Bauanträge genehmigt

Weibliche Überzeugungskraft

Peißenberg - Der Peißenberger Bauausschuss besichtigte das  Berghof-Anwesen von Christa Probst. Danach genehmigte er all ihre Bauanträge.

 Was Ortstermine so alles bewirken können... Als sich der Bauausschuss vor der Sommerpause mit einem Bauantrag von Christa Probst bezüglich der Errichtung von acht Gartenpavillons, einer Holzlege und einer Böschungsmauer zu beschäftigen hatte, reagierten einige Gremiumsmitglieder noch ziemlich angesäuert. Von der Unternehmerin wurde ein bauliches Gesamtkonzept für ihr Berghofanwesen auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims verlangt.

Probst hatte bereits vorher einige Bauanträge eingereicht – unter anderem für einen Weideunterstand und den Ausbau von Seminarräumen (wir berichteten). Doch von einem Gesamtkonzept war in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses nicht mehr die Rede. Das Gremium hatte sich zuvor zu einer Exkursionstour getroffen – und die hat offenbar nachhaltigen Eindruck hinterlassen: „Super“, „genial“, „hier mache ich das nächste Mal Urlaub“, lauteten die Kommentare von einigen Ausschussmitgliedern, als sie von Probst übers herrlich gepflegte Berghofgelände geführt wurden.

Die spätere Abstimmung im Rathaus war dann nur noch Formsache – zumal die Antragstellerin für die Pavillons und die Stützmauer vermutlich ohnehin keine explizite Genehmigung gebraucht hätte, wie selbst Marktbaumeister David Oppermann einräumte. Und: „Auf ein Konzept kann ich verzichten. Die Frau weiß, was sie tut, das hat Hand und Fuß. Das schaut alles nach Konzept aus“, lobte Jürgen Forstner (Bürgervereinigung) Probsts bauliche Gestaltungen am Berghof.

Eine Bedingung formulierte der Ausschuss allerdings: Nachdem die Rathausverwaltung Bedenken geäußert hatte, ob das Ausmaß der angestrebten gewerblichen Nutzung noch als außenbereichsverträglich angesehen werden kann, soll die Besucherzahl für die genehmigten Seminarräume im Nebentrakt auf 100 Personen beschränkt werden. Dieser Auflage hatte Probst beim Ortstermin bereits zugestimmt: Die Seminare würden allein von ihrer Firma (CP Organisationsberatung) als Steuer- oder Managementschulungen veranstaltet. Größere Events würde man in den Bibliotheksaal Polling auslagern. „Es kommt auch nur noch ein Bauantrag – für eine Außentoilette am Stadel“, versprach Probst zudem.

Bernhard Jepsen

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