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Nur unter Aufsicht wird im Außenbereich der Rigi Rutsch’n in Peißenberg im kühlen Nass geplanscht.

„Es ist furchtbar“ 

Bademeister sind Mangelware - auch im Landkreis 

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Ohne Bademeister wäre der Betrieb in den Freibädern nicht möglich. Den Bad-Betreibern fällt es jedoch immer schwerer, Personal zu finden – und schuld ist nicht nur die Bezahlung.

Landkreis – „Wir suchen Verstärkung“, ist auf der Homepage der Rigi-Rutsch’n in Peißenberg zu lesen. Gesucht werden „technisch versierte“ Bewerber, denen „der Umgang mit Menschen wichtig ist“ – und die dort tätig werden wollen, „wo andere Urlaub machen“. Die zu vergebene Stelle? Bademeister, beziehungsweise Fachangestellter für Bäderbetriebe, so der korrekte Titel.

„Wir suchen seit drei Jahren und finden niemanden“, sagt Ingrid Haberl, Chefin der Peißenberger Gemeindewerke, „es ist furchtbar.“ Aktuell sind ein Schwimmmeister und ein Fachangestellter für den Bäderbetrieb in der Rigi Rutsch’n tätig. „Im Winter können Rettungsschwimmer die Aufsicht am Innenbecken übernehmen. Aber jetzt, im Sommer, kommen täglich über 2000 Badegäste zu uns. Da brauchen wir ausgebildete Schichtleiter“, sagt sie.

Sollte einer der beiden Kräfte plötzlich krank werden, gäbe es Probleme. „So, wie es jetzt ist, ist es das absolute Minimum“, so Haberl.

„Als Bademeister sitzt man zwischen den Stühlen“

Robert Zwick hat im Jahr 2004 die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe absolviert. Seit 2008 ist er im Wellenfreibad in Peiting tätig. „Wir sind personell nicht so schlecht aufgestellt“, sagt er, „neben mir gibt es noch einen weiteren Fachangestellten und drei Kräfte mit Rettungsschein auf 450 Euro Basis.“ Dass es generell immer schwieriger werde, geeignetes Personal zu finden, kann allerdings auch er bestätigen: „Vor drei Jahren hatten wir eine Stelle ausgeschrieben. Es ist keine einzige Bewerbung eingegangen.“

Den Hauptgrund für das mangelnde Interesse sieht er in den Arbeitszeiten. „Man ist dann im Einsatz, wenn Andere frei haben.“ Doch auch die große Verantwortung, ein Auge auf alle Badegäste zu haben, würde Bewerber abschrecken. „Die Erwartungshaltung der Leute wird auch immer höher“, sagt er, „im Freibad kommen Charaktere mit ganz unterschiedlichen Wünschen zusammen – und als Bademeister sitzt man oft zwischen den Stühlen.“

Neben der Aufsicht am Schwimmbecken gehört auch die Rasenpflege sowie die Wasseraufbereitung zu Zwicks Aufgaben. Werden Fachangestellte für Bäderbetriebe nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bezahlt, verdienen sie als Einstiegsgehalt etwa 2200 Euro. Nach drei Jahren ist die Gehaltsstufe 3 möglich, dann werden 2600 Euro monatlich gezahlt. Als Schwimmmeister beginnt das Gehalt bei rund 2500 Euro. Mit der Bezahlung ist der Bademeister im Wellenbad an sich zufrieden. „Aber bei der Verantwortung, die man hat, könnte es auch mehr sein“, sagt er.

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Schichtarbeit und Dienste am Wochenende 

Beim Plantsch in Schongau hat man sich schon vor einigen Jahren Gedanken über fehlende Fachangestellte gemacht. „Wir haben rechtzeitig angefangen, eigenen Nachwuchs auszubilden, sagt Bad-Vorstand Andreas Kosian. Um auch kurzfristig Ersatz für erkrankte Kollegen zu finden, habe man sich „für einen leichten Überhang im Stellenplan“ entschieden.

Laut Kosian handelt es sich um einen Beruf, „der sicher niemals langweilig wird“. Schichtarbeit und Arbeitszeiten am Wochenende und an Feiertagen seien allerdings unvermeidbar. „Da gibt es familienfreundlichere Arbeitsplätze“, sagt er. Notlösungen in Form von „telefonisch verfügbaren Fachangestellten“, die in einigen Bädern angeboten werden, hält er für nicht vertretbar. „Fehlen einem Bad Fachkräfte, kann kein öffentlicher Badebetrieb angeboten werden“, sagt er.

So begründet auch der Weilheimer Bürgermeister Horst Martin die Sperrung der Badestege an einem beliebten See. Die umstrittene Maßnahme soll vor Badeunfällen schützen. Um die Badestege und -inseln zu nutzen, bräuchte es mehr Bademeister und so müssen die Weilheimer auf ihre Bade-Hotspots im Hochsommer verzichten. Das stößt auf absolutes Unverständnis und löst Proteste aus: die Weilheimer machen sich über ihren Stadtrat lustig.

nema

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