+
Alte Fotos und Dias haben sich (v.l.) Pfarrer Rainer Mogk, Irmgard Herrmann, Marie Giering und Inge Tamms gemeinsam angeschaut. 

Vor 50 Jahren ins Leben gerufen

„Viele fühlen sich  zu jung für den Seniorenkreis“

  • schließen

Der Seniorenkreis  der evangelischen  Gemeinde  Peißenberg feiert seine 50-jähriges Bestehen.  Er trifft sich zweimal im Monat.

Peißenberg – Ab welchem Alter ist man ein Senior? Nun, wirklich festgelegt ist das ja nicht. Der Duden gibt die Bedeutung des Wortes mit „älterer Mensch“ an. Das lässt Raum für das eigene Empfinden. Jeder kann selbst für sich beurteilen: Bin ich ein Senior? Und diese Frage wird in immer höherem Alter noch mit „Nein“ beantwortet. Das zeigen die Erfahrungen des Seniorenkreises der evangelischen Gemeinde Peißenberg. Der feiert heuer sein 50-jähriges Jubiläum. Der Altersdurchschnitt ist in all den Jahren gewachsen – die Teilnehmerzahl geschrumpft.

Denn damals, 1967, wurde der Kreis als „FSS-Club“ gegründet – als „Fünfzig-Sechzig-Siebzig-Club“. Pfarrer Johannes Riedel hatte die Gruppe mit Mesnerin Wengler ins Leben gerufen. Etwa 30 Teilnehmer kamen früher zu den Treffen. „Da waren auch viele Männer dabei“, weiß Irmgard Herrmann. Die Hohenpeißenbergerin ist mit 89 Jahren die älteste in der heutigen Runde – und die treueste Besucherin. Seit 1989 ist sie dabei. „Damals war ich noch die Jüngste“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Seit Ende der 1990er Jahre läuft die Gruppe unter dem Namen „Seniorenkreis“. Mittlerweile sind die meisten Besucher zwischen 82 und 89 Jahren alt – seit 2011 hat sich kein Mann mehr zur Runde hinzugesellt.

Warum das so ist, ist schwer zu sagen. Denn die Themen, die bei den Treffen anstehen, sind auch für Männer interessant, sind Marie Giering (64) und Inge Tamms (77) überzeugt. Sie organisieren die Treffen, die jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat ab 14 Uhr im Gemeindehaus der Friedenskirche stattfinden. Sie sorgen dafür, dass die Teilnehmer mit einem Bus abgeholt werden können – die evangelische Gemeinde Peißenberg umfasst auch Hohenpeißenberg, Rottenbuch, Böbing und Oderding –, dass Kaffee und Kuchen bereitstehen und etwas geboten ist. Mal laden sie einen Referenten ein, mal werden Reiseberichte mit vielen Bildern gezeigt, mal Bücher besprochen oder Glaubensfragen diskutiert. Manchmal steht auch Gehirnjogging – wie Rätsel oder Merkspiele – auf dem Plan. „Viele halten den Seniorenkreis für einen Kaffeeklatsch“, sagt Tamms. „Dabei ist er viel mehr, wir setzen uns mit Themen auseinander.“

Denn Tamms und Giering wollen zum Diskutieren, Austauschen, Erinnern anregen – und damit den Sinn des „Seniorenkreises“ auch 50 Jahre nach seiner Gründung hochhalten. „Die Menschen raus aus dem Alltagstrott holen“, lautet das Ziel, sagt Tamms. „Damit niemand versauert.“ Durch den Kreis, den jeder unabhängig seiner Konfession besuchen kann, sind viele Freundschaften entstanden. Und Alleinstehende haben eine Gruppe gefunden, die sich für sie interessiert, die nachfragt, warum man beim Treffen gefehlt hat, die sich um ihr Wohl sorgt. „Wir geben auch eine Heimat“, sagt Tamms. Dass das seit 50 Jahren ehrenamtlich geleistet wird, hebt Pfarrer Rainer Mogk besonders hervor: „Da steckt viel wertvolle Arbeit dahinter.“

Doch neue Teilnehmer für den Kreis zu begeistern, ist nicht leicht. „Viele 75-Jährige wollen nicht in den Seniorenkreis gehen, weil sie sich dafür noch zu jung fühlen“, sagt Mogk. Deshalb schrumpfe die Gruppe: „Wer später einsteigt, bleibt nicht mehr so lang dabei.“

Davon lässt sich der harte Kern nicht entmutigen. Der ist stolz auf 50 Jahre Tradition – und feiert die auch: am Donnerstag, 27. Juli. „Im mittelgroßen Kreis“, sagt Tamms. Dafür wurden auch ehemalige Teilnehmer eingeladen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Reichweite ist kein Problem mehr
Am Sonntag waren Marienplatz und Kirchplatz voll von Autos – ohne Abgase und ohne Lärm. Es waren die Teilnehmer der 5. eRUDA (elektrisch rund um den Ammersee).
Reichweite ist kein Problem mehr
Die Feuerwehr läuft: 66 Kilometer von Ehrwald nach Penzberg
Was ein eingespieltes Team alles leisten kann: Das sollte der Staffellauf zeigen, den die Feuerwehr Penzberg mit der Feuerwehr aus dem österreichischen Ehrwald …
Die Feuerwehr läuft: 66 Kilometer von Ehrwald nach Penzberg
Drei Verletzte bei Verkehrsunfall
Drei Verletzte gab es bei einem Unfall am Montag, 25. September,  gegen 7 Uhr auf der Staatsstraße 2057  an der Abzweigung Polling.  Nach ersten Informationen war ein …
Drei Verletzte bei Verkehrsunfall
Minus zehn Prozent für die CSU im Landkreis
Die Afd wurde im Landkreis  Weilheim-Schongau in der Hälfte der Gemeinden zweitstärkste Partei. Die FDP holte bei der Bundestagswahl kräftig auf. 
Minus zehn Prozent für die CSU im Landkreis

Kommentare