karl aus Peißenberg. Besonders in der Paarungszeit, die von Dezember bis Februar geht, verbreitet sich der Milbenbefall rasant schnell weiter, da die Krankheit durch den direkten Kontakt übertragen wird. „Es ist eine schreckliche Krankheit“, schildert Karl. „Die Tiere verhungern oder erfrieren jämmerlich.“ In der jüngsten Zeit haben Karl und seine Jägerkollegen vier räudige Füchse in der Gegend geschossen. „Meist rufen uns die Bauern an, wenn sie einen erkrankten Fuchs gesehen haben“, sagt Karl.

„Ein Fuchs hatte sich in einem Schuppen verkrochen, wo ihn dann der Bauer entdeckte.“ Karl und seine Kollegen erschießen die erkrankten Tiere, wenn sie sie finden, um ihnen weiteres Leid zu ersparen. „Der Fuchs geht sonst elendiglich kaputt.“ Die Tiere seien daran zu erkennen, dass sie nicht mehr so schnell seien und weniger Fell hätten.

Die Krankheit befällt nicht nur Füchse, sondern überträgt sich auch auf Hunde und Katzen. Diese könnten laut Karl mit Salbe behandelt werden, „aber bei Füchsen geht das nicht.“ Früher seien räudige Füchse oft mit Hunden vertrieben worden, doch dafür würde heute kein Hundebesitzer mehr sein Tier zur Verfügung stellen. „Die haben Angst, dass sie sich anstecken“, sagt Karl.

Dass sich die Räude im gesamten Landkreis ausbreitet, kann Werner Hiebl vom Kreisjagdverband Weilheim derzeit nicht bestätigen. „Vor ein paar Jahren hatten wir damit ziemliche Probleme. Jetzt, wo der Bestand wieder zugenommen hat, kann es aber wieder vermehrt zum Befall der Tiere kommen“, sagt Hiebl.

Räude kommt bei etwa 40 Säugetierarten vor, doch der Rotfuchs ist besonders betroffen. Verursacht wird das Leiden durch die Sarcoptes-Milbe, die sich in die Haut des Tieres bohrt. Die Folgen für das Tier: Juckreiz, Rötungen und Infektionen.

Vor allem in den Wintermonaten endet die parasitäre Hautkrankheit zumeist tödlich – im Sommer können die Füchse sie manchmal ausheilen.

Marion Neumann/K athrin Hauser

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul

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