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Im Penzberger Nonnenwaldstadtion gibt es seit 2013 zwei Kunstrasenplätze. Dafür entschieden hatte man sich bereits 2011. Hier ein Bild, das kurz vor der Eröffnung entstand.

Mikroplastik

Fußball-Vereine von möglichem Granulat-Verbot kalt erwischt

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Kunstrasenplätze sind schlecht für die Umwelt, urteilt die EU und verweist auf eine Studie zum schädlichen Mikroplastik. Brüssel will ab 2022 das Gummigranulat verbieten, das auf die künstlichen Fußballfelder gestreut wird. Die wenigen Vereine im Landkreis, die solche Plätze haben oder planen, sind alarmiert.

Landkreis– Der SC Huglfing wurde am Wochenende von der Meldung des geplanten Mikroplastikverbots kalt erwischt: „Wir hatten bislang mit einem normalen Kunstrasen geplant“, sagt Vereinschef Bernhard Kößler zu den schon weit fortgeschrittenen Planungen von Verein und Gemeinde. In Huglfingwerden für die Fußballer und Stockschützen neue Sportanlagen entstehen, darunter auch zwei Fußballfelder; eines davon ist als Kunstrasen konzipiert. Die EU könnte der Planung jetzt eine Strich durch die Rechnung machen. Laut Kößler wollen sich alle Beteiligten so bald wie möglich zusammensetzen und besprechen, ob es Alternativen gibt. „Ziel ist aber schon ein Kunstrasen“, so der Wunsch des Vereinschefs. Und den teilt auch Bürgermeister Bernhard Kamhuber. „Aber man muss nach Standards bauen, die zukunftsfähig sind“, betont der Rathauschef.

Der Huglfinger Bürgermeister sagt das mit Blick auf des geplante Mikroplastikverbot, das die Europäische Union ab 2022 durchsetzen möchte. Betroffen wären davon etliche Kunstrasenplätze, die mit Plastikgranulat verfüllt werden, das von den Sportstätten in die Umwelt gelangt. Von deutschlandweit 5000 Kunstrasenplätzen ist die Rede, für die Sportminister Horst Seehofer eine Übergangsfrist erbittet. „Viele Tausend Sportanlagen in deutschen Kommunen wären sonst von der Schließung bedroht“, warnt Seehofer.

Müssen Schwabbrucks Fußballer um ihren Kunstrasen bangen?

Eine davon wäre dann wohl die des TSV Schwabbruck, der jahrelang um seinen Kunstrasenplatz beneidet wurde. Das Fußballfeld wurde schon 2004 eröffnet. Was die EU-Pläne für den Schwabbrucker Kunstrasen-Platz bedeuten, konnte Meichelböck gestern noch nicht abschätzen.

Entspannt blicken derweil die Verantwortlichen in Peiting auf den erst im Juni für die Fußballer freigegebenen Kunstrasenplatz auf der ehemaligen Kiesgrube. „Wir hatten uns ganz bewusst für einen nicht verfüllten Kunstrasen entschieden“, berichtet Marktbaumeister Fabian Kreitl. Dieser sei „schwimmend verlegt“ und brauche keine Verfüllung mit Sand oder Granulat.

Peiting und Penzberg sind fein raus

Fein raus ist man auch in Penzberg. Wie berichtet, hatte man sich dort schon 2011 für den Bau von Kunstrasenplätzen ohne Gummigranulat entschieden. Der Oberbelag sei zwar „in der Anschaffung teurer, jedoch in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit viel sinnvoller“, erklärte Bürgermeisterin Elke Zehetner im Juni.

Und so sieht man es auch in Peißenberg, wo derzeit vom TSV für das Vereinsgelände ein neues Gesamtkonzept erstellt wird – inklusive Kunstrasen. „Wenn, dann kommt aber nur der umweltverträgliche in Frage“, versichert der Vorsitzende Stefan Rießenberger.

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Bundesinnenminister Seehofer sorgt sich um den Fortbestand von Fußballplätzen mit Kunstrasen und verlangt zumindest eine Übergangsfrist. Nach Angaben des Umweltministeriums ist ein Verbot aber noch längt nicht ausgemachte Sache.

Die Erweiterung der Huglfinger Sportstätten am Tautinger Weg hat die erste Hürde geschafft: Die Behörden haben sich zum Bebauungsplan geäußert. Große Probleme gibt es nicht, heißt es.

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