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Beim großen Finale waren alle Mitwirkenden gleichzeitig auf der Bühne. 

Volks-Chor wird 110 Jahre

„Musik ist Trumpf im Leben“

Peißenberg - Der Volks-Chor Peißenberg feierte sein 110-jähriges Bestehen. Wie es sich gebührt, mit einem Konzertabend in der Tiefstollenhalle.

 Mit einem gesungenen „Willkommen hier und heute“ begrüßte der Volks-Chor Peißenberg am Samstag seine rund 200 Gäste in der Tiefstollenhalle. Die Sänger hatten eingeladen, um zusammen mit Musikfreunden das 110-jährige Bestehen ihres Chors zu feiern, der 1906 als Arbeiter-Gesangsverein „Volkschor Unterpeißenberg Vorwärts“ gegründet worden war.

Zu ihren Festabend hatten die Peißenberger Sänger ein buntes Programm zusammengestellt, durch das Karin Schwab führte. Seinen Beitrag zum „Internationalen Tag der Stimme“, so die Ansagerin, werde der Chor nicht mit Fachvorträgen leisten, sondern lieber der Aufforderung des Lieds „Sing mit mir!“ nachkommen. Lang anhaltender Applaus war die Reaktion des Publikums.

Unter der Leitung von Susanne Schuhmacher und mit Annette Daiber am Flügel präsentierte der Chor bekannte Lieder wie „Ich ging durch einen grasgrünen Wald“ und „Wenn ich ein Vöglein wär“.

Als Gäste waren die „Rowan Tree Hill Band“, die „Illachtaler Soatnmusi“ und Anderl Lengger gekommen. Sie machten den Abend zu einem internationalen Erlebnis, bei dem die Besucher nicht nur Deutsch, sondern auch Englisch und Schwäbisch zu hören bekamen. Auch Lieder aus Südtirol und Österreich standen auf dem Programm.

Robert Helgert hatte für seine Saitenmusik eigens für die Feier Gstanzl auf den Volks-Chor geschrieben – „Werds über 100 scho, siagt ma eich ned o.“ Zur Aufnahme von Frauen in den Chor, die nach der Wiedergründung beschlossen wurde, meinte der Dichter: „Seit 1949 singen auch Fraun, jetzt klingt er nicht nur gut, kannst’n auch anschaun.“

Dass sich die Musik nicht von politischen Zwängen unterkriegen lässt, brachte der Chor beim großen Finale, bei dem rund 60 Mitwirkende auf der Bühne waren, musikalisch zum Ausdruck: „Musik ist Trumpf im Leben, sie wird es immer geben.“ Dies war eine Anspielung auf das Jahr 1933, in der der Volks-Chor verboten worden war, weil er sich einer Gleichschaltung widersetzt hatte. 13 Jahre später, nach dem Ende des 1000-jährigen Reichs, sang der Chor wieder.

Heute hat der Verein 109 Mitglieder. 35 von ihren sind aktive Sänger, die anderen 74 sind Fördermitglieder. Er versteht sich als ein Chor, der alle Sänger anspricht. Die Förderung des Singens ist sogar in der Satzung festgelegt. Deshalb veranstaltet er drei Mal im Jahr das offene Singen „Auf a Stund“ in einem der Pfarrheime, bei dem die Gäste eingeladen sind, miteinander zu singen.   

Info

Der nächste Termin für das offene Singen „Auf a Stund“ ist der 19. Juni. Es beginnt um 16 Uhr im Pfarrheim von St. Johann.

Alfred Schubert

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