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Noch wird in der Turnhalle geprobt fürs Artistik-Theater „Spiel des Lebens“, am Samstag ist Premiere in der Tiefstollenhalle Peißenberg. Im Vordergrund Komponist Florian Volkmann (l.) und Hauptdarsteller Barnabas Albrecht (r.)

Neues Projekt der ehemaligen Leiterinnen von „Vaganti“

Neues Artistik-Theater von Heidi und Sylvia Kluthe aus Weilheim hat am Samstag  in Peißenberg Premiere

Nach mehrjähriger Pause gibt es Neues von Heidi und Sylvia Kluthe, den ehemaligen Leiterinnen der Weilheimer Showgruppe „Vaganti“: Am Samstag ist in Peißenberg Premiere für das von ihnen geschriebene und inszenierte Artistik-Theater „Spiel des Lebens“. Wir haben schon mal bei der Probe zugeschaut.

Peißenberg/Inning/Weilheim – Es sind bloß noch wenige Stichworte, die Heidi Kluthe der Truppe geben muss. Mittlerweile weiß jeder der 13 Mitwirkenden der Akrobatik-Produktion „Spiel des Lebens“, wie die Szenen aufgebaut sind. In einer Turnhalle in Inning am Ammersee geht es jetzt um die Einübung der Routine – und um Feinheiten. Wie oft etwa soll der Bösewicht „Black Hand“ seine wütenden Bewegungen durch einen Schrei begleiten? Einmal, zweimal, öfters?

„Wir üben seit November quasi jedes Wochenende“, erklärt ein Mitglied der Truppe. Längst lassen sich die meisten mit ihren Rollen-Namen ansprechen, so sehr haben sie schon die Identitäten ihrer Figuren angenommen. Sehr poetisch sei ein weiter Teil vom „Spiel des Lebens“: mit Jonglage, Akrobatik und Magie, „es ist sogar ein eigener Zauberer dabei“, unterstreicht Sylvia Kluthe.

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In Inning dreht sich alles um Hauptdarsteller „Jack“, in Weilheim bekannt unter dem Klarnamen Barnabas („Barney“) Albrecht. „Der macht unheimlich viel: klavierspielen, singen, tanzen…“, sagt Heidi Kluthe und zieht einen virtuellen Hut, während Albrecht gedankenverloren seine Läufe am Klavier spielt. „Die Musik besteht erstmals in einem Stück von uns aus eigenen Kompositionen, die uns Florian Volkmann geschrieben hat.“

Volkmann ist gleichzeitig eine Figur der Handlung: der rauschhafte „Junkie Junior“. Wie er versuchen alle möglichen Charaktere, auf Jack Einfluss zu nehmen. Die Herzdame alias „Bellina“ sei noch ein realer Mensch, erklärt Heidi Kluthe, aber ansonsten könne man viele Figuren auch als Teile von Jacks Gedankenwelt verstehen. Darin werben der materialistische „Rick“ und der Spielverderber „Black Hand“ darum, die Oberhand zu gewinnen – und natürlich, passend zum Pokerspiel um den Lebensweg, gibt es auch noch einen „Joker“, der alles wieder verändern kann…

Mit Sylvia und Heidi Kluthe sind Perfektionistinnen am Werk

Wie ausgefeilt das „Spiel des Lebens“ auf der Bühne wird, das kann man ahnen, wenn eine kurze Minutenszene fast eine volle halbe Stunde lang wiederholt wird. Mit Sylvia und Heidi Kluthe sind Perfektionistinnen am Werk, die aber gar nicht kommandieren müssen – das Team leitet sich inzwischen fast wie von selbst durch das große verbindende Ziel: die drei Aufführungen in Peißenberg am kommenden Wochenende, denen im Juni noch Termine im Weilheimer Stadttheater folgen sollen.

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Die Wutschreie von „Black Hand“, so viel steht fest, werden ein lautes Umklappen einer Karte in Jacks Kartenhaus zur Folge haben. „Dieses Bühnenbild ist zum einen artistisch ideal, zum anderen zeigt es, wie zerbrechlich ein individueller Lebensweg sein kann“, sagt Heidi Kluthe. Aber wer weiß schon, ob zuletzt nicht doch die Träume und Sehnsüchte die Oberhand gewinnen, denen Sylvia Kluthe die Stange hält… Die beiden Weilheimer Intendantinnen des Artistik-Theaters „Hotspot – KunstVollBühne“ bewahren bei der Probe jedenfalls ein Pokerface über den Fortgang der Handlung.

Aufführungen von „Spiel des Lebens“ sind am kommenden Samstag, 29. Februar, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 1. März, um 15 und 18 Uhr in der Tiefstollenhalle Peißenberg. Karten: Buchhandlung „Peissenbuch“ sowie Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz Weilheim. Info: hotspot-kunstvollbuehne.de.

Andreas Bretting

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